Jusos prüfen Kandidaten für die Landtagswahl 2017

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Mehrere Stunden dauerte das Treffen der Wittener und Herdecker Jusos mit den Kandidaten. (Foto: SPD)

Drei Stunden ließen sich die fünf SPD-internen Landtagskandidaten durch die Fragen der Jusos löchern.

Es war das erste Aufeinandertreffen von den Wittenern Claudia Krebs, Tilo Gebert, Rüdiger Fromme und den beiden Herdeckern Nadja Büteführ und Horst Hoffmann. „Wir wollten die Kandidaten bewusst so früh kennenlernen, um der Partei die Sicht des Nachwuchs mit auf den Entscheidungsweg zu geben“, sagte der Wittener Juso-Vorsitzende Philip Raillon.

Die Veranstaltung war eine gemeinsame der Wittener und Herdecker Jungsozialisten. „Bei einem gemeinsamen Wahlkreis macht es Sinn, wenn wir mit einer Stimme sprechen“, so Robin Krumnack, Juso-Chef in Herdecke. Alle fünf Kandidaten hatten eine Menge Zeit und Argumente mitgebracht – in den Fragen und Diskussionen ging es um Bildung, Inneres, kommunale Stärkung und politische Zukunft. Einig waren sich die fünf Kandidaten, was den rechten Rand angeht – von AfD und Pegida distanzierten sich alle fünf deutlich, gesprächsbereit sei man da ebenfalls nicht.

Auch wollen sich die Bewerber für einen Rückgang zum Abitur in neun Jahren (G9) einsetzen. Unterschiede gab es hingegen bei der Frage möglicher Koalitionen: Während einige eine Rot-Rot-Grüne Regierung nicht ausschlossen, könnte sich ein anderer auch eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP vorstellen. Klar wurde: Eine große Koalition wollen diese fünf definitv vermeiden. Auch sprachen sie sich geschlossen für eine finanzielle Stärkung der Polizei, des Bildungssystems und der Kommunen aus – gerade für Städte wie Witten ist Letzteres extrem wichtig.

Letztlich beriet der SPD-Nachwuchs über die fünf Kandidaten. Bei einem Meinungsbild konnte sich keiner der Genossen klar durchsetzen. „Wir werden daher final erst in einigen Wochen entscheiden“, sagte Robin Krumnack. Bis dahin wolle man die weitere Entwicklung der fünf Kandidaten abwarten.

Insgesamt freuten sich die Jusos, dass alle Kandidaten der Einladung folgten. „Dass man dem Parteinachwuchs eine so große Aufmerksamkeit schenkt, war nicht immer so“, so der 21-jährige Philip Raillon. Man sei sich der Verantwortung für die Zukunft der SPD durchaus bewusst und wolle daher nach sachlichen Argumenten entscheiden. Den Stellenwert der Jusos machte auch Thomas Stotko deutlich: Der Landtagsabgeordnete war ebenfalls als Kandidat zur Veranstaltung eingeladen und erschienen. In seiner Vorstellung zog er dann jedoch seine Kandidatur überraschend zurück. „Ich habe das bewusst vorher niemandem gesagt, da ich es klasse finde, wie früh ihr euch schon Gedanken macht“, so der Landtagsabgeordnete. Die Jusos freuten sich über dieses Lob und die motivierenden Worte des ehemaligen Juso-Vorsitzenden Thomas Stotko.

Das werden die Jusos – und zwar mit der Bekanntgabe ihrer Entscheidung zum Zeitpunkt der SPD-Regionalkonferenzen im Februar.
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