Schillers Glocke und der Rohrstock

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Nach 60 Jahren Schulentlassung haben sich 15 ehemalige Breddeschüler im Ardey-Hotel wiedergetroffen.

Sie haben noch die Prügelstrafe in der Schule erlebt und mussten Schillers „Glocke“ auswendig lernen – nach 60 Jahren Schulentlassung haben sich 15 ehemalige Breddeschüler im Ardey-Hotel wiedergetroffen.

Damals hieß die Breddeschule noch „Katholische Volksschule“, doch die Erziehungsmethoden waren mitunter ziemlich unchristlich, wie sich Franz-Josef Wachowiak, einer der Organisatoren des Treffens, erinnert: „Wenn man zu spät kam, gab es Backpfeifen, und wir hatten einen Lehrer, der mit Schlüsselbunden geworfen hat, da mussten wir immer aufpassen.“
Seit 1982 treffen sich die ehemaligen Breddeschüler alle fünf Jahre. 46 waren es im Entlassungsjahr 1957, 26 von ihnen leben heute noch. „Beim ersten Treffen haben wir bis Österreich gesucht“, so Franz-Josef Wachowiak, „aber wir konnten letztlich alle Klassenkameraden erreichen, obwohl es damals noch kein Internet gab.“
Stattdessen gab es den Rohrstock, der dazu beitragen sollte, existentielles Schulwissen eindringlich zu vermitteln. „Wenn die ‚Glocke’ von Schiller abgefragt wurde, konnte man Glück haben, wenn man einer der ersten war. Falls man nicht weiter wusste, gab es mit dem Rohrstock kräftig auf den Hintern. Aber damals wurde auch der erste Schaumstoff entwickelt, und wir waren ja pfiffig und haben unsere Hosen vorsorglich damit ausgepolstert“, verrät Franz-Josef Wachowiak.
Trotz derart vorsintflutlicher Erziehungsmethoden war der damalige Rektor Schleicher immer um seine Schüler besorgt. Bei Zeugnisabschriften für Bewerbungen konnte es für die betreffenden Schüler schon mal eng werden. Franz-Josef Wachowiak: „In solchen Fällen wurde in der Abschrift aus einem „Befriedigend“ gerne mal ein „Gut“.
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