Auf ein Wort: Du sollst Vater und Mutter ehren

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Dr. Heike Ernsting von der Trinitatis-Kirchengemeinde
Vater und Mutter in Ehren zu halten, gehört zu den 10  Geboten und damit zum ethischen Kern des jüdisch-christlichen Glaubens.
Aber auch über die Religionen hinaus ist das Gebot allgemein anerkannt, gehört doch gegenseitiger Respekt, Liebe und Fürsorge zum Grundgerüst einer Familie.
Zum Muttertag und immer mehr auch zum Vatertag wird diese Ehrung besonders zum Ausdruck gebracht: mit Blumen, mit einem Frühstück am Bett, mit selbstgemalten Bildern, mit gemeinsam verbrachter Zeit. Ein zeichenhafter Dank für das, was Mütter und Väter täglich, oft unscheinbar und mit großer Selbstverständlichkeit, für Kinder tun oder einmal getan haben.
Ins Leben gerufen hat den Muttertag 1907 die Amerikanerin und Methodistin Anna Maria Jarvis, die den Todestag ihrer verstorbenen Mutter mit einer Andacht feierte. Auf ihr Engagement hin wurde der Muttertag 1914 in den USA ein offizieller Feiertag. In Deutschland wurde der „Tag zur Ehrung der Mütter“ 1923 auf Betreiben des Verbandes Deutscher Blumengeschäftsinhaber kommerziell beworben. Offizieller Feiertag wurde er 1933 unter den Nationalsozialisten, die den Muttertag ideologisch nutzten, um das Ideal der deutschen Mutter, die möglichst viele Kinder für das Volk und für den Kriegsdienst gebar, zu zelebrieren. Mit diesem ideologischen Missbrauch hatte der Muttertag sozusagen seine Unschuld verloren.
Kommerzialisierung und eine gewisse Überhöhung von Mutter und Mutterschaft verzerren auch heute noch den eigentlich schönen Anlass des Tages: Du sollst Vater und Mutter ehren - am Mutter- beziehungsweise Vatertag geschieht das mit kleinen Gesten und Zeichen. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.
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