Vom Krankenhausfunk zum Bürgerfunk im EN-Kreis - 40 Jahre Radio-Zeitgeschichte im Märkischen Jahrbuch

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Kinder machten 1986 Programm: Regelmäßig gehörten Radioproduktionen zum Pro­gramm der Witte­ner Ferienspiele, die dann natürlich „live“ in die Patienten­zim­mer gesendet wurden. Hier helfen (v.l.) Rudi Müller (heute bei den Stadt­werken Witten), Andrea Seils (heute Pfarrerin im Kirchenkreis Bielefeld) und Steffen Fröhlich (heute Rats­mitglied in Witten) den Mädchen und Jungen bei den Sprech­proben. (Foto: Wolfgang Rehr (†))
Witten: Märkisches Museum |

Ein Stück Radiogeschichte der Region ist Teil des kürzlich erschienenen Jahrbuchs des Vereins für Orts- und Heimatkunde (VOHM) gewor­den. Fast 40 Jahre lang wurde im Tonstudio des EvK Witten Ra­dio produziert – erst als Wunschkonzert für die Patienten, dann mit selbstge­mach­ten Sendungen im Bürgerfunk von Radio Ennepe Ruhr.

Michael Winkler, der ehemalige Öffentlichkeitsreferent der Diakonie Ruhr, lässt die 40 Jahre ab 1976 anschaulich Revue passieren: Waren es erst Schallplatten, die aufgelegt wurden, kamen später die CD-Silberlinge und zuletzt die mp3-Da­teien zum Einsatz – genauso wie die großen Revox-Bandmaschinen vom Com­puter abgelöst wurden. Was als Unterhaltung und Abwechslung für die Pa­tienten begann, wechselte in den 90-Jahren zu semi-professionellen Wortbei­trä­gen über Medizin und Kirche, Soziales und Heimat­kundli­ches, Kunst und Kultur aus dem Kreis – zusammengestellt mit Musik eigener Wahl. So wurde das RuhrstadtStu­dio für ei­nige Ma­cher zu einem kleinen Talentschuppen.

Weitere Themen

Neben Winkler steuerten noch „Intendant“ Diakon Dieter Pfarre und der Herd­ecker Peter Dzia­dek (heute Vorsitzender der Veranstaltergemeinschaft von Radio En­nepe Ruhr) so­wie Christian Lukas und Marek Schirmer von „Antenne Witten“ Bei­träge bei. Auch einige bisher unveröffentlichte Fotos von Studio­gästen illust­rieren die per­sön­lichen Berichte: Sie zeigen zum Beispiel Volkssän­ger Heino am Kran­kenbett sowie den Bochumer Comedian Hennes Bender und Staatssekretär Ralf Brauksiepe (Hattingen) bei guter Laune am Studiotisch.
Das 116. Jahrbuch enthält mit seinen elf Aufsätzen Beiträge zum Stiepeler Got­tes­haus im Mittelalter, zu Bochum im vorindustriellen Zeitalter, zur Hammer­schmiede Ibach in Sprockhövel, zur öffentlichen Sicherheit in Bochum um 1800, zur Stiftsmühle in Herdecke um 1800 und zum Verhältnis von Katholi­zismus und Nationalsozialismus in Bochum. Damit wird sowohl räumlich als auch zeitlich ein großer Bereich abgehandelt. Zwei Aufsätze berichten über den Tod des Wen­nemar von Brempt im Jahre 1585 sowie über Fotografen aus Wit­ten im Zeit­raum 1860-1950.
Das Jahrbuch mit 290 Seiten - erschienen im renommierten Klartext-Verlag - kann für 25 € im Buchhandel erworben werden und wird an die Vereinsmitglie­der, die einen jährlichen Beitrag von 20 € zahlen, kostenfrei abgegeben. – Wei­tere Infos unter www.vohm.de und www.ruhrstadtstudio.org .
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