Nur 12 Prozent im Kreis bildeten sich 2015 beruflich weiter: NGG fordert Qualifizierungsoffensive

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Zusätzliches Lernen kann Erfolg bringen, meint die NGG. (Foto: NGG)

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert eine „Qualifizierungsoffensive“ für heimische Beschäftigte. Denn nach Schätzungen des aktuellen Mikrozensus haben im Jahr 2015 lediglich rund 25.000 Berufstätige im Kreis Wesel an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen – das sind etwa 12 Prozent aller Berufstätigen.

„Hier ist noch deutlich Luft nach oben“, sagt Hans-Jürgen Hufer. Der Geschäftsführer der NGG Nordrhein fordert ein gesetzlich festgeschriebenes „Recht auf Weiterbildung“. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Arbeitswelt sei dies eine entscheidende Voraussetzung, um die Beschäftigten „up to date“ zu halten.

„Vom Umgang mit neuer Software bis hin zu mehr Teamkompetenz steigen die Anforderungen in fast allen Berufen“, betont Hufer. Ob Fremdsprachenkenntnisse bei der Hotelfachfrau oder die automatisierte Warenbestellung in der Lebensmittelindustrie – von den Beschäftigten werde verlangt, ständig auf dem Laufenden zu sein. „Der klassische Bildungsurlaub reicht hier nicht aus. Und nicht jeder schafft es nach Feierabend, noch aufs Berufskolleg oder zum VHS-Kurs zu gehen“, so Hufer. Per Gesetz lasse sich ein bezahltes „lebenslanges Lernen“ viel stärker in den Berufsalltag einbinden.



Dabei seien auch die Arbeitgeber gefordert. Hufer: „Die Unternehmen profitieren enorm von gut qualifizierten Mitarbeitern.“ Auch im Handwerk dürfe „Digital Literacy“ deshalb kein Fremdwort mehr sein. Der sichere Umgang mit neuen Technologien werde zunehmend genauso wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen. „Besonderen Nachholbedarf gibt es bei den ungelernten Beschäftigten. Sie nehmen bislang nur selten an Weiterbildungen teil“, sagt Gewerkschafter Hufer. Ein verbrieftes Recht auf Qualifizierung käme ihnen besonders zugute.
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