IHK zum Zoff zwischen Dinslaken und Voerde: Kein Ausbau der Bundesstraße 8 bis Wesel?

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Der Ausbau der Bundesstraße 8 (B8) zwischen Dinslaken und Wesel soll im Bundesverkehrswegeplan teilweise zurückgestuft werden, so die Pläne des Bundesverkehrsausschusses. "Grund dafür sind Unstimmigkeiten bei der Planung des Streckenverlaufs", fomuliert die IHK in einer aktuellen Pressemitteilung.



Weiter heißt es dort: Vom Bund in Aussicht gestellte Investitionen in die Infrastruktur gehen verloren, wenn das Projekt zurückgestuft wird, warnt die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve. Der Ausbau eines Teils der Strecke läge für die kommenden 15 Jahre auf Eis.

Die B8 zwischen Dinslaken und Wesel ist eine wichtige Verkehrsader im Straßennetz der Region. Der Bund will für den Aus- und Neubau über 100 Millionen Euro investieren. Dafür wurde das Bauprojekt im aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlich eingestuft. Laut Bundesverkehrsausschuss soll das Projekt nun teilweise zurückgestuft werden – mit Unterstützung von Bundestagsabgeordneten aus der Region.

Für Dr. Ansgar Kortenjann, Leiter Verkehr und Logistik der Niederrheinischen IHK, ist das nicht nachvollziehbar: „Die vorgesehene Investition ist dringend erforderlich. Staus und stockender Verkehr belasten Unternehmen und Anwohner.“ Es sei das falsche Signal für Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen, wenn die Region zögert, obwohl der Bund dem Ausbaubedarf eine weit überregionale Bedeutung beimisst.

Der Bundesverkehrswegeplan sah bislang vor, die A59 ab Dinslaken als B8n zweispurig bis Friedrichsfeld fortzuführen und das letzte Stück bis Wesel auf vier Spuren neu zu bauen.

Mit der geplanten Zurückstufung des 13 Kilometer langen Teilstücks ab Dinslaken droht der Region ein Verlust an Investitionen, mahnt die IHK. „Jeder eingesetzte Euro für die neue B8 bringt ein Siebenfaches an gesamtwirtschaftlichem Nutzen“, wirbt Kortenjann dafür, an der bisherigen Einstufung festzuhalten. „Wenn nur das letzte Teilstück ausgebaut wird, sind die Investitionen in diesen Bereich bis zum nächsten Bundesverkehrswegeplan gestoppt. Das bedeutet mindestens 15 Jahre.“

Uneinigkeit zwischen Dinslaken und Voerde

Grund für die Zurückstufung ist vor allem die Uneinigkeit zwischen den Städten Dinslaken und Voerde über die genaue Trassenführung der neuen B8. Eine vorläufige Planung des Verlaufs gibt es bereits, sonst wäre das Projekt gar nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Endgültig wird die Strecke allerdings erst im Planungsprozess festgelegt. Es besteht also noch Zeit zur Einigung.



Vor der abschließenden Abstimmung im Bundestag in der kommenden Woche appelliert die Niederrheinische IHK an die Bundestagsabgeordneten aus der Region, sich dafür einzusetzen, den Aus- und Neubau der B8 im vordringlichen Bedarf zu belassen. Denn die Verkehrsbelastung der B8 liegt nach Erkenntnissen der Niederrheinischen IHK bei rund 27.000 Fahrzeugen pro Tag. Das Straßennetz ist überlastet und der Verkehr staut sich besonders bei Dinslaken massiv auf. Das Gutachten „Stresstest Straße“ der IHKs im Ruhrgebiet zeigt, dass die B8 im Jahr 2030 an die Grenzen ihrer Kapazität kommt, wenn nicht gegengesteuert wird. „Das Nadelöhr B8 wird in den kommenden 15 Jahren noch enger werden, als es bereits heute ist – inklusive aller Nebenwirkungen wie Staus, Lärm und Umweltbelastungen“, so der IHK-Verkehrsexperte.
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2 Kommentare
Dirk Bohlen aus Wesel | 29.11.2016 | 11:00  
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Klaus Brinkmann aus Voerde (Niederrhein) | 03.12.2016 | 06:36  
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