"Katschas" Lieblingsspiel hieß: "Bälle versenken!"

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Helmut Gonschorek: "Früher war nicht alles besser, aber gemütlicher." Foto: amö
 
BF Ardeys legendäre Meistermannschaft "ballerte" sich anno 1956 in die Landesliga. Zwischen Betreuern (st. v. l.): Hesse, Kaminski, Gonschorek, Lauk, Hofmann; (Mitte:) Voeste, Lindemann, Mohr; (kniend:) Schröter, Messingfeld, Voss. Foto: Archiv Gonschorek

Der Schrecken aller Torhüter,
Helmut "Katscha" Gonschorek,
feiert runde achtzig

Bei den ehemaligen Wittener Clubs BF Ardey und VfL 07 war "Katscha", der am Montag,
7. Dezember, auf acht Jahrzehnte zurückblicken konnte, ein Mittelstürmer der Extraklasse. Und sein Lieblingsspiel war "Bälle versenken".

Schon als zehnjähriger Knirps schoss der talentierte Nachwuchskicker in der Stockumer Schülermannschaft Tore am laufenden Band. Und schnell war den Übungsleitern klar: "Der Junge weiß, wo das Tor steht." In der Tat: Schon als 17-Jähriger zeigte er bei den TuS-Senioren, was er drauf hatte. Und der Spielertrainer von den Ardeyer Ballfreunden, Ernst Steinforth, war von dem jungen Stockumer Knipser so beeindruckt, dass er ihn zum klassenhöheren Club in die "Ardeyer Berge" lockte.

Zwei Jahre hintereinander war der Mann mit der hammerharten linken "Klebe" unangefochten Torschützenkönig der damaligen Bezirksklasse. Und seine Erfolgsquote von 35 und 37 Saison-Treffern machten den gnadenlosen Wiederholungstäter zum Schrecken aller Torhüter. Dank des treffsicheren Torjägers gelang dem kleinen Wittener Vorortclub in der Saison 1955/56 der ganz große Coup: Meisterschaft und Aufstieg in die Landesliga, der damals zweithöchsten deutschen Amateurliga.

Logisch, dass ganz Ardey auf Wolke sieben schwebte und mit einem drei Tage andauernden Zeltfest auf dem Ardeyer Sportplatz den außergewöhnlichen Erfolg feierte. Klar auch, dass nach dem grandiosen Ardeyer Höhenflug der Name Gonschorek ganz oben auf den Einkaufslisten vieler Fußball-Oberligisten - unter ihnen auch SV Langendreer 04 - stand.

Aber "Katscha" blieb den Ballfreunden treu. Doch zwei Jahre später, als Lokalrivale VfL Witten - beeindruckt durch zwei Gonschorek-
Tore und geschockt nach einer 0:2-Niederlage vor 2.000 Zu-
schauern im Ardeyer Waldstadion - dem Goalgetter einen sicheren Arbeitsplatz anbot, konnte der Ardeyer Ballermann einfach nicht mehr Nein sagen und schnürte von der Saison 1958/1959 an für die 07ner seine Schussstiefel. Und auch beim VfL, bei dem unter anderen so bekannte Kicker wie Rainer Hallwas, Dieter Attern, Erwin Tetzlaf, Helmut Römer, "Pui" Weber und "Pit" Löpke am Ball waren, erfreute sich Goalgetter Gonschorek höchster Wertschätzung und lieferte das, was man von ihm erwartete: Treffer.

Doch von 1963 an durchlebte "Katscha" eine vom Verletzungspech gezeichnete dreijährige Leidenszeit. Folgerichtig kam im Jahre 1965 das endgültige Aus für den Ballermann vom Dienst. Und das mit erst 30 Jahren. "Mein Doc riet mir unmissverständlich dazu, meine Schuhe an den Nagel zu hängen. Und das war ganz schlimm für mich", erinnert sich der Torjäger a. D., "aber ich hab's überlebt." Und seine Frau Waltraud, die ihren Helmut natürlich durch den Fußball kennenlernte und mit ihm inzwischen schon seit 57 Jahren verheiratet ist, fügt schmunzelnd hinzu: "Natürlich merkte man es ihm an, wie schwer er unter ,Entzugserscheinungen' litt. Aber das hatte auch seine gute Seiten: Fortan hatten wir viel mehr Zeit für uns."

Heutzutage schaut sich der zweifache Vater, fünfmalige Großvater und zweimalige Urgroßvater Fußball nur noch im Fernsehen an. Ansonsten verbringt der noch rüstige Senior viel Zeit mit Gartenarbeit. "Da kann ich mich dann so richtig entfalten", sagt schmunzelnd der Hobbygärtner mit dem grünen Daumen.

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