Schmerzen sind nicht zu vermeiden: Ansichten des Weseler Wrestlers Karsten Beck

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Der Mann fügt anderen nicht gern Schmerzen zu, denn er verdient Geld mit scheinbar brachialer Gewalt: Karsten Beck aus Wesel ist Wrestler! Es war im Jahr 2006, als sich der damals 19-Jährige dazu entschloss, Wrestling auszuprobieren. Eine wegweisende Entscheidung, denn der Weseler blieb dabei!

Schon bald entwickelte Karsten eine sehr professionelle Einstellung zu "seinem" Sport. Die formuliert er so (auf die Frage, ob anderen gerne wehtue): "Nein! Wrestling ist ein Sport, bei dem man vor allem miteinander arbeitet. Ich lege meine Sicherheit in die Hände des Gegners und andersrum. Schmerzen gehören dazu und sind unumgänglich, aber wer seinem Gegner gern Schmerzen zufügt ist, im falschen Sport!"

Für Lokalkompass und den Weseler ging der 1,83-Meter-Hüne in sich und beantwortete der Redaktion einige Fragen. Lesen Sie seine Antworten hier und in der Printausgabe!

Das Schlag-auf-Schlag-Interview:

Kindheit und Jugend

In Obrighoven geboren und in einem Mehrgenerationen-Haushalt gemeinsam mit Eltern und Großeltern aufgewachsen. Vom Sankt Antonius Kindergarten, zur Gemeinschafts-Grundschule Fusternberg, zur Realschule Mitte. Als Kind Kanu beim KFL Wesel gefahren.

Ungewöhnliche Hobbys

Neben Wrestling (das hier, denke ich, sowieso genannt werden kann), den dafür nötigen besuchen im Fitnessstudio und dem Studium bleibt mir kaum noch Zeit, um überhaupt noch Zeit mit Freunden zu verbringen. Daher bleibt leider keine Zeit mehr für weitere ungewöhnliche Hobbys.

Leben in Wesel

Mittlerweile leider nur noch in den Semesterferien Weselaner, was mir sehr fehlt. Ich bin sehr froh, in Wald- und Lippewiesen-Nähe (in Obrighoven) aufgewachsen und immer noch wohnhaft zu sein. Einfach ein sehr schönes Stück Natur. Meine Zeit in Wesel nutze ich gern mit meinen Großeltern, meinem Vater und Freunden.

Schmerzen

Gehören definitiv zum Wrestling dazu. Trotz der gängigen Meinung, Wrestling sei „fake“ und damit Schauspielerei, passiert nunmal jeder Sturz und Wurf, der zu sehen ist, wirklich. Niemand fällt von einem zwei Meter hohen Ringpfosten in den Ring, ohne Schmerzen zu spüren. Und nur weil wir wissen, wie wir uns schlagen, ohne uns zu verletzen, heißt es nicht, dass diese Schläge nicht trotzdem schmerzhaft sind!

Fan-Verhalten

Fans sind wie das Publikum im Theater. Wrestling ist eine auf den Zuschauer zugeschnittene, sportliche Unterhaltungsform und lebt von den Reaktionen des Publikums. Allerdings ist es ein teilweise sehr gnadenloses Publikum, welches bei den Sprechchören und Gesängen gerne über die Grenzen des guten Geschmacks hinausschlägt. Nach den Veranstaltungen aber ein meist ein sehr dankbares Publikum, das lobt und freundlich nach Autogrammen und Fotos fragt.

Ich mag’s nicht, wenn ...

... Wrestling sofort und wenn und aber als „Fake“ abgetan wird, ohne überhaupt einen Gedanken daran zu verschwenden, wie viel Training, Körperbeherrschung, Schmerzen und Herzblut dahinter stecken. Man schaut sich auch keinen Film an mit dem Grundgedanken „das ist ja alles gar nicht echt, so ein Unsinn“, sondern lässt sich unterhalten.

Soziale Netzwerke

Definitv ein „must-have“ als Professioneller Berufsringkämpfer, um sich selbst und seine Auftritte zu bewerben. Ich bin unter „Karsten Beck“ auf Facebook und unter @thebeckstasy auf Twitter zu finden, liken, befreunden und folgen. Persönlich und privat, außerhalb des Wrestlings, bin ich jedoch kein großer Social Media-Nutzer.

