Kreisausschuss diskutiert Düngeverordnung: "Nicht zu viel von außen herein bringen!"

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(Foto: Klaus Neumann)

Aktuell diskutierte der Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises Wesel die Belastung des Grundwassers mit Nitrat. Auf Antrag der SPD- Kreistagsfraktion legte die Verwaltung einen Sachstandsbericht zur Nitratbelastung vor.

Dr. Franz-Josef Stork, Leiter der Kreisstelle Kleve-Wesel der Landwirtschaftskammer NRW und zwei seiner Mitarbeitenden stellten die Beratungspraxis zur grundwasserschonenden Düngung dar. Die Einschätzung der Verwaltung und die Ausführungen der Kammer bildeten die Grundlage für eine engagierte Diskussion der Ausschussmitglieder.

Bereits in der Vergangenheit beschäftigte sich der Ausschuss mehrfach mit dem Problem der steigenden Nitratkonzentrationen im Grundwasser. Hauptgrund für den Anstieg ist die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft. Wachsende Viehbestände, Gülleimport und auch die vermeintlich umweltfreundlichen Biogasanlagen tragen zu der Problematik bei. Diese Entwicklung steht den Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die bis spätestens 2027 einen guten Zustand der Gewässer vorsieht, entgegen.

Deshalb unterstützt die Landesregierung das Beratungskonzept der Landwirtschaftskammer. Auch die Bundespolitik sieht nicht ruhig zu, sondern verschärft zurzeit die Vorgaben der Düngeverordnung. Demnach soll zukünftig weniger Gülle eingesetzt und die Lagerkapazitäten auf den landwirtschaftlichen Betrieben sollen vergrößert werden.

Dr. Stork beurteilt die Situation im Kreis folgendermaßen: „Der Kreis Wesel hat weniger ein Problem mit zu viel eigener Gülle, sondern er muss vor allem aufpassen, dass nicht zu viel von außen hereingebracht wird. Dabei trägt nach den mir bisher vorliegenden Informationen die enorme Dimension der in Hünxe angedachten Biogasanlage mit niederländischen Rückständen zu einer erheblichen Verschärfung im Kampf um die Düngungsflächen bei.“

Ob die neue Düngeverordnung in Verbindung mit dem Beratungskonzept der Kammer zu niedrigen Nitratwerten führen wird, wird sich im Laufe der nächsten Jahre zeigen. Um die Nitratkonzentrationen im Grundwasser langfristig zu senken, ist neben der Verringerung des Gülleeinsatzes in der Landwirtschaft auch ein gesellschaftliches Umdenken erforderlich. Ein reduzierter Fleischkonsum und das Vermeiden von Lebensmittelabfällen können auch einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Nitratbelastung leisten.
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Willi (Wilfried) Proboll aus Kamp-Lintfort | 16.03.2015 | 16:56  
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