Bahnhofsoffensive: Neuer S-Bahnhalt Pferdebachstraße

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An der Pferdebahnstraße sollte die Bahn zusätzlich stoppen
Witten: Pferdebachstraße |

Ein neuer S-Bahnhof in Witten in der Mitte zwischen dem Hauptbahnhof und Witten Annen

wäre eine deutliche Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur der Stadt für die S-Bahnlinie S5 Dortmund-Hagen. Der neue Halt ist seit 2015 in einer bundesweiten Liste der DB mit 350 zusätzlichen Bahnhöfen für Deutschland enthalten. Das ist der erste Schritt.

Als zweiten Schritt sollte die Stadt Witten entsprechende Beschlüsse fassen und die Planung konkretisieren. Es ist eine großartige Chance, dies zu befürworten. Für die Verwirklichung ist die Wirtschaftlichkeit der Investition eine Voraussetzung. Es gibt im Umfeld des neuen Bahnhofs genug potenzielle Fahrgäste und genügend Ziele, die für mögliche Kunden attraktiv sind. Das evangelische Krankenhaus, die Universität aber auch Firmen und Wohngebiete könnten dadurch besser an den öffentlichen Nahverkehr angebunden werden.

Ca. 300 neue Fahrgäste täglich wären erforderlich, um die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Das ist im Bereich Pferdebachstraße durchaus machbar. Ein zusätzlicher moderner Bahnhof als Mobilitätspunkt mit Umsteigemöglichkeiten zum Bus, ausreichenden Fahrradstellplätzen, Leihrädern und Ladestationen für Elektroautos wäre dann eine Bereicherung der Stadt, für die man sich jetzt einsetzen muss, damit er in absehbarer Zeit realisiert werden kann. Auch die Anbindung an den Radweg Rheinischer Esel macht den Haltepunkt für Radfahrer interessant.

Es gibt zwei zusätzliche übergeordnete Gesichtspunkte, die für einen neuen Bahnhof sprechen. Das Netz der S-Bahnhöfe im Ruhrgebiet ist sehr weitmaschig gestrickt. Wer mehr Fahrgäste wünscht und den S-Bahn-Verkehr verbessern will, tritt für eine Verdichtung der Haltepunkte ein. Ein Ziel dabei sind mehr direkte Verbindungen ohne Umsteigezwänge zu ermöglichen. Außerdem ist die Verkehrsinfrastruktur des Ruhrgebiets im Bereich des ÖPNV gegenüber vergleichbaren städtischen Ballungsräumen unterentwickelt- das Stauland NRW ist da rückständig und hat Nachholbedarf.

Eine Hürde ist die Finanzierung. In NRW sind die jeweiligen Städte für Bahnhofsneubauten zuständig. Deshalb hat es seit einer gefühlten Ewigkeit keine neuen Haltepunkte gegeben. Folgende Umstände könnten dazu beitragen, die Finanzierung jetzt zu ermöglichen. Die Dieselkrise und die Nichteinhaltung der Grenzwerte zur Luftreinhaltung erzwingen auch den Ausbau des ÖPNV. Hierfür stellt der Bund demnächst Sondermittel zur Verfügung. Aktuell wurde auf Bundesebene ein Kommunalinvestitionsfördergesetz (KinFöG) verabschiedet. Umfang bundesweit 3,5 Milliarden €, für NRW ca. 1,2 Milliarden. Das Programm richtet sich an finanzschwache Kommunen wie Witten, um Infrastrukturmaßnahmen zu fördern. Hier gilt es die Gunst der Stunde zu nutzen, und die Verwaltung zu beauftragen, entsprechende Förderanträge auf den Weg zu bringen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Über eine breite Unterstützung für diese neue S-Bahnhaltestelle würde ich mich freuen.
Joachim Drell
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