Einkaufen mit allen Sinnen: Shoppen die Wittener lieber bei lokalen Einzelhändlern oder online im Internet?

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Horst Annas: „Ich habe Bargeld in der Tasche.“
 
Maya Leimbach: „Kleidung muss ich anprobieren.“
Witten: Innenstadt |

Online-Shopping ist ein neuzeitlicher Trend, dem sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr Menschen zugewandt haben. Auch in Witten wird der Einkauf per Mausklick zu einem immer größeren Thema. Witten aktuell befragte daher die Bürger, ob sie Produkte tendenziell online oder bei den heimischen Händlern in den Geschäften vor Ort kaufen.


Das Kaufverhalten der Wittener Bürger ist gespalten. Insbesondere für die jüngeren Menschen wird das Online-Shopping immer selbstverständlicher. Der Großanteil der älteren Generationen hingegen bleibt den heimischen Läden treu. So begibt sich auch Horst Annas zum Einkaufen ausschließlich in die Geschäfte vor Ort. „Ich habe keinen Computer, aber dafür Bargeld in der Tasche. Wenn sich der Online-Trend fortsetzt, ist das ganz schlecht. Die Leute werden immer bequemer und gehen nicht mehr raus. Das ist nicht Sinn der Sache, denn die Läden wollen auch leben. Die großen Geschäfte machen die kleinen kaputt“, sagt der 76-jährige.
Auch Margret Pilz, 67 Jahre alt, ist gegen den Einkauf im Internet, trotz der Tatsache, dass sie mit den Einkaufsmöglichkeiten in Witten unzufrieden ist. „Ich kaufe gar nicht online, denn noch möchte ich fühlen, sehen, anfassen und probieren. Auch mein Bekanntenkreis geht zusammen shoppen. Wir sollten den Ortskern unterstützen, wobei das schwierig in Witten ist. Es ist nicht schön hier einzukaufen, denn es fehlen viele Fachgeschäfte. Wenn das so weiter geht, ist das das Ende in Witten“, sagt sie.

Junge Leute wenden sich dem Online-Shopping zu

Die jüngeren Generationen unter den Wittenern haben sich im Gegensatz dazu auch dem Online-Versandgeschäft zugewandt, weil sie hierbei klare Vorteile sehen. Dabei wägen die meisten von ihnen aber auch die Nachteile des Einkaufs im Internet gegenüber den Vorteilen im Einzelhandel ab, was dazu führt, dass kein einziger der Befragten vollends auf das Einkaufen in den heimischen Läden verzichtet, sondern dass sie eine Mischung aus beiden Kaufoptionen entwickelt haben. Auch bei Maya Leimbach ist dies der Fall. „Ich kaufe zur Hälfte online und zur Hälfte in Geschäften. Im Internet bestelle ich mir meistens elektronische Geräte, Taschen oder Schuhe. Denn in Onlineshops ist die Auswahl besser und die Produkte gibt es in allen Farben“, sagt die 19-jährige. Kleidung kauft sie, wie viele der Befragten, jedoch ausschließlich im Geschäft. „Anziehsachen muss ich anprobieren und die Kleidung im Internet sieht oft anders aus. Außerdem gibt es hier keine Versandkosten und Lieferzeiten. Ich denke aber, dass kleine Boutiquen in Zukunft Probleme bekommen könnten“, so Maya Leimbach.

Persönliche Beratung wird besonders geschätzt

Auch der 22-jährige Abbas Zhour bevorzugt es, seine Kleidung und zudem auch elektronische Geräte in den heimischen Läden zu kaufen, da er das Fachwissen der Einzelhändler schätzt. „Hier kommt es zu persönlichem Kontakt, Hilfe und Empfehlungen. Ich bekomme eine erstklassige Beratung, wodurch der Preis gerechtfertigt ist“, sagt er. „Ich glaube, dass es nie dazu kommen wird, dass das Kaufen beim heimischen Händler von Online-Shopping abgelöst wird, aber es gibt Statistiken, die einen leichten Rückgang anzeigen. Online kaufen geht einfach schneller als draußen, die Bezahlung ist einfacher und es existiert eine bessere Verfügbarkeit.“ Auch sein Bruder Ahmad Zhour, 27 Jahre, teilt dessen Meinung und ergänzt: „Aber beim Online-Shopping hat man nicht den Geldwert vor Augen, sondern den Klick. Der Versandhandel boomt. Trotzdem müssen wir nicht befürchten, dass gleich die Läden zumachen.“

Preisvergleiche zwischen Internetanbietern und lokalen Einzelhändlern

Während der Befragung hat sich zudem ein weiteres spezielles Kaufverhalten herauskristallisiert. Unter den Wittener wird es immer beliebter, Online-Preise und Preise in den örtlichen Läden miteinander zu vergleichen und dann eine Entscheidung zu treffen. Auch Christian Jäger handelt manchmal nach diesem Muster. „Lebensmittel kaufe ich natürlich beim heimischen Händler, aber ich bestelle auch viel online, denn das geht einfach schneller. Man hat das Angebot vor sich auf dem Bildschirm und man muss nicht in verschiedene Läden rennen. Aber wenn ich weiß, was ich will, frag ich auch beim heimischen Händler nach dem Preis“, so der 46-jährige.
Das Preisvergleichs-Kaufverhalten spüren auch die Händler in den Wittener Läden. Martina Kühne ist Filialleiterin des Schuh- und Sportgeschäfts Klauser auf der Bahnhofstraße und hat genau dies bei ihren Kunden bemerkt. „Es ist nicht so, dass nur online gekauft wird. Aber einige Kunden probieren Schuhe hier im Geschäft an, um zu schauen, ob die Größe passt, um sie dann im Internet zu bestellen. Das hat sich seit ungefähr zwei Jahren verstärkt bemerkbar gemacht. Das betrifft aber hauptsächlich die jungen Leute, die älteren kaufen die Schuhe eher hier im Laden“, sagt sie und geht davon aus, dass es in Zukunft immer mehr Konkurrenz durch Internetshops geben wird.
Es zeigt sich, dass sowohl der Einkauf im Internet, als auch der Einkauf in den örtlichen Läden Vor- und Nachteile aufweisen. Doch viele Wittener schätzen immer noch den persönlichen Kontakt mit dem Verkäufer, dessen Beratung und das hautnahe Sehen und Anfassen der Produkte. Denn dies kann kein Online-Shop der Welt ersetzen.

Und wie shoppen Sie?

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