Der letzte Vorstoß ins Ungewisse im Museum Zeche Nachtrigall in Witten

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Auch die Hauerschicht gehört zu den Attraktionen des Museums im Wittener Muttental. (Foto: LWL-Museum Zeche Nachtigall/Appelhans)
Witten: Zeche Nachtigall |

„Vorstoß ins Ungewisse – 300 Jahre Bergbau im Hettberg“. Im April letzten Jahres öffnete die Sonderausstellung im LWL-Museum Zeche Nachtigall ihre Porten. „Die letzten beiden Führungen durch die Sonderausstellung finden 2016 am 29.11. und 13.12. statt“, erzählt Nancy Schumacher, wissenschaftliche Volontärin im Museum im Muttental. Beides sind Sonntage. Die Ausstellung erinnert an die Bergbauhistorie des Geländes, auf dem heute das Museum beheimatet ist.

1714 wurden die Steinkohleflöze im Hettberg zum ersten Mal „aktenkundig“. In der Folgezeit entwickelte sich im Grubenfeld der Zeche Nachtigall ein Bergwerk, das für die Industrialisierung der Region eine wichtige Rolle spielen sollte und in Gestalt des Besucherbergwerks bis heute fortlebt. Die Ausstellung erinnert an die Goldgräberstimmung von einst und macht die verlorenen Räume im, um und unter dem Hettberg erfahrbar. Sie zeigt Bilder vom Geschehen aus drei Jahrhunderten – unter wie über Tage. Das Spektrum der Exponate reicht vom ältesten erhaltenen Förderwagen des Ruhrgebiets bis zu einer digitalen Rekonstruktion des Grubenfeldes unter der Zeche Nachtigall.
140 Reichstaler betrug die Summe, für die Freiherr Friedrich Christian Theodor von Elverfeldt im Jahr 1743 einigen Bauern ihre Anteile am Feldbesitz im Bereich des Hettbergs abkaufte. Ein gutes Geschäft: Bis zum Ende des Jahrhunderts sollte sein Nachfahre Freiherr Levin von Elverfeldt Anteile von insgesamt 39 Bergwerken entlang der Ruhr besitzen. Zeitgenössische Landschaftsbilder und Abbildungen, die die adeligen Zechenbesitzer in repräsentativer Kleidung zeigen, führen die Besucher zurück ins 18. Jahrhundert. Nach dem gemalten Vorbild hat das LWL-Industriemuseum zwei Kostüme schneidern lassen.

Klischeebilder

Wenn man vom Ruhrgebiet spricht und gewisse Klischeebilder vor Augen hat, gehört das der Tiefbauzechen sicher zu den Klischeebildern schlechthin. 1832 begann das Abteufen des ersten Tiefbauschachts der Zeche Nachtigall – womit nichts anderes als der ein neues Kapitel der Kohleförderung aufgeschlagen wurde. Hier in Witten. Möglich machte diese Förderung eine Dampfmaschine aus der Maschinenbauanstalt Friedrich Harkort in Wetter. Die Zeche expandierte auch dank erfinderischer Mitarbeiter und gehörte Mitte des Jahrhunderts mit etwa 500 Beschäftigten zu den größten Zechen des Ruhrgebiets.
An all das erinnern die letzten Führungen. Sie beginnen jeweils um 11 Uhr. Die Kosten für die Führung sind im Museumseintritt (Erwachsene 3 Euro, Kinder 1,50 Euro, Familienkarte 7,50 Euro) enthalten.

Anmerkung
In einer früheren Version dieses Textes wurde berichtet, die Ausstellung "Vorstoß ins Ungewisse" ende im Dezember 2016. Inzwischen hat sich die Museumsleitung jedoch dazu entschlossen, die Ausstellung bis Ende Juno 2016 fortzuführen.
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