Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf

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Pfarrer Dirk Schuklat (Foto: Wa-Archiv)
Schlafen Sie eigentlich gut? So wie man sich bettet, so liegt man, sagt der Volksmund. Und den Seinen gibt‘s der Herr im Schlaf, sagt die Bibel.

Ich vertrete mal die These: So wie Sie glauben, so schlafen Sie auch! Denn jede Nacht kämpfen wir um die Erfahrung des Loslassens. Kann ich den vergangenen Tag loslassen? Ist mir der morgige Tag eine Bedrohung? Wohin kann ich gehen mit meinen Sorgen, meinen Freuden, meinen Ängsten und Hoffnungen, die mich nicht schlafen lassen? Kann ich mich letztlich selbst ganz loslassen? Das ist nämlich die Voraussetzung für das Einschlafen und Durchschlafen und erholte Aufwachen. Wir alle üben allnächtlich dieses grundlose Vertrauen trotz völliger Ohnmacht im Schlaf.

Und so wie wir schlafen und wachen, so glauben wir auch. Wenn man Gerhard Tersteegen, den nieder-rheinischen Mystiker fragte, was er denn mache, wenn er nicht schlafen kann, antwortete er: „Ich denke ein wenig am Reich Gottes herum!“ So geht‘s auch. In jeder Nacht schenkt Gott uns die Erfahrung der Kraft, die in den Ohnmächtigen wirkt, wenn wir dem kleinen Bruder des Todes, dem Schlaf, begegnen müssen.

Wenn wir einschlafen, geben wir alle unsere Kräfte, zuletzt uns selbst auf. So üben wir jeden Tag auch ein wenig das Sterben, indem wir im Glauben voller Hoffnