Vor 50 Jahren: DJ Lollo begeisterte die Leute

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„Da war’s.“ Wo heute ein Netto-Markt ist, tobte vor 50 Jahren der Mob im „New York City Club“ mit DJ Lollo.

1966: Im Endspiel der Fußball-WM kassiert Deutschland das berühmte Wembley-Tor, das keins war, die erste Große Koalition der BRD tritt ihre Arbeit an, und in Witten wird die erste Diskothek im Ruhrgebiet eröffnet.

An der Ruhrstraße 17 nahm der „New Yoek City Club“ seinen Betrieb auf. „Ich wollte dort etwas trinken, habe den Discjockey gesehen und mit gedacht ‚Was der kann, kann ich auch’“, erzählt Lothar Marx, der zu dieser Zeit im Betriebsbüro der Wittener Edelstahlwerke arbeitete. Dem Besitzer der Diskothek schienen die Künste des DJs auch nicht wirklich überzeugen zu können, und kurz darauf gab es einen Wettbewerb, bei dem ein Nachfolger gefunden werden sollte, und an dem auch Lothar Marx teilnahm. „Der Chef war so begeistert, dass er mir direkt einen Vertrag angeboten hat“, sagt Lothar Marx. Und so wurde aus Lothar „DJ Lollo“, weil’s griffiger war.
Mit witzigen Sprüchen eroberte sich DJ Lollo schnell sein Publikum, zunächst nebenberuflich, doch schon bald kamen Einladungen aus anderen Diskotheken, die nach und nach aus dem Boden sprießten, und Lollo wurde Profi. „Damals war Diskjockey noch mehr ein Moderatorenjob, und man hat sich mit den Leuten unterhalten, etwas über die Künstler erzählt, deren Platten man aufgelegt hat, und ich bin auch zu den Leuten gegangen und habe die Mädchen angesprochen, die zu schüchtern zum Tanzen waren“, erinnert sich Lothar Marx, der von Wittens damaligen „Medienmogul“ Radio Kempf gesponsert wurde. „Die haben mir immer die neusten Platten vorbeigebracht“, verrät Lothar Marx.
Direkt neben dem New York City Club war das Burg-Theater, heute ein reines Kino, damals noch Veranstaltungsort für Konzerte. Leute wie The Lords, Roy Black, Michael Holm, Bernhard Brink, Franz K. oder Cindy und Bert traten dort auf und kamen anschließend in die Disco. „Jürgen Drews hat mal bei mir übernachtet und am nächsten Tag seine Gitarre vergessen. Die habe ich ihm dann hinterhergebracht“, sagt Lothar Marx schmunzelnd.
Die Stars von damals waren begeistert von der lockeren Art des Wittener DJs. Einer besonders: Frank Elstner, der DJ Lollo die Adresse vom hessischen Rundfunk gab. Aus einer größeren Karriere wurde allerdings nichts. „Meine damalige Geliebte war schwanger, und ich musste mich für die Karriere oder die Familie entscheiden, und habe die Familie gewählt“, sagt Lothar Marx.
Schon lange legt DJ Lollo, der innerhalb eines halben Jahres 10000 Autogrammkarten unter die Leute brachte, keine Platten mehr auf. Geblieben ist seine Liebe zur Musik, und seine 70 Lenze sieht man ihm nicht an. „Lothar Marx: „Die Musik hält einen halt jung.“
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