Flüchtlinge: Wohnraum dringend nötig

Anzeige
Vertreter des Kreises und der Städte verteilten bei einer Sitzung im Schwelmer Kreishaus die anstehenden Aufgaben. Wertvolle Hinweise für Aufbau und Betrieb einer Notunterkunft lieferten dabei Mario Rosenkranz und Frank Mielke. Die Mitarbeiter der Städte Witten und Hattingen hatten diese Aufgabe bereits vor Wochen zu bewältigen. (Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)

745 Flüchtlinge suchten bereits in Witten Hilfe, 400 wurden zusätzlich gestern im Ennepe-Ruhr Kreis aufgenommen, 50 von ihnen kamen nach Witten. „Die 150 Menschen, die bereits in der Jahn-Halle untergebracht sind, müssen zusammenrücken“, lautet die Lösung der Bürgermeister im Kreis, die sich am Mittwoch zu diesem Thema im Kreishaus trafen.

„Wir suchen händeringend Unterkünfte“, sagt Stadtsprecher Helmut Sander und hofft auf Angebote der Bürger. Wohnungen, auch Gewerbeobjekte würden gern auf Eignung geprüft, versichert er. Städtische Unterkünfte sind belegt, die Jahn-Halle auch, und niemand wisse, wie groß die Not noch werde.

„Die Einigung ist ein schönes Beispiel dafür, wie solidarisch Kreis und Städte zusammenarbeiten, wenn es darauf ankommt“, so Landrat Dr. Arnim Brux. Darüber hinaus wolle man auch künftig die Aufgabe Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen gemeinsam angehen. Dazu gehöre auch ein Krisenstab unter Federführung des Kreises. Nach den Erfahrungen aus Hattingen und Witten, wo die Städte bereits Notunterkünfte für knapp 350 Menschen eingerichtet hätten, rechneten Kreis und Städte mit einer hohen Bereitschaft an Spenden und spontanen Hilfsgesten. „Dies ist ebenso erfreulich wie bemerkenswert. Allerdings gab es bisher noch keine Zeit zu klären, wie und auf welchen Wegen wir die angebotene Unterstützung organisieren wollen“, bitten Landrat und Bürgermeister noch um etwas Geduld. Heute morgen gab es dazu ein Gespräch.

Aktuell werden keine weiteren Kleider- und Sachspenden benötigt, da die Regale in der Jahn-Halle, beim DRK und im HelpKiosk noch gut gefüllt sind, weiß das DRK eine Antwort. Eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft für Menschen in Not habe das DRK erlebt. Die Wittener hätten enorm viel gespendet: Kleidung für Kinder und Erwachsene, Spielsachen, Hygieneartikel und viel Zeit als Helfer. „Die Regale der Kleiderkammer und Ausgabestellen in der Notunterkunft Jahn-Halle sowie die Kleiderkammern im Rotkreuzzentrum an der Annenstraße und des HelpKiosks an der Hauptstraße sind aktuell gut gefüllt. Dank der vielen Spenden der Wittener konnten wir unsere Gäste versorgen und sind auch für die kommenden Wochen gut ausgestattet. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken“, sagt DRK-Vorstand Wilm Ossenberg Franzes.

Mit einer Spendenaktion haben sich auch die Pfadfinder vom Stamm DPSG Herz-Jesu Bommern beteiligt. Sie sammelten Hygieneartikel, Unterwäsche und Socken. Zusammen kamen Sachspenden im Wert von rund 5000 Euro, die dem DRK übergeben wurden. 75 Mitglieder gehören dem Pfadfinder-Stamm in Bommern an.
Sicherheits-Standards müssen eingehalten werden, macht Helmut Sonder deutlich. Weshalb nicht alle leerstehenden Gebäude als Flüchtlingsunterkünfte geeignet seien. Hilfreich war bereits eine Kirchengemeinde, die Einrichtungen für rund 20 Menschen angeboten habe.

Text: Anne Buerbaum
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.