Kita-Streik geht weiter: DGB fordert Angebot - SPD-Fraktion hält Wort - Kommentar

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Die DGB fordert endlich ein akzeptables Angebot, um die Streiks beenden zu können.
 
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Richter hatte den vom Kita-Streik betroffenen Eltern auf dem Rathausplatz versprochen, sich für ein schnelles Ende der Tarifauseinandersetzung einzusetzen und die Tarifparteien anzuschreiben.
DGB fordert endlich ein akzeptables Angebot, um die Streiks beenden zu können:
„Auch viele Gewerkschafter wünschen sich ein Ende des KiTa-Streiks“, so der Vorsitzende des DGB in Witten Mathias Hillbrandt. „Wir haben Verständnis dafür, dass auch viele unserer Kolleginnen und Kollegen auf ein Ende des Streiks drängen. Die Versorgung der Kinder ist für viele Eltern und auch für viele Betriebe eine große Herausforderung.“ Für Hillbrandt könne der Streik zügig beendet werden, wenn die Arbeitgeber endlich ein akzeptables Angebot vorlegten. „Der laufende Streik ist ein Problem, dessen Ursache auf Seiten der Arbeitgeber liegt. Wer wirklich eine Lösung will, ist aufgerufen die Ursache für die Auseinandersetzung in den Blick zu nehmen und muss deshalb die Solidarität mit den Streikenden verstärken und mithelfen den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.“

SPD-Fraktion: Brief an die Verhandlungsführer im Kita-Streik:
Gestern (28. Mai) auf dem Rathausplatz hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Richter den vom Kita-Streik betroffenen Eltern versprochen, sich für ein schnelles Ende der Tarifauseinandersetzung einzusetzen und die Tarifparteien anzuschreiben. Dieses Versprechen hat er heute gehalten. In einem Schreiben an Frank Bsirske von ver.di und Dr. Thomas Böhle vom Verband der Kommunalen Arbeitgeberverbände bittet Thomas Richter die Tarifparteien, sich im Interesse aller Beteiligten nun schnell zu einigen. „Wir wollen uns nicht in die Tarifautonomie einmischen, aber aus den Gesprächen mit den Eltern waren große Nöte herauszuhören“, begründet Thomas Richter seinen Vorstoß. Gemeinsam mit dem Jugenddezernenten und SPD-Bürgermeisterkandidaten Frank Schweppe hatte er als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses den betroffenen Eltern auf dem Rathausplatz Rede und Antwort gestanden.

Die Wittener Bürgermeisterin Sonja Leidemann hat den Präsidenten der kommunalen Arbeitgeberverbände in einem Brief aufgefordert, „möglichst zeitnah die Grundlagen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Gewerkschaften zu schaffen“. Zuvor hatte Sonja Leidemann am Donnerstag (21.5.) im Rathaus mit Erzieherinnen über deren Sorgen und Nöte gesprochen und ihnen zugesagt, sich für ein „verhandlungsfähiges Angebot“ und damit auch für ein schnelles Ende des Streiks einsetzen. „Die Tarifauseinandersetzungen im Sozial- und Erziehungsdienst sind für alle sehr belastend“, erklärt Sonja Leidemann. Der enorme Zeitdruck sei ihr sehr bewusst.

Kommentar: Liebe Eltern, haltet durch!

Nach drei Wochen Kita-Streik die Eltern – und die Kinder! – um Geduld zu bitten, wirkt anmaßend. Ich tue es trotzdem: Liebe Eltern, habt Geduld und Verständnis und haltet durch! Und wenn nicht, dann macht Druck. Aber bitte nicht nur bei den Streikenden.
Denn wie bei jedem Konflikt gibt es hier zwei Seiten. Und wie schon beim Bahnstreik stelle ich mit Verwunderung fest, dass (zu) viele nur den Streikenden die Schuld geben. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es sein muss, das Gefühl zu haben, die Kinder im Stich zu lassen – und das auch von anderen so zu hören.
Eines zeigt dieser Streik doch ganz deutlich: Wir sind alle aufeinander angewiesen. Und ganz besonders auf Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten. Diese sollten endlich angemessen bezahlt werden. Eltern sollten ein ebenso großes Interesse daran haben wie die derzeit Streikenden, denn schließlich wollen wir unsere Kinder doch von qualifizierten und motivierten Fachkräften betreuen lassen.
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