Annener Bilderspaziergang

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Einen „historischen Bilderspaziergang“ nennt der Wittener Journalist Chris­tian Lukas sein Buch „Witten-Annen“. Archivbilder heißt die Reihe, in der es erschienen ist und die vom Erfurter Sutton-Verlag her­ausgegeben wird.

Drei Bücher anderer Autoren sind dort bereits mit historischen Ansichten aus der Ruhrstadt veröffentlicht worden. Zwei über Witten im allgemeinen, eines im speziellen über das Wittener Hallenbad.
Mit dem Buch „Witten-Annen“ fokussiert der 41-jährige Autor nun seinen Blick auf den nach der Innenstadt einwohnerreichsten Stadtteil. Als Buchautor ist Christian Lukas eigentlich in einem ganz anderen Metier daheim: Als Filmjournalist hat er über 20 Bücher über TV-Serien und Filmgenres verfasst, außerdem schreibt er Heftromane.
Doch das Buch über den Stadtteil ist für den Annener, der 1990 seine ersten journalistischen Gehversuche bei „Witten aktuell“ unternahm, eine Herzensangelegenheit gewesen. „Annen ist kein Stadtteil, der nach außen glänzt. Die Probleme der Gegenwart sind in der Stadt bekannt. Aber es ist ein großer Fehler, den Blick auf Annen auf die Probleme der Gegenwart zu beschränken. Wenn man sich von diesem Blick löst und die Augen öffnet, öffnet sich dem Betrachter eine faszinierende Geschichte des Ruhrgebiets im Kleinformat. Annen ist alt, über 860 Jahre, aber auch auf eine für das Ruhrgebiet typische Art und Weise jung.“ Die ältesten Fotografien dieses Buches stammen aus den 1890er Jahren; einer Zeit des Wachstums, das viele Menschen dazu veranlasst hat, sich in diesem westfälischen Ort niederzulassen und eine neue Heimat zu finden. „Dieses Wachstum spiegelt sich bis heute in den Gebäuden und der gesamten Struktur des Ortskerns wider. Wenn man sich historische Aufnahmen zur Hand nimmt und diese mit der Gegenwart vergleicht, wird diese Geschichte offensichtlich.“
Christian Lukas nimmt die Leser mit auf eine Tour, die vergessene Ansichten zeigt. Wie etwa die einst bedeutenden Annener Glashütten, das Krupp-Werk, das bereits Mitte der 1920er Jahre die Pforten schloss, oder die Zechen, die das Ortsbild lange Zeit prägten.
„Die Fotos des Buches stammen zu einem großen Teil aus ganz privaten Familienarchiven.“ Auch der Annener Geschichtsverein half, ebenso die Kirchen vor Ort. Viele Klinken hat der Autor geputzt, um die über 230 Aufnahmen zusammenzubekommen. Aufnahmen, die nicht selten an Menschen, Straßen, Vereine, aber auch dunkle Stunden erinnern, deren Spuren ohne diese fotografischen Zeugnisse längst verweht wären.
Annen ist aber mehr als der Ortskern rund um die Annen- und Bebelstraße. „Nicht nur Wullen gehört mit seiner Uni zu Annen, auch das Ardey- und das Borbachtal gehören ebenso zum Stadtteil wie der Wartenberg.“
Und Gedern – womit Annen, was oft übersehen wird, direkt an der Ruhr liegt. Auch den äußeren Bezirken widmet sich der Autor ausführlich, im letzten Kapitel spaziert er außerdem nach Rüdinghausen. „Rüdinghausen wurde am
1. April 1922 von dem damaligen Amt Annen eingemeindet. Beide Stadtteile sind nicht nur historisch eng miteinander verwoben. Wenn man einmal einen Blick auf eine Karte der Stadt Witten wirft, die die Gemarkungsgrenzen der Stadtteile exakt aufführt, ist man sogar als Ur-Wittener oft überrascht, wo teilweise Grenzen verlaufen.“
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