Migranten arbeiten ehrenamtlich am Lehrbienenstand

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Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea, dem Irak und dem Iran kümmern sich ehrenamtlich um den Lehrbienenstand am Hohenstein. Das macht ihnen Spaß und soll gleichzeitig ein Dankeschön für die freundliche Aufnahme sein. (Foto: Barbara Zabka)
 
Integration ist ein ganz wichtiges Thema auch in unserer Stadt. Viele Organisationen bemühen sich, den Flüchtlingen den Aufenthalt angenehm zu gestalten, diese bedanken sich auf ihre Weise dafür. Ob am Lehrbienenstand oder bei Stadtführungen. (Foto: Barbara Zabka)
Witten: Lehrbienenstand |

Eine Gruppe von Flüchtlingen aus Syrien, dem Iran und Irak sowie dem afrikanischen Eritrea engagiert sich als „Ehrenamtliche“ seit einigen Wochen am Lehrbienenstand auf dem Hohenstein. Symbolisch ist das als kleiner Dank für die freundliche Aufnahme in der Ruhrstadt gedacht.

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Text und Fotos von Barbara Zabka

Die Flüchtlinge fühlen sich willkommen und mittlerweile auch sehr wohl, obwohl die Sorge und die Angst um die zurückgebliebenen Familienmitglieder ständig präsent ist. Endlich ist nach den Strapazen der Flucht ein wenig Ruhe und Frieden in ihr Leben eingekehrt. Die Angst nimmt ab, dass ein „Türenknallen im Durchzug“ gleich eine gefährliche Explosion ist. Aus Zufall kamen die Beteiligten zusammen. Hela Mikkin, Vorsitzende des Kreisimkervereins im Ennepe-Ruhr-Kreis, suchte schon lange nach freiwilligen Helfern am beliebten Lehrbienenstand. Über die Fokus-Freiwilligen-Agentur und das Café Babalingua fand Hela Mikkin schließlich Kontakt zu den Flüchtlingen und zu Judith Bierrey von der Caritas.

Glück gehabt


Und dann ging alles ganz schnell. Zwölf Männer meldeten sich zum Helfen. Und tatkräftig sorgen sie jetzt am Bienenzentrum Hohenstein dafür, dass nach der Winterpause alles wieder auf Vordermann gebracht wird. „Der Garten hatte es dringend nötig“, sagt die Vorsitzende. „Und dann haben die Helfer unser gesamtes Holzhaus von oben bis unten gestrichen. Es war einfach ein Glück, dass wir uns gefunden haben“, freut sie sich.

Schöne Arbeit


Dass die Arbeit den Männern Spaß macht, hört und sieht man auf den ersten Blick. „Schöne Arbeit hier“, sagt Najeh Shekmosa. „Wenn Arbeit Spaß macht, Arbeit nicht schwer“, sagt er in gebrochenem Deutsch. Vor einem Jahr ist er mit seiner Frau Hevin und den beiden Töchtern Zevin (6) und Shan (4) auf einer langen Odysee von Syrien nach Witten gekommen. Der Name seiner jüngsten Tochter Shan bedeutet in deutscher Sprache übrigens Honig. Und sie ist genauso süß.

Flucht war steinig


Die Flucht war lang, steinig und anstrengend, vor allem für die beiden Mädchen, erzählt der Familienvater. „Bis zur türkischen Grenze sind wir gelaufen. Die Kinder haben wir getragen. Auch einen Koffer mit Pampers, Nahrung, Kleidung und Decken für die Kleinen. Dann sind wir mit einem großen Lastwagen weitergefahren. Wir haben uns zwischen großen Kisten versteckt“, übersetzt Riadh Ben Khelifa aus Tunesien. Er spricht und versteht Deutsch und Arabisch. Und er betreut bei der Caritas viele Flüchtlinge aus dem arabischen Raum. Den leckeren Hohensteiner Honig haben übrigens alle Flüchtlinge schon probiert.

Gemeinsames Essen


Jeden Mittwoch steht für die zwölf Ehrenamtlichen nun ein vierstündiger Arbeitstag am Lehrbienenstand auf der Agenda. Und keiner von ihnen möchte die Arbeit in Natur, Wald und frischer Luft mehr missen. Anschließend gibt es ein gemeinsames Mittagessen. „Momentan reden wir noch mit Händen und Füßen, Arabisch, Englisch und Deutsch. Wichtig ist, dass wir uns verstehen“, betont Hela Mikkin. „Und mit Riadhs Hilfe klappt das hervorragend. Und nach den Deutschkursen noch besser.“
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