Kohle hauen auf Zeche Nachtigall

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  Witten: Zeche Nachtigall |

Es war ein richtig aufregender Vormittag, den die Klasse 3 b der Hüllbergschule erlebte. Doch jetzt können sich alle Mädchen und Jungen „Schlaumeisen“ nennen.

Organisiert von Witten aktuell freuten sich 26 Schüler mit ihrer Klassenlehrerin Tanja Oware auf einen Ausflug zum Industriemuseum Zeche Nachtigall. Dort wollten und sollten sie etwas zur Energiegewinnung in der Vergangenheit erfahren: Kohle.

Doch schon die Anreise wurde zu einem besonderen Erlebnis. Denn vor der Schule wartete ein 31 Jahre alter ehemaliger Linienbus der Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Dortmund auf die Kinder. Begeisterung wollte sich allerdings nicht sofort einstellen, stattdessen hieß es: „Warum müssen wir denn in einem so alten Bus fahren?“ Erst als der Busfahrer ihnen das Besondere des Gefährtes erklärt hatte, beruhigten sich die kleinen Reisenden.

"Glück auf!"


Angekommen an der Zeche Nachtigall stand eine zünftige Begrüßung an. Denn die beiden Museums-pädagogen Arno Tacke und Diplompädagoge Börje Nolte antworteten auf das zaghafte „Guten Morgen“ der Kinder mit der Frage: „Wie begrüßen sich richtige Bergleute?“ Einige Kinder wussten es: „Glück auf!“ Dann zogen die Kumpels in den „Blauen Salon“, einen außer Dienst gestellten Eisenbahnwaggon, der auf dem Gelände steht und als Versammlungsraum dient. Hier wurden die Kinder in vier Gruppen aufgeteilt.

Zwei von ihnen gingen mit ihren Steigern in den Berg, die beiden anderen Gruppen starteten zu einer großen Rallye, bei der sie vieles auf dem Gelände der Zeche kennenlernen sollten. Sie suchten nach dem Grubengold, entdeckten einen Nachbau eines Ruhr-Kohle-Schiffes und lernten viel über die harte Arbeit des Bergmannes.

Doch richtig spannend wurde es natürlich, als sich die Tür zum Stollen öffnete. Die Kinder bekamen richtige Bergmannsjacken. „Die ist ja viel zu groß“, hieß es. „Da kann man die Ärmel umkrempeln“, erläuterte Börje Nolte. Ausgestattet mit Helm und Gezähe ging es dann in den Berg. „Was ist das Gezähe?“, fragte ein kleiner Nachwuchsbergmann, und Börje Nolte klärt auf: „Das ist das Bergmannswort für Werkzeug.“
Und dann kam endlich der große Augenblick, die Kinder waren vor der Kohle. Diplompädagoge Börje Nolte erklärte: „Schaut mal hier in den flachen Stollen. Da musste der Bergmann liegend mit einem Presslufthammer arbeiten und die Kohle raus dem Flöz hauen.“ Die Kinder staunten und meinten: „Das war wirklich eine harte Arbeit.“ Schließlich forderte der Museumspädagoge sie auf, dort etwas Kohle aus dem Berg zu nehmen, man würde sie draußen noch brauchen.

Denn dort warteten die Kumpel bereits, und Bergmann Arno Tacke war schon dabei, die Esse anzufeuern. Esse? „So nennt man das Feuer einer Schmiede, das mit Kohlen geheizt wird“, erläutert er. Und als dieser dann richtig heiß war, stellte er einen großen Topf auf das Feuer, einen Topf, gefüllt mit leckeren Knackwürstchen. Die hatten sich die kleinen Bergleute auch redlich verdient, nach einem anstrengenden Arbeitstag. Und wie hat es ihnen gefallen? „Das war ganz toll!“ hieß es hier, und auch „total spannend“, und ein Junge machte ein ganz besonderes Kompliment: „Hier muss ich unbedingt noch mal hin!“ Na denn, Glück auf!
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Peter Gerber aus Menden (Sauerland) | 16.01.2015 | 08:18  
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