AWO-Internetseite informiert Flüchtlinge und Helfer über Einrichtungen und Beratungsdienste

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AWO-Koordinatorin Anne Frensch. (Foto: AWO Kreisverband)
 
Das Logo des neuen Angebots. (Foto: AWO)

Stell Dir vor, Du kommst mit deinen Kindern in einer neuen Stadt an. In einem neuen Land. Stell Dir vor, Du sprichst die Sprache nicht, vielleicht ein paar Brocken Englisch. Und ihr habt kaum etwas dabei, weil ihr alles zurücklassen musstet. An wen kannst Du Dich wenden? Wer hilft Dir weiter? In Fragen, die das Leben betreffen? Oder wenn Du krank bist – oder traumatisiert?

Wer wo hilft, wer wofür Ansprechpartner ist und wie unser Behördensystem funktioniert. „Das zu verstehen, ist für Fremde ganz schön kompliziert“, sagt Anne Frensch von der AWO Flüchtlingsberatung Moers. Der AWO Kreisverband Wesel hat deshalb die Initiative ergriffen: Um Flüchtlingen zu helfen, passende Ansprechpartner zu finden, hat das Team eine neue Internetseite erstellen lassen. Wer im Internet auf www.fhkw.de geht, bekommt schnell einen Überblick über Einrichtungen und Beratungsdienste der Wohlfahrtsverbände im Kreis Wesel, die sich mit Flüchtlingen beschäftigen.

Die Seite richtet sich aber nicht nur an Flüchtlinge, sondern auch an Ehrenamtler. Wer helfen und sich engagieren möchte, findet unkompliziert eine Einrichtung, in der er unterstützen kann. Und wer schon hilft, bekommt hier einen Überblick über Angebote in der Nachbarschaft.

Der Bedarf an Unterstützung und Information ist groß, auf beiden Seiten. Im Kreis Wesel sind derzeit etwa 7000 Flüchtlinge untergebracht (Stand Januar). Sie haben viele Fragen. „Wir helfen bei persönlichen Problemen, die können ganz unterschiedlich sein“, sagt Anne Frensch.

Weil keiner auf Anhieb alles wissen und beantworten kann, mussten die Helfer Angebote oder Ansprechpartner bisher oft im Netz suchen. Es ist nämlich auch so: Je nach Kommune kümmern sich unterschiedliche soziale Akteure. Mal ist es die Caritas, mal die AWO, mal das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonischen Werk oder der Paritätische Landesverband NRW. Jetzt haben auch die Helfer alle Informationen und Telefonnummern auf einer Seite.

„Unsere Arbeit ist auch Netzwerkarbeit. Da ist so etwas ganz wichtig“, sagt Anne Frensch. Der Überblick ist in jedem Fall sehr umfassend. Aufgeführt sind Angebote in 13 Städten und Gemeinden: Alpen, Dinslaken, Hünxe, Hamminkeln, Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Schermbeck, Sonsbeck, Voerde, Wesel und Xanten.

Die Seite gibt es auf deutsch und auf englisch. Warum nicht in anderen Sprachen? Etwa türkisch, russisch oder arabisch? Auch dafür gibt es einen Grund. Gleich auf der Startseite gibt es einen Hinweis und den in sehr vielen Sprachen: „Unsere Mitarbeiter sprechen oft nur Deutsch und Englisch. Nehmen Sie jemanden mit, der für Sie übersetzen kann.“

Verlinkt sind aber auch viele weiterführende Seiten, die unabhängig vom Wohnort helfen. Zum Beispiel eine Seite der ARD, auf der Flüchtlinge Nachrichten in verschiedenen Sprachen lesen und Wichtiges über Deutschland und die deutsche Sprache erfahren können oder auch http://www.vrr.de/en/refugees, eine Seite, auf der der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr in Albanisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Serbokroatisch, Arabisch und Persisch erklärt, wie man bei uns Bus und fährt.

Und das ist auch http://www.test.de/handytarife-fluechtlinge, hier erfahren Flüchtlinge, was sie beachten müssen, wenn sie mit dem Handy in Nicht-EU-Ländern anrufen. Auch das ist sehr wichtig. Denn Heimweh ist ein großes Thema. „Keiner hat seine Heimat gerne verlassen“, sagt Anne Frensch.
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3 Kommentare
Monika Meurs aus Moers | 19.05.2016 | 01:14  
Jens Steinmann aus Herne | 19.05.2016 | 14:41  
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Neithard Kuhrke aus Wesel | 19.05.2016 | 23:10  
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