Eisrettung im Freibad: Nur eine Übung

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Dass auch im Winter im Annener Freibad richtig viel Betrieb herrschen kann, stellte eine Übung der Berufsfeuerwehr zur Eisrettung unter Beweis.

„Das letzte Mal haben wir das vor drei Jahren gemacht“, sagt Einsatzleiter Michael Vogel. „In den vergangenen beiden Jahren gab es die Möglichkeit aufgrund der Temperaturen nicht“, so Michael Vogel weiter.
Die Kältewelle über Deutschland hat’s möglich gemacht, dass die Feuerwehr wieder aufs Eis konnte – das Wasser im Annener Freibad war von einer zehn Zentimeter dicken Eisschicht überzogen. Theoretisch wären auch Übungen an Gewässern möglich gewesen. „Aber das wäre zu gefährlich, daher sind wir dankbar, dass wir die Möglichkeit haben, die Übung hier im Freibad durchzuführen“, so Feuerwehrsprecher Ulrich Gehrke. Und so wurden mit Kettensägen Löcher ins Eis gesägt, damit fleißig gerettet werden konnte.
Insgesamt waren knapp 20 Feuerwehrleute an der Übung beteiligt, etwa die Hälfte davon im Dienst und in Rufbereitschaft. Und wie es der Zufall wollte, gab es kurz vor Beginn der Übung tatsächlich einen Notruf. In einer Annener Firma gab es einen Brandalarm, zu dem die Feuerwehr mit drei Löschfahrzeugen ausrückte – ein Fehlalarm, wie sich schnell herausstellte. Den Alarm hatte ein Rauchmelder ausgelöst. Tatsächlich war aber nur eine Menge Staub aufgewirbelt worden, was das Gerät nicht von Rauch unterscheiden konnte, und so kamen die Feuerwehrleute gerade noch rechtzeitig zur Übung zurück.
Die „Opfer“ begaben sich mit Eisrettungsanzügen ins Wasser, die absolut wasserdicht sind und in denen man keine Kälte spürt. Anschließend wurden verschiedene Rettungsmethoden geprobt. Mit Leitern, einem speziellen „Kombi-Retter“ oder mit einem Rettungsball an einem Seil, der den „Eingerbrochenen“ zugeworfen wurde. „Das ist die schnellste Methode, jemanden zu retten und für uns auch die sicherste, da sich niemand in den Gefahrenbereich begeben muss“, erklärt Feuerwehrmann Titus Krämer. „Welche Methode wann angewendet wird, ist natürlich immer von der jeweiligen Situation vor Ort abhängig“, führt er aus.
Nach knapp zwei Stunden war die Übung beendet. Ob die beteiligten Feuerwehrleute das dabei Vertiefte je bei einem Einsatz anwenden werden, ist unwahrscheinlich, denn in Witten sind Unfälle, bei denen jemand ins Eis einbricht, nicht an der Tagesordnung. Ulrich Gehrke: „Die letzten beiden Einsätze, an die ich mich erinnere, waren in den Neunzigerjahren.“
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