Witten macht sich stark gegen Gewalt und Fremdenhass

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Am vergangenen Freitag waren sie unterwegs, die Wittener, die „Nein!“ sagen zur Gewalt gegen Flüchtlinge. Aufgerufen zu der Demo hatten evangelische Gemeinden und das Aktionsbündnis „Witten gegen Verschwörungswahn“. Vorne dabei war auch Bürgermeisterin Sonja Leidemann. (Foto: Evangelischer Kirchenkreis Hattingen-Witten/Nicole Schneidmüller-Gaiser)

Diese Worte des Superintendenten Ingo Neserke, überbracht durch den Annener Pfarrer Claus Humbert, wurden am frühen Freitagabend von fast 1000 Menschen begeistert beklatscht:

„All denen, die den Untergang des christlichen Abendlandes heraufbeschwören, sei gesagt: Es ist gerade ein zentrales Gebot des Alten und des Neuen Testaments, Fremde und Flüchtlinge aufzunehmen. Der Einsatz für Menschen in Not ist Teil unseres Selbstverständnisses als Bürger dieser Stadt – und für uns als Christen Bestandteil unseres Glaubens.“

Eine Kundgebung auf dem Rathausplatz war der Höhepunkt einer Demonstration, zu der der Evangelische Kirchenkreis Hattingen-Witten gemeinsam mit anderen Akteuren aus dem Aktionsbündnis „Witten gegen Verschwörungswahn“ eingeladen hatte. Anlass war der Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in der Nacht zu Montag vergangener Woche.

„Wir lassen uns nicht Bange machen. Witten bleibt menschlich und weltoffen!“, so klang es aus den Reihen der Teilnehmer. „Ach, das war eine tolle Demo! Einmal ein Querschnitt durch die ganze Wittener Bevölkerung inklusive auch der Menschen, denen der Anschlag am Montag galt. Das hat mich besonders gefreut. Refugees sind eben nicht nur Gäste, sondern ein Teil von uns“, freute sich eine Teilnehmerin.

Seit Monaten engagieren sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des Kirchenkreises und seiner 17 Gemeinden zu Hunderten in allen Bereichen der Flüchtlingsarbeit. Für Ingo Neserke gehört neben der diakonischen, ganz praktischen Hilfe in den Kleiderkammern, in der Betreuung und Begegnung auch eine eindeutige Positionierung dazu: „Es gehört zu unserem christlichen Selbstverständnis, Menschen aufzunehmen, sie zu begleiten und ihnen zu helfen, wenn sie in Not geraten sind, und zwar unabhängig von ihrer Religion und ihrer Herkunft. Davon werden wir nicht ablassen. Unsere Solidarität gilt den Flüchtlingen - jetzt erst recht!“

Vom Bahnhof zogen etwa 1000 Menschen friedlich durch die Wittener Innenstadt und zeigten so ihre Solidarität mit den Wittener Neubürgern. Auf dem Rathausplatz sammelten sie sich dann, zum leisen Geläut aus der Johanniskirche, und lauschten den Worten der Bürgermeisterin Sonja Leidemann sowie der Vertreter des Aktionsbündnisses Patricia Podolski und Stefan Borggraefe. Im Anschluss nahmen zahlreiche Bürger dann noch die Möglichkeit zum stillen Gebet in der geöffneten Johanniskirche wahr und zündeten Kerzen an.
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