Anonyme Verfasser formulieren Wurfsendung gegen Flüchtlingsheim an der Kirchstraße

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Das Thema Flüchtlingsunterkünfte schlägt in Drevenack unerwartete Wellen. Seit gestern kursiert bei Facebook eine private Verteilaktion anonymer Initiatoren: Mit sozial anmutenden Formulierungen versuchen die Verfasser, gegen die geplante Ansiedlung von Asylbewerbern an der Kirchstraße zu argumentieren.

Doch der Schuss geht nach hinten los.

In dem Schreiben heißt es unter anderem (veranlasst von den "Anwohnern und Anliegern der Kirchstraße und den Römerweges): "In vielen Gesprächen und Gedanken werden zahlreiche Bedenken, Belastungen und Ängste deutlich!" Das geplante Heim liege unmittelbar an der stark befahreren L1, was eine hohe Lärmbelästigung für die späteren Bewohner der Container und eine "richtiggehende Lebensbedrohung" für deren spielende Kinder bedeute.
Die Anwohner, die durch die nahe Landstraße ohnehin schon einer starken Lärmbelastung ausgesetzt seien, müssten durch "das Hinzuziehen vieler weiterer Menschen" einen zusätzlichen Lärmanstieg in Kauf nehmen.

Es kommt noch dicker ...

Es gebe bereits die AWO-Außenwohnguppe und das evangelische Jugendheim an der Kirchstraße. Könne man den Anwohnern "ein weiteres Auffangbecken zumuten"?

Man sorge sich um die Zukunft der Jugendlichen, die "ein Stück Ruhe und heile Welt" brauchen, um sich "gesund zu entwickeln". Der "massive Parkplatzbedarf", besonders an Feiertagen und zu nichtkirchlichen Festen, mache das Durchkommen schwierig und behindere die Zufahrtsmöglichkeiten für Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge.

Das Schreiben (siehe dreiteilige Abfotografien) endet mit den Sätzen: "Dies sind nur einige unserer Bedenken. Wahrscheinlich werden sich weitere Argumente ergeben, wenn sich Zeit zum Nachdenken ergibt. Oder wir werden sehr schnell negativ von der Realität des 'Zusammenlebens" eingeholt werden."
Auf der Rückseite des Schreibens (als Unterschriften-Aktion gestaltet) regen die unbekannten Urheber an, bei einigen Empfängern an der Kirchstraße die unterschriebenen Exemplare einzuwerfen - und zwar bis zum 28. Mai.

In Drevenack sind Entrüstung über die Art und Weise und die Formulierungen in dem Schreiben groß. Schon in Bezug auf die geplante Flüchtlingsunterkunft am Hunsdorfer Weg gibt es bereits eine unschöne Diskussion.

Einige Stellungnahmen ...

Eva Danner von der Hünxer Flüchtlingehilfe ist schockiert: "Mir fehlen hierzu die Worte! Seit gestern beschäftigt mich dieser Brief und lässt mich nicht mehr los. Es ist unfassbar dass es solche Menschen in unserer Gemeinde gibt."

Ingrid Meyer (CDU Hünxe) schreibt bei Facebook: "Viele der Argumente, die die Anwohner vorbringen, sind getrieben von Vorurteilen. Bis zu einem Gewissen Grad ist das Verhalten der "besorgten Anwohner" normal. Dahinter steckt oft die Angst, dass sich die eigene Umgebung zum Schlechteren verändert - Angst vor dem Fremden oder schlicht Unsicherheit gegenüber kulturellen Unterschieden, mit denen man ja tatsächlich erst einmal lernen muss umzugehen.
Ich verweise gern auf die gute Nachbarschaft, die sich im Umkreis bereits bestehender Unterkünfte für Flüchtlingen und Bürgern entwickelt hat (Hünxe/Gartrop/Bruckhausen).
Auf Bundesebene wurde das Baurecht geändert, um zeitlich befristet Flächen für die Unterbringung zu ermöglichen.
Ich begrüße es sehr, dass auf eine ausgewogene Verteilung der Asylbewerber geachtet wird. Kurz und knapp, das Ziel heißt: 'Humane Unterbringung, dezentral - also auch in Drevenack'!"
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 25.05.2015 | 09:37  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 25.05.2015 | 10:30  
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Nicole Deucker aus Oberhausen | 25.05.2015 | 12:29  
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Jan Scholte-Reh aus Hünxe | 25.05.2015 | 13:17  
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