Wittens Folkmutter wäre 90 geworden

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Für den musikalischen Rahmen sorgten Guntmar Feuerstein (Bild) und Jan Christoph Dämpfer.

Sie wäre vor wenigen Tagen 90 Jahre alt geworden – Hildegard Doebner. Anlässlich dieses Geburtstags trafen sich einige Leute, die Wittens „Folkmutter“ noch persönlich gekannt hatten, in der Werkstadt, um Hildegard Doebner zu gedenken.

Es war ein durchweg frohes Gedenken. Erzählt wurden jede Menge Dönekes und Anekdoten aus dem Leben von „Hilde“, die 2000 im Alter von 72 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben war.
„Sie war es, die vor mehr als 40 Jahren quasi das Kreativ-Quartier im Wiesenviertel gegründet hat“, so Lilo Dannert, Weggefährtin von Hildegard Doebner und erste Vorsitzende von „Witten Folk“.
1974 gründete Hildegard Doebner den Wittener Folkclub, der schnell über die Stadtgrenzen Wittens bekannt wurde. Größen der Szene wie Lydie Auvray, Stoppok, Ray Austin, Hannes Wader, Brenda Wootton, Liederjan und viele andere traten dort auf – und nächtigten anschließend bei Hildegard Doebner, die, so der Tenor, „immer ein offenes Haus und ein Dutzend Matratzen auf dem Dachboden liegen hatte“.
Geschichten um die „Mutter Theresa der Folkszene“ machten zuhauf die Runde, während Guntmar Feuerstein und der zweite Vorsitzende von Witten Folk Jan Christoph Dämpfer in Wohnzimmeratmosphäre für musikalische Unterhaltung sorgten.
Gefeiert wurde eine Frau, die mit ihrer Liebe zur Musik nicht nur die deutsche, sondern auch die internationale Folk-Szene nachhaltig geprägt hat. Mit ihrer Krankheit schlief auch der Wittener Folkclub Ende der Neunzigerjahre ein.
Im Jahr 2005 trafen sich einige Weggefährten Hildegard Doebners und gründeten Witten Folk. Lilo Dannert: „Wir haben bewusst einen anderen Namen gewählt, denn das, was Hilde geleistet hat, kann niemand erreichen. Aber es ist uns gelungen, die Szene in Witten wiederaufleben zu lassen, und wir haben auch schon viele Künstler, die bereits für Hilde gespielt haben, wieder nach Witten holen können.“
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