100 Jahre DLRG: Großes Familienfest am Auesee

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Die DLRG ist Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB),
Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV), im Deutschen Spendenrat, in der International Life Saving Federation (ILS) und der ILS-Europe.
Schirmherr im Kreis Wesel ist Landrat Dr. Ansgar Müller.

100 Jahre DLRG: Großes
Familienfest am Auesee

KREIS WESEL. Es war ein sonniger Tag auf der Ostsee-Insel Rügen. In
Binz drängen sich zahlreiche Besucher auf der Seebrücke, die darauf hin
einbricht. Über 100 Menschen stürzen ins Wasser, 17 Menschen, darunter
sieben Kinder, ertrinken. Das Seebrückenunglück am 28. Juni 1912 ist
die Geburtsstunde der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
Knapp ein Jahr später wurde die Organisation in Leipzig gegründet.

Die ersten Bezirke am Niederrhein entstanden 1925 in Dinslaken, Moers und
Wesel, bevor die örtlichen Rettungsschwimmer mit der kommunalen
Neugliederung vor fast vierzig Jahren im Kreis Wesel neu gebündelt
wurden. Am Sonntag (16. Juni 2013), feiern die Rettungsschwimmer ihren
100. Geburtstag mit einem großen Familienfest am Weseler Auesee.

Drastische Reduzierung der Ertrinkungsfälle

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ertranken 5.000 Menschen jährlich.
Seit der Gründung hat sich viel getan. Die DLRG hat sich zur weltweit
größten freiwilligen Wasserrettungsorganisation der Welt entwickelt.
Mit 1,1 Millionen Mitgliedern und Förderern haben es die Retter in den
roten Badehosen geschafft, den Anteil der Schwimmer in der Bevölkerung
von drei Prozent auf 80 Prozent zu steigern. Gleichzeitig sank die Zahl
der Ertrinkenden um über 90 Prozent. Im Kreis Wesel gibt es in elf
Städten und Gemeinden Ortsgruppen der Rettungsschwimmer. Fast 13.000
Stunden standen die Rettungsschwimmer hier im vergangenen Jahr am
Beckenrand, um den Niederrheinern das Schwimmen beizubringen.

„Dabei haben wir 1.000 Schwimmabzeichen abgenommen und fast 400 Menschen zu Rettungsschwimmern ausgebildet“, erklärt Bezirksleiter Helmut
Gangelhoff. Besonders freut er sich darüber, dass ihre jahrelange
Arbeit im Kinderbereich nun endlich erste Früchte trägt. Bundesweit
sind im vergangenen Jahr nur noch 18 Mädchen und Jungen unter 15 Jahren
ertrunken, das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen durch
die DLRG. „Vor zehn Jahren starben noch fast 100 Menschen in dieser
Altersklasse“, erklärt Gangelhoff.

Die DLRG führt dieses positive Ereignis auch auf die frühzeitige Aufklärungsarbeit im Kreis Wesel zurück. Mehrmals jährlich sind die Wasserretter im gesamten Kreis unterwegs, um in Kindergärten spielerisch die Baderegeln zu vermitteln. Die DLRG ist Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV), im Deutschen Spendenrat, in der International Life Saving Federation (ILS) und der ILS-Europe.

Schirmherr im Kreis Wesel ist Landrat Dr. Ansgar Müller.

Vier Lebensrettungen in einem Jahr

Die Gesamtbilanz der ehrenamtlichen Rettungsschwimmer kann sich sehen
lassen: Mit über 200 aktiven Rettungsschwimmern, 60 Bootsführern und
über 100 Ersthelfern hat die DLRG im letzten Jahr vier Menschen im
Kreis Wesel vor dem Ertrinken gerettet und in 12.000 Wachstunden über
100 Mal Erste Hilfe geleistet. Aktuell sitzen die 30 ausgebildeten
Katastrophenschützer auf gepackten Taschen, um im Falle der Alarmierung
sofort in die Hochwassergebiete auszurücken. Doch derzeit sieht es so
aus, als ob die Einsatzkräfte im Süden und Osten des Landes auch ohne
die Retter vom Niederrhein auskommen.

Großes Familienfest am Auesee

Zeit genug also für ein großes Familienfest am Sonntag (16. Juni 2013)
am Weseler Auesee. Die Klever Rettungsschwimmer übergeben in Höhe der
Weseler Rheinpromenade um 10:00 Uhr einen Staffelstab an die Weseler
DLRG, mit dem das Familienfest dann um 11:00 Uhr am Auesee in
Anwesenheit verschiedenster Gäste aus Politik und befreundeten
Organisationen eröffnet wird. Neben einer Präsentation der
Rettungsgeräte sind dann auch Rundfahrten mit den Rettungsbooten
möglich. Auch während des Festes wird den Vorschulkindern auf
spielerische Art und Weise der Umgang mit den Wassergefahren
beigebracht.

Aus Alpen nehmen die Vizeweltmeister im Rettungsschwimmen jede Herausforderung an und die Moerser Einsatztaucher beweisen ihr
Können auch unterhalb der Wasseroberfläche. Neben Wasserspielgeräten,
Hüpfburg und Spielmobil ist auch die kurze Auffrischung der eigenen
Erste-Hilfe-Kenntnisse möglich. Die Rettungsschwimmer garantieren, dass
es nicht langweilig werden wird. „Und das gilt bei der DLRG nicht nur
für diese Veranstaltung“, schmunzelt Helmut Gangelhoff.
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1 Kommentar
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Michael Conrad aus Alpen | 11.06.2013 | 13:27  
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