ATTAC-Seminar „Fluchtursachen beseitigen“

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Wesel. Unter dem Motto „Fluchtursachen Made in EU“ veranstaltete das globalisierungskritische Netzwerk ATTAC-Niederrhein am Sonntag, 13. März ein Seminar im Dohlhof. Knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung gefolgt. Als externe Referenten waren 2 Flüchtlingsbetreuer sowie ein afghanischer Asylbewerber aus Rheinberg geladen. Sie berichteten über die Schwierigkeiten, die vor allem junge Männer in einem Kriegsland wie Afghanistan haben. Der Militärdienst droht. Ihre Familien sind oft dem Druck der kriegerischen Parteien ausgesetzt, so dass ein normales Leben kaum möglich ist. In Afghanistan hat der Krieg seit 2001 ca. 70.000 Menschenleben gekostet. Die Referenten berichteten auch über die langen und gefährlichen Fluchtrouten, die Flüchtlinge auf sich nehmen müssen, um bis nach Deutschland zu gelangen. Oft sind sie dabei skrupellosen Menschenhändlern ausgeliefert. Hier fordert ATTAC: „Wer wirklich etwas gegen den Menschenhandel unternehmen will, sollte nicht mit militärischen Mitteln die Boote der Schleuser bekämpfen, sondern legale und sichere Migrationswege eröffnen.“
Ein weiteres Thema des Seminars war die Zerstörung der Lebensgrundlagen in vielen Ländern als Fluchtursache. Infolge der Finanzkrise 2007/2008 haben sich die Lebensbedingungen nicht nur in den klassischen Entwicklungsländern massiv verschlechtert. Zum Beispiel lebt im Kosovo inzwischen jeder Zweite von weniger als 1,42 Euro. Jedes sechste Kind ist unterernährt. Zustände, die vor zehn Jahren nur in sogenannten „Ländern der Dritten Welt“ zu finden waren. Für diese Zustände trägt auch die EU eine Mitverantwortung. Durch ihre expansive Exportpolitik im Agrar- und Lebensmittelbereich werden regionale Märkte überflutet und die kleinbäuerliche Landwirtschaft zerstört. Durch bilaterale Handelsabkommen werden den Ländern dann noch mögliche Schutzmaßnahmen wie etwa Importzölle untersagt. Hier fordert ATTAC „die Revision bereits bestehender Handelsabkommen und die Verhinderung neuer wie z.B. TTIP, CETA oder TiSA“. Denn solange die Ursachen nicht bekämpft werden, wird die massive Migrationsbewegung nach Europa weiter anhalten.
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