Wie man sich über den regionalen Arbeitsmarkt informiert - ein Interview mit der Agentur für Arbeit

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Sabine Hanzen-Paprotta (Foto: privat)
 
Christiane Naß (links) und Beate Bahlke gehören zum Beratungsteam der Agentur. (Foto: Archiv)

Die Agentur für Arbeit in Wesel hat gut zu tun. Das allwöchentliche Pensum bei der Betreuung von Arbeitssuchenden, Kooperationen mit Bildungseinrichtungen und Unternehmen, vielfältige Beratungsangebote.

Um letztere dreht sich diese Berichterstattung. Start ins Berufsleben, Fortbildung, Berufsrückkehr, Studium, Fachausbildung: die Angebote der Agentur sind breit gefächert. Doch wie ist es um die Resonanz auf diese Leistungspalette bestellt.

Der Weseler/Xantener hat nachgefragt.

Sieben Fragen an die Agentur für Arbeit (beantwortet von Pressesprecherin Sabine Hanzen-Paprotta)

1) Wie beurteilen Sie allgemein die Resonanz auf Ihre Angebote?
Hanzen-Paprotta: "Wir bieten vielfältige Dienstleistungen für den Arbeitsmarkt wie Beratungen, Informationsveranstaltungen und ein breites Online-Angebot. Dies ist in der Region bekannt und wird auch genutzt. Allein ins Berufsinformationszentrum (BiZ) kommen jährlich rund 5.000 Einzelbesucher. Die drei Computerarbeitsplätze, an denen man Bewerbungsunterlagen erstellen, Unterlagen einscannen und ausdrucken kann, sind sehr beliebt und häufig ausgebucht. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht noch mehr Resonanz auf unsere Angebote wünschen. Eine Berufsbiografie ist heute abwechslungsreicher als früher und je nach Lebensphase sind unterschiedliche Themen wichtig, zum Beispiel Ausbildung, Studium, Karriere, Weiterbildung und Berufsrückkehr. Einen guten Einblick erhält man auf unserer neu gestalteten Homepage ( http://www.arbeitsagentur.de )."

2) Ein Schwerpunkt Ihrer Beratungsarbeit ist die „Rückkehr in den Beruf“ für Frauen. Warum ist das so?
Hanzen-Paprotta: "Wer nach einer mitunter mehrjährigen Familienphase zurück auf den Arbeitsmarkt möchte, hat meistens viele Fragen. Etwa, wie man die Arbeitssuche angeht, wie eine Bewerbung heute aussehen sollte, wo man offene Stellen findet und ob man eventuell eine Qualifizierung benötigt. Dabei hilft unsere Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, die regelmäßige Infoveranstaltungen anbietet, aber auch individuelle Fragen beantwortet. Außerdem gibt es in jeder Geschäftsstelle eigene Ansprechpartner. Wiedereinsteigende sind übrigens auch für Arbeitgeber, die Fachkräfte suchen, eine interessante Zielgruppe."

3) Werden Ihre Hotlines (Beispiel: „Perspektive Altenpflege“) stark genutzt?
Hanzen-Paprotta: "Das ist unterschiedlich, weil die Hotlines themenspezifisch ausgerichtet sind. Sie stellen ein zusätzliches Angebot dar, sich unverbindlich über Themen wie Einstieg in Pflegeberufe oder Teilzeitausbildung zu informieren. Das kann man aber nicht nur über die Hotline machen, sondern auch jederzeit persönlich oder telefonisch."

4) Wie kommen Sie bei Berufseinsteigern (Studienberatung, Bundesfreiwilligendienst, „Bundeswehr informiert“) an?
Hanzen-Paprotta: "Die monatlichen offenen Sprechstunden von Bundespolizei, Landespolizei, Bundeswehr und Zoll sind immer sehr gut besucht. Bei den Einzelveranstaltungen schwankt die Besucherzahl je nach Thema zwischen 15 und 50 Besuchern. Wir nehmen immer wieder auch neue Themen auf, um möglichst viele junge Menschen anzusprechen. Jetzt im Februar bieten wir zum Beispiel erstmals Informationen zu Designstudiengängen (7.2.) und zum dualen Studium (23.2.) an, jeweils mit Kooperationspartnern."

5) Reagieren die Arbeitgeber im Kreis Wesel auf Ihr Angebot: „Offene Stellen online melden“?
Hanzen-Paprotta: "Erste Arbeitgeber nutzen das Online-Angebot bereits. Es ist eine bequeme Möglichkeit, rund um die Uhr offene Stellen zu melden. Die Mitarbeiter des gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter melden sich dann kurzfristig telefonisch. Es ist aber auch jederzeit eine persönliche Beratung vor Ort im Unternehmen möglich. Das ist sinnvoll, wenn es um die Einstellung von Auszubildenden, Menschen mit Behinderung, Unterstützungsangebote oder die Weiterbildung von Beschäftigten geht."

6) Wie gefällt Ihnen unser Internetportal Lokalkompass und wie nutzen Sie es?
Hanzen-Paprotta: "Wir nutzen den Lokalkompass regelmäßig, um dort auf unsere Veranstaltungen hinzuweisen. Dabei ist es interessant zu sehen, wie die einzelnen Veröffentlichungen bei den Lesern ankommen und wie oft sie angeklickt werden. "

7) Hat sich Ihre Arbeit seit Schröders Agenda 2010 verändert?
Hanzen-Paprotta: "Ja, heute arbeiten wir unter anderem mit terminierten Beratungen, einem Arbeitgeber-Service als direktem Ansprechpartner für Unternehmen, einem ServiceCenter, das viele Anliegen telefonisch klären kann und rund um die Uhr mit umfangreichen eService-Angeboten. So kann man zum Beispiel einen Antrag auf Arbeitslosengeld oder Kindergeld online stellen."
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