175 Jahre buntes Feldmarker Vereinsleben: Schützen "Vorm Clever Tor" feiern ab Freitag

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Im Jahr 1948, beim ersten Schützenfest nach dem Kreig, lassen die Aktiven das Königspaar Ewald Ressel und Ottilie Hertrampf hochleben! (Foto: privat)
 
Die amtierenden Regenten Heike und Michael Knipping. (Foto: privat)

Man schrieb den 20. Juli 1839, die Feldmark vor den Toren der Stadt Wesel, war stark von der Landwirtschaft geprägt, da fanden sich einige Feldmarker Bürger zusammen und hegten den Wunsch, einen Schützenverein zu gründen.

Sie fassten einen Beschluss, so war es in dem Protokoll zu lesen, welches noch bis zum 2. Weltkrieg im Stadtarchiv aufbewahrt wurde. Die Gründung erfolgte dann im Juni 1840. Der Schützenverein Feldmark zu Wesel war geboren.

Zunächst wurde die erste Kompanie geschaffen. Mitglieder, die aus dem Bereich bis hin zur Stadtmauer (Steintor) meldeten sich an. Eine zweite Kompanie wurde gebildet. Hier waren Bürger aus dem Bereich der Reeser Landstraße bis zur Grenze zu Flüren.

Da zur damaligen Zeit im Stadtgebiet zu Wesel eine Reihe weiterer Schützenvereine gegründet wurden, beschloss man 1859, dem Schützenverein Wesel-Feldmark zur besseren Unterscheidung zu den anderen Vereinen den Beinamen „vor´m Clever Tor“ (vor dem Clever Tor) zu geben. Dies hatte den Ursprung darin, dass man die Gemarkung Feldmark von der Stadt kommend, das Clever Thor passieren musste.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde bereits im Jahre 1919 wieder ein Schützenfest gefeiert, hatte man doch erkannt, dass der Schützenverein durch seinen Zusammenhalt und seine Geselligkeit auch in schweren Zeiten eine Bereicherung für die Feldmark ist und die Menschen für einige Zeit das Grau des Alltags vergessen lassen.

Im Jahre 1920 konnte das Tambour-Corps gegründet werden und 1924 wurde der Reiterzug in Leben gerufen. Einen bösen Einschnitt ins Vereinsleben erfuhren 1938 die Schützenvereine durch die Nationalsozialisten sowie durch den 2. Weltkrieg.

Eine Feier anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Feldmarker Schützenvereins konnte nicht begangen werden. 1945 hatte man den Eindruck und die Sorge, dass mit der bedingungslosen Kapitulation das alte Schützenbrauchtum sein Ende gefunden habe. Dies stellte sich aber sehr bald als Trugschluss heraus.
Bereits im Frühjahr 1948 fanden sich frühere Schützenkameraden des Vereins zu einer Versammlung ein - am 11. Und 12. September des Jahres konnte das erste Nachkriegs-Schützenfest ausgerichtet werden. Geschossen werden durfte nur mit der Armbrust und das Tragen der Uniform (Schützenanzug) wurde noch nicht erlaubt. Seither nahm das Vereinsleben, bedingt durch die Besiedlung der Feldmark, einen ungeahnten Aufschwung.

1970 wurde dem Wunsch vieler Schützenkameraden Rechnung getragen, zukünftig etwas „karnevalistisches“ zu gestalten. Sie beschlossen, das „Karnevals-Komitee vor´m Clever Tor“ zu gründen. 1973 wurde ein Jungschützenzug ins Leben gerufen.

1974 wurde dann eine moderne Schießsportanlage mit Klubräumen und Toilettenanlage auf dem erstellt neu erworbenen Grundstück am Ende der Ackerstraße erstellt. Man zog vom bisherigen vertrauten Schützenplatz am Tannenhäuschen um auf den neuen Platz. Die Verbindung zu den anderen Schützenvereinen hat sich gefestigt und Freundschaften geschaffen.

1990 wurde im großen Stil das 150-jährige Bestehen gefeiert.
Vom 19. bis 22. Juni soll nun der 175. Geburtstag gefeiert werden.
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