Initiative will Bäume retten

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Gemeinsam für den Erhalt Wittener Bäume: Stefan Borggraefe (Piraten), Ralf Schulz (Grüne), Oliver Kalusch (Linke), Klaus Riepe (Bürgerforum) v.l.

Wird Witten bald zur Betonwüste? Eine knappe Mehrheit aus CDU und SPD hat am 30. März dieses Jahres eine Änderung der Baumschutzsatzung beschlossen. Dieser Beschluss ist vor wenigen Tagen in Kraft getreten und besagt, dass Nadelbäume, Birken, Pappeln und Weiden jetzt ersatzlos beseitigt werden können. Dagegen sammelt die Wittener Baumschutzinitiative ab sofort Unterschriften.

„Gegen den Widerstand des Naturschutzes, vieler anderer Ratsfraktionen und des Sachverstands in der Stadtverwaltung wurde ein Rückschritt in Sachen
Umwelt- und Klimaschutz beschlossen. Es ist nun damit zu rechnen, dass spätestens ab dem 1. Oktober 2017 zahlreiche zuvor geschützte Bäume in Witten gefällt werden“, heißt es in einem Schreiben der Initiative.
Der Einwohnerantrag „Baum ab? Nein danke!“ wird von der Naturschutzgruppe Witten, dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, den Grünen, den Piraten, der Linken, Solidarität für Witten und dem Bürgerforum unterstützt. „Ein Bürgerbegehren wäre uns lieber gewesen, aber dafür wären in diesem Fall nur sechs Wochen Zeit gewesen, um weit mehr als 5000 Unterschriften zu sammeln, das wäre eine heroische Leistung gewesen“, sagt Klaus Riepe, Ratsmitglied Bürgerforum.
Ein Einwohnerantrag hingegen läuft auf unbestimmte Zeit, und es werden lediglich 4000 Unterschriften benötigt. Der entscheidende Nachteil: Der Rechtsweg ist bei einem Einwohnerantrag ausgeschossen. Zwar ist es für den Rat verpflichtend, sich damit zu befassen, aber im ungünstigsten Fall wird er direkt unter den Tisch gekehrt.
„Dennoch können wir politischen Druck aufbauen, indem wir möglichst viele Bürger informieren und möglichst viele Unterschriften sammeln“, ist Piraten-Ratsmitglied Stefan Borggraefe überzeugt.
Der offizielle Startschuss zur Unterschriftensammlung fällt am Dienstag, 13. Juni, um 19 Uhr im Ardey-Hotel an der Ardeystraße 11. Dort wird Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW, einen Vortrag über Baumschutz in der Stadt und die Folgen des Wegfalls der Baumschutzsatzung in Duisburg halten.
Aktiv beteiligen kann man sich bereits im Vorfeld auf der Homepage baumschutz-witten.de. Dort sind auch die Unterschriftenlisten zum Ausdrucken zu finden.
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