Kreis Wesel ist kränker als andere Regionen. Der Grund: relativ hoher Altersdurchschnitt!

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Seit Jahren ist im Kreis Wesel ein kontinuierlicher Anstieg des Krankenstandes zu beobachten. Und nicht nur das: Der Krankenstand liegt über dem Durchschnitt des Rheinlandes. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der AOK Rheinland/Hamburg hervor.

Die Fehlzeitenquote der rund 30.000 AOK-versicherten Beschäftigten lag im Jahr 2014 noch bei 5,76 Prozent, erhöhte sich im vergangenen Jahr auf 6,09 Prozent und liegt jetzt bei 6,30 Prozent. In den anderen Kreisen und kreisfreien Städten des Rheinlandes liegt der Krankenstand nach einer Hochrechnung für das Jahr 2016 im Schnitt bei 5,84 Prozent.

Während die Zahl der Langzeiterkrankungen, also solche mit mehr als 42 Arbeitsunfähigkeitstagen, im Kreis Wesel von 1,86 auf 1,75 Prozent gesunken ist, war der Anstieg besonders bei den Kurzzeiterkrankungen spürbar: Von 4,24 Prozent im Jahr 2015 erhöhte sich der Wert auf 4,55 Prozent in 2016.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2016 mehr Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Muskel-Skelettbeschwerden (+ 2,1 Prozent), Atemwegserkrankungen (+ 1,6 Prozent), Herz-Kreislauferkrankungen (+ 1,2 Prozent) und psychischen Störungen (+ 1,0 Prozent). Auffällig für den Kreis Wesel ist auch die Dauer der Krankschreibungen. Obwohl die Fehlzeiten in den einzelnen Diagnosegruppen im Vergleich zum Jahr 2015 kürzer geworden sind, liegen sie deutlich über dem Durchschnitt des Rheinlandes.

Zum Vergleich: Im Kreis Wesel dauert es 19 Tage, bis eine Muskel-Skelett-erkrankung auskuriert ist. Andernorts hüten Arbeitnehmer bei solchen Beschwerden 16 Tage das Bett. Aufgrund von Arbeitsunfällen fehlen Beschäftigte im Kreisgebiet 27 Tage und damit fünf Tage länger als im rheinlandweiten Durchschnitt.

„Ein Grund für die Besonderheiten im Kreis Wesel ist sicherlich der Altersdurchschnitt der Beschäftigten, der höher ist als in den anderen Gebieten des Rheinlandes“, erklärt AOK-Regionaldirektorin Barbara Nickesen. „Aber jeder Tag, an dem ein Arbeitnehmer fehlt, kostet dem Unternehmen viel Geld. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit bei weiter zunehmender Arbeitsverdichtung wird nur dann gut gehen, wenn die Menschen lange gesund und fit bleiben. Dabei können wir die Betriebe und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen.“
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