„Ich knüpfte manche zarte Bande“ - Die Operette "Der Bettelstudent" im Saalbau

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Oberst Ollendorf (l.) stattet dem Gefängnis einen Besuch ab.
Witten: Saalbau |

„Der Bettelstudent“ von Carl Millöcker gehört zu den erfolgreichsten Operetten in deutscher Sprache. Im Saalbau konnten sich jüngst die Wittener Fans dieses Genres überzeugen, warum das so ist.

Der sächsische Oberst Ollendorf, der aufgeblasene Gouverneur von Krakau, verträgt kein Nein. Deshalb plant er, sich an der adeligen, aber finanziell ruinierten Schönheit Comtesse Laura und ihrer Familie für seine Zurückweisung zu rächen. Der inhaftierte Bettelstudent Symon kommt da gerade wie gerufen: Wenn dieser sich als reicher Fürst ausgibt und Laura dazu bringt, ihn zu heiraten, wäre sie dem Gespött der Gesellschaft ausgesetzt. Danach würde Ollendorf sie trösten. Symons Freund Jan, vermeintlich auch ein mittelloser Student, mimt dessen Sekretär. Er will aber nicht nur aus dem Gefängnis, sondern Krakau zurück unter polnische Herrschaft bringen. Es kommt, wie es kommen muss: Symon und Laura verlieben sich tatsächlich in einander. Aber war passiert, wenn die Braut die Wahrheit über Symons Herkunft erfährt?
Das Stück feierte seine Uraufführung 1882 in Wien, kann aber trotz seines historischen Stoffs auch heute noch das Publikum berühren. Zeitlose Themen wie die Liebe zwischen Menschen verschiedener Milieus, Korruption („,Wie viel‘ ist seit jeher das Zauberwort der Diplomatie“) und Männer, die glauben, jede Frau haben zu können, beschäftigen und amüsieren weiterhin. Auch Lieder wie „Ich knüpfte manche zarte Bande“ rissen die Zuschauer mit.
Die klassische Inszenierung des Ensembles der „Johann Strauß-Operette Wien“ wurde in Witten begeistert aufgenommen. Die Leistung der Schauspieler, Tänzer und Sänger wurde mit viel Applaus und Lachen honoriert. Besonderen Gefallen fand die Rolle der stets hungrigen Schwester Lauras, Bronislawa (gespielt von Anita Tauber).
Zum Abschied ließ Kerkermeister Enterich noch eine „Drohung“ verlauten: „Wir kommen wieder!“ Ein wenig gedulden muss man sich allerdings schon. Denn die Strauß-Operette kommt mit „Die Csárdásfürstin“ erst im Januar 2018 erneut in die Ruhrstadt. Weitere Infos auf www. konzertdirektion-schmidtke.de.
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