Pegida

„Das Thema ist einfach zu heikel, als dass ich mich dazu in zwei Sätzen äußern könnte und wollte!“

Erholung

Für Erholung bleibt mir eigentlich kaum Zeit. Da ich mit dem Wrestling quasi jede Woche mindestens eine Stadt besuche, nutze ich meine freien Wochenenden gerne zum Lesen, Freunde treffen, Spaziergänge und für Zoobesuche. Gerne aber einfach nur mal für den ruhigen Tag auf dem Sofa.

Zukunft

Natürliche hoffe ich, wie fast jeder Wrestler, irgendwann einmal einen Vertrag in den großen Ligen zu ergattern. In Deutschland liegt meine große Hoffnung darauf, in Zusammenarbeit mit der wXw das deutsche Wrestling wieder aufzubauen. Mit geplanten 60 Tourstopps für dieses Jahr in ganz Deutschland, Tschechien und England sehe ich dort einen guten Weg eingeschlagen.
Trotzdem habe ich mit einer Berufsausbildung und meinem Studium einen Plan B, wenn ich in zirka zehn Jahren meine Stiefel an den Nagel hänge.

Führst Du ein Doppelleben?

Definitiv! Der Charakter der ich im Ring bin, ist doch ein stark anderer als der im Privatleben. Wenn du am Wochenende ein „Star“ für hunderte oder gar tausende Zuschauer in der Halle bist, du nach Fotos und Autogrammen gefragt wirst und die Leute T-Shirts mit deinem Gesicht darauf tragen, ist es dann natürlich was ganz Anderes, den Tag darauf wieder einer von Vielen auf der Arbeit oder in der Universität zu sein.

Steckbrief“ Karsten Beck
Alter: 28 Jahre
Wohnort: Wesel, während des laufenden Semesters: Bochum
Ausbildung: Ausbildung und Arbeitserfahrung als Industriemechaniker für Turbomaschinen, jetzt Student im Studienfach Gesundheit und diversity
Hobbys: Wrestling, Bodybuilding, Lesen
Wrestler: seit 2006


"Bad Bones" kontra Ilja Dragunov

Das dürfte die Fans von US-amerikanischen Sportspektakeln freuen: Am Samstag, 17. Januar, startet Deutschlands größter Wrestling-Verband Westside Xtreme Wrestling (wXw) ins Jahr: Im Fokus der Oberhausener Turbinenhalle steht ein Kampf mit besonderer Rivalität: Dabei werden drei Wrestler um die Shotgun-Championship antreten. Mit dem momentanen Titelträger „Bad Bones“ John Klinger (Bitburg) sowie den beiden früheren Champions Axel Tischer (Dresden) und Ilja Dragunov (Moskau) kommen erbitterte Konkurrenten und jede Menge Konfliktpotenzial im Ring zusammen.
Zusätzlich werden zahlreiche weitere wXw-Wrestler bei der Veranstaltung aktiv sein. Zudem reisen einige Gaststars aus den USA und Großbritannien an, um vor dem Oberhausener Publikum in den Ring zu steigen.

Beginn der Veranstaltung ist 17 Uhr, der Einlass erfolgt ab 16 Uhr. Tickets gibt es ab 13 Euro an allen Eventim-Vorverkaufsstellen - so auch beim Weseler und Xantener (Telefon 0281-339050).

Westside Xtreme Wrestling (wXw) ...

... ist Deutschlands größter Wrestling-Verband. Im Jahre 2000 gegründet, hat die Promotion schnell Kultstatus bei den leidenschaftlichen Fans erlangt. Bei wXw stehen und sitzen die Zuschauer unmittelbar am Ring. Ohne Absperrgitter entsteht so eine packende Atmosphäre. Während und nach den Events besteht die Möglichkeit, direkt mit den Stars in Kontakt zu kommen, Autogramme zu sammeln und Erinnerungsfotos zu schießen. Die Nähe zu den Fans ist ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltungen.

(alle Bilder zum Beitrag: wXw, privat, TP - Fotografie & Bildbearbeitung)
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1 Kommentar
Dirk Bohlen aus Wesel | 14.01.2015 | 15:13  
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