Der Trabi: Nach 33 Jahren von Geschichte überrollt

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Uli Hellmeisters legendärer Schalke-Trabi drehte auch schon im Gelsenkirchener Parkstadion vor "voller Hütte" eine Ehrenrunde. Foto: amö
 
Frank Wappler, Wittener Haarstylist und Ex-KSV-Ringer, präsentierte mit "Begleitung" stolz seinen Scheinwerfer-technisch toll aufgemotzten Trabi am ungarischen Balaton-See.

Kleiner Stinker knatterte
durch die Republik

Vor 25 Jahren am 30. April anno 1991 rollte der letzte Trabi vom Band, obwohl der kleine Stinker zwei Jahre zuvor noch zum "Auto des Jahres" gekürt wurde. Und Chancen, einen Designer-Wettbewerb zu gewinnen, hatte der Sachsenporsche nie. Aber dafür Aufmerksamkeit.

Über drei Jahrzehnte war er nicht nur der Volkswagen der Ostdeutschen, sondern er galt als die DDR auf Rädern: klein und laut, matt im Lack, kärglich ausgestattet, angestaubte Technik - aber immerhin, er fuhr. Und DDRler über 19o Zentimeter Körpergröße sagten: "Lieber Gott, mach mich krumm, dass ich in den Trabi kumm."

Was haben Bürger der Deutschen Demokratischen Republick - die zehn Jahre und länger warten mussten, bis sie den kleinen, lauten und nur 26 PS starken Trabant ihr Eigen nennen durften - ihm nicht alles für Namen verpasst: Gehhilfe, Plaste-Porsche, Duroplastbomber, überdachte Zündkerze und Rennpappe: Aber trotz aller Unzulänglichkeiten - Trabi-Frust, Trabi-Lust - er wurde geliebt.

33 Jahre lang war die westsächsische Stadt Zwickau die Wiege des Trabant: Vom P50, der ab 1957 unter dem Sachsenring-Logo produziert wurde, über den P60 als Modell der 60er-Jahre bis hin zum berühmten P 601 (Bürgerspott: 600 haben ihn bestellt - einer kriegt ihn), der mit der bevorzugten himmelblauen Farbe die Straßen der DDR prägte – und am Ende auch zum Symbol für Stagnation und die Verbohrtheit der politischen Führung wurde.

Eine blaue, stinkende Abgasfahne hinter sich herziehend, knatterte der Zweitakter - resistent gegen Weiterentwicklungen - durch den DDR-Alltag. Seit 1958 rollte er in Serie aus den Produktionshallen des VEB Sachsenring in Zwickau. Vor der Wende war der Trabi das einzige Auto, das gebraucht einen höheren Preis erzielte als fabrikneues Fahrzeug. Nach der Wende wurde der Trabi geschmäht. Die ostdeutschen Autofahrer stiegen auf schnittigere West-Fabrikate um und potenzielle Kunden in Osteuropa konnten nach der Währungsunion mangels Devisen das Auto nicht mehr bezahlen.

Doch "Renn-Pappe" hin und "Duroplastbomber" her, 25 Jahre nach dem offiziellen Aus für den vielgeschmähten "Ossi" tuckern immer noch einige Tausend Trabis über deutsche Straßen, und die Liebe zum kleinen "Stinker" scheint ungebrochen. Weit über 100 Fanclubs in ganz Deutschland outen sich mittlerweile als "Ostalgiker" und huldigen ihrem kleinen Liebling. Wissen sie doch, dass dem knatternden "Schuhkarton auf vier Rädern" absoluter Kultstatus zugeschrieben wird.



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