Kaninchenzüchter haben den Nachwuchs prämiert

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Marie Vollmann (links) ist das jüngste Vereinsmitglied. Gemeinsam mit ihrer Freundin Denise Kratzke präsentiert sie zwei Siegerkaninchen.

Jede Menge Pflege im Gehege: Um seine Rammler auf Hochtouren zu bringen, bedarf es nicht viel, denn sie sind von Natur aus bereits extrem spitz. Gefragt ist beim Sex vor allem das richtige Fingerspitzengefühl bei der Partnerwahl: Der Rassekaninchenzuchtverein W871 Witten-Borbach hat seinen Nachwuchs prämiert.

Ausgestellt waren 64 Tiere vier verschiedener Rassen. Die Preise wurden von Klaus Vollmann, Norbert Dolle, Monika Vollmann, Frank Marohn, Margot Stumpf und der Zuchtgemeinschaft Petra und Maik Vollmann abgeräumt.
Damit die Rammler auch ordnungsgemäß rammeln, bedarf es einigen Wissens. Doch nicht nur dieses Wissen macht den Reiz der Kaninchenzucht aus, wie Ausstellungsleiter Frank Marohn sagt: „Kaninchen zu züchten, ist gleichzeitig eine Art Therapie zur Beruhigung. Man geht mit Tieren um und kann einbringen, welche Merkmale gezüchtet werden sollen, zum Beispiel die Körperform oder ein schönes Fell.“
Beim Züchten kommen Erfahrung und eigene Ideen zum Tragen. Es gilt auszuwählen, welcher Rammler zu welcher Häsin passt, um einen möglichst schönen Nachwuchs hervorzubringen. Nicht zwangsläufig kommen allerdings bei der Paarung zweier Champions auch immer potenzielle neue Champions heraus.
Zu beachten ist auch, dass nach dem Liebesspiel – und generell – Männlein und Weiblein getrennt gehalten werden, denn, so Frank Marohn: „Die Rammler würden ansonsten vergessen zu fressen und sich quasi totrammeln.“ Aus maskuliner Sicht mag das sicherlich nicht die unangenehmste Art sein, den, oder – im Falle der Kaninchen – die Löffel abzugeben; aus Züchtersicht ist sie allerdings extrem unproduktiv.
Während die Kaninchen sich nicht über Nachwuchsprobleme beklagen können, sieht das beim Züchternachwuchs anders aus. Der Verein an der Borbach zählt zurzeit 17 aktive Mitglieder. Während der Hochzeit der Kaninchenzucht in den Sechzigerjahren waren es mehr als 30.
„Damals“, sagt Frank Marohn, „gab es noch viele Siedlungshäuser, und fast jedermann hatte einen Gerten, in dem häufig Kaninchen oder Hühner gehalten wurden. Heute ist das anders, und auch die Angebote sind vielfältiger geworden. Viele Jugendliche sitzen heute lieber vor dem Computer, dem Gameboy oder was es sonst noch so alles gibt.“
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