Öffentliche Toiletten am Weseler Bahnhof

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Jutta Radtke, Volker Haubitz und Sebastian Hense mit Bildern von Toilettenhaus-Modellen, wie sie in anderen Städten existieren. (Foto: privat)
  Die CDU-Fraktion wendet sich mit folgendem Antrag an die Bürgermeisterin der Stadt Wesel:

"Das Fehlen einer öffentlichen Toilette am Bahnhof wird seit Jahren von Bürgern unserer Stadt, Bahnreisenden und Gästen der Stadt Wesel beklagt. Mit diesem Antrag will sich die CDU-Fraktion dafür einsetzen, diesem Missstand endlich ein Ende zu bereiten. Es kann nicht sein, dass sich „Vesalia hospitalis“ ausgerechnet am Bahnhof an fehlenden Toiletten ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellt.

Das Problem, dass die Deutsche Bahn auf das Betreiben einer WC-Anlage verzichtet, haben viele Städte. Hier agieren die einzelnen Städte und Gemeinden recht unterschiedlich. Die einen fordern die Stadt/Gemeinde auf, gegen diesen Zustand etwas zu unternehmen, andere schließen sich dem Projekt „Nette Toilette“ an.

Die „Nette Toilette“ ist aus unserer Sicht ein gutes Angebot in der Innenstadt, dennoch am Bahnhof nicht angebracht, da umliegende Kaffees und Restaurants nicht direkt an den Bahnhof angrenzen, oder im Fall der Trinkhalle an der Friedenstraße, welche Lebensmittel verkauft, schon deshalb dort niemand auf die Toilette gehen darf.
Was machen Menschen mit Behinderungen z.B. Rollstuhlfahrer oder Senioren, die mit ihren Rollatoren unterwegs sind?
Ähnlich verhält es sich mit der STAR-Tankstelle auf der Dinslakener Landstraße. Mitarbeiter von McDonalds schicken Reisende weiter dorthin, doch auch an der Tankstelle regt sich Unmut bei der Pächterin Frau Frosch, da es sich bei STAR eigentlich um eine Kundentoilette handelt (RP berichtete hierüber bereits im Februar 2015).

Auch das Caritasgebäude ist nur zu begrenzten Öffnungszeiten zu nutzen.
Aber, was tun, wenn begrenzte Öffnungszeiten keine uneingeschränkte Nutzung der Toiletten möglich machen? Wie ist es mit Sonn- und Feiertagen? Menschen mit Behinderung, zum Beispiel mit einer Sehschwäche?

Es kann nicht sein, dass Menschen ihre Notdurft an Häuserwänden und in Türeingängen verrichten! Dies führt nicht nur zu üblen Gerüchen…

Wie Sie selber in der WDR Lokalzeit Duisburg sagten, liegt am Bahnhof ein Investiti-onsvolumen von ca. 11 Millionen Euro vor. Und da ist dann nicht mal ein WC drin?

Eine Möglichkeit wäre, im oder am bestehenden Gebäude des Bahnhofs eine Toilette zu installieren oder auf dem Bahnhofsvorplatz eine öffentliche WC-Anlage aufzustellen.
Städte wie Hamburg, Magdeburg, Reutlingen, Goch (ca. 34.000 Einwohner) und Lud-wigsfelde (ca. 25.000 Einwohner) sowie andere haben sich für ebendiese Möglichkeit entschieden und bieten eine freistehende öffentliche WC-Anlage an. Die Stadt Viersen eröffnete am 21.Mai 2014 ihre öffentliche WC-Anlage. Dank der finanziellen Unterstützung durch Mittel des Bundes und des Landes NRW konnte die dortige WC-Anlage als Teil des Förderprojektes „Soziale Stadt – Perspektive Südstadt“ verwirklicht werden.

Diese Toiletten sind barrierefrei, hygienisch und bieten eine sichere Umgebung für ihre Benutzer!

Natürlich haben wir uns auch um die Kosten Gedanken gemacht. Wir verweisen hier auf ein Angebot der Fa. Hering aus Burbach, welche als Alternative zum Kauf auch Leasing anbietet.
Neben den klassischen Finanzierungsmodellen gibt es noch zahlreiche zusätzliche Förderprogramme, durch die Kommunen bei der Umsetzung unterstützt werden.
Die KFW fördert mit dem Programm „IKU-Barrierearme-Stadt“ Maßnahmen, um kommunale und soziale Gebäude im öffentlichen Raum alters- und familiengerecht umzubauen. Dazu gehören auch barrierefreie öffentliche WC-Anlagen. Gespräche mit der DB und dem VRR über Beteiligungen an der Finanzierung halten wir für sinnvoll und möglich. Eine weitere Möglichkeit der Finanzierung kann auch Werbung sein. In manchen Städten sind ähnlich wie an Bushaltestellen, Werbeflächen an den WC-Anlagen angebracht.

Daher beantragt die CDU-Fraktion, die Fachabteilung der Verwaltung mit der Erarbeitung einer Prüfung aller Möglichkeiten zu beauftragen, mit dem Ziel, eine für alle Nutzer des Bahnhofs und für die Öffentlichkeit gute und zukunftswirksame Lösung zeitnah zu bewirken.

Mit freundlichen Grüßen

Jutta Radtke (Ratsmitglied)
Sebastian Hense (Stellv. Fraktionsvorsitzender)
Volker Haubitz (Ratsmitglied)"

Auf folgenden Seiten konnten wir diese Informationen erhalten:
www.kommunaldirekt.de
www.heringinternational.com
www.kfw.de - hier IKU-Barrierefreie-Stadt
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4 Kommentare
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Neithard Kuhrke aus Wesel | 26.02.2016 | 13:06  
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 27.02.2016 | 09:37  
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Bernhard Braun aus Essen-West | 27.02.2016 | 11:47  
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Bernfried Obst aus Herne | 29.02.2016 | 10:41  
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