Sportlich schnell zum neuen Beruf

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Über den schnellen Abschluss des Umschulungsvertrags freuen sich Katja Marbach-Peter (vorne), Arne Wübbenhorst (Agentur für Arbeit Wesel), Nina Thurn und Susanne Hoth (v.l.) von der THP Steuerkontor Steuerberatungsgesellschaft.
Schermbeck: Schermbeck |

Innerhalb von nur drei Wochen ergab sich für Katja Marbach-Peter mit Unterstützung der Agentur für Arbeit Wesel und ihres neuen Arbeitgebers THP Steuerkontor Steuerberatungsgesellschaft mbH aus Schermbeck eine neue berufliche Perspektive. Die ehemalige Physiotherapeutin muss sich aus gesundheitlichen Gründen neu orientieren und beginnt am 1. August eine Umschulung zur Steuerfachangestellten.

Damit ein Plan gelingt, muss es manchmal schnell gehen. Wenn daran mehrere Institutionen beteiligt sind, wird das eine sportliche Herausforderung, wie Katja Marbach-Peter erfahren hat. Glücklicherweise geriet die 34-Jährige aus Hamminkeln an Arne Wübbenhorst vom gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Wesel und des Jobcenters Kreis Wesel. Er vermittelt Steuerberatern im Kreis Wesel neue Mitarbeiter und Auszubildende und stand als Ansprechpartner im Online-Stellenportal der Arbeitsagentur. Kurzerhand rief Katja Marbach-Peter ihn an, denn sie war auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle als Steuerfachangestellte. „Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich meinen alten Beruf nicht mehr ausüben. Daher habe ich etwas Zukunftsorientiertes gesucht, das Erfolgsaussichten und Weiterentwicklungsmöglichkeiten bietet.“ Der Arbeitsvermittler gab ihr den Tipp, sich online bei der Arbeitsagentur als ratsuchend zu melden, damit ihr die Beratungsangebote offenstehen.

Da Wübbenhorst engen Kontakt zu „seinen“ Arbeitgebern hält, hatte er sofort ein passendes Unternehmen für die engagierte Frau im Sinn. Für die Kanzlei THP Steuerkontor Steuerberatungsgesellschaft hat er bereits mehrere Mitarbeiter gefunden, die in der Hauptniederlassung in Schermbeck oder der Zweigstelle in Düsseldorf arbeiten. Bei Büroleiterin Susanne Hoth stieß er mit seinem Vorschlag einer lebenserfahreneren Bewerberin auf so großes Interesse, dass sie noch am gleichen Tag zum Telefonhörer griff und ein ausführliches Gespräch mit Katja Marbach-Peter führte. Obwohl die Berufsunfähigkeit bereits durch die Rentenversicherung anerkannt war, musste die Mutter von zwei Söhnen dort zunächst einen zweitägigen Test absolvieren. Dieser fiel sehr gut aus, sodass ein persönliches Vorstellungsgespräch mit Susanne Hoth und Geschäftsführerin Nina Thurn kurzfristig folgte. Die Chemie stimmte.

Doch vor der Unterschrift unter dem Vertrag musste die Kostenübernahmeerklärung der Rentenversicherung vorliegen, und auch die Steuerberaterkammer musste zustimmen. Susanne Hoth legte sich ins Zeug, bis endlich alle erforderlichen Unterlagen zusammen waren. Genau 21 Tage nach dem ersten Gespräch zwischen Katja Marbach-Peter und Arne Wübbenhorst trafen sich alle Beteiligten zur Unterzeichnung des Umschulungsvertrags. „Ich freue mich auf die Chance und auf den Neustart“, so die Hamminkelnerin strahlend.

Fachkräftebedarf

Auch die Arbeitgeberinnen sind froh, denn der Arbeitsmarkt ist leer gefegt: „Die Fachkräftesituation ist katastrophal“, so Nina Thurn. Sehr schade findet das auch Susanne Hoth, die selbst über eine Umschulung zu dem Beruf kam: „Viele junge Leute wissen leider nicht, welche tollen Perspektiven dieser Beruf bietet, etwa über die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter, Steuerfachwirt oder Steuerberater.“ Daher steht das Unternehmen bereits seit langem den Personalvorschlägen von Arne Wübbenhorst offen gegenüber. Fast die Hälfte der 20 Mitarbeitenden wurde so rekrutiert, darunter auch Berufsrückkehrerinnen und ältere Mitarbeiter oder Umschüler wie jetzt Katja Marbach-Peter.

„Normalerweise haben wir mehr Zeit, Unternehmen mit Personalbedarf und Arbeitsuchende zusammenzubringen. Wegen des nahen Umschulungsbeginns hat es aber diesmal in rekordverdächtiger Zeit geklappt. Das ist besonders schön, weil Frau Marbach-Peter jetzt kein Jahr verliert, sondern sofort in ihre zweite berufliche Karriere starten kann“, so Arne Wübbenhorst abschließend.
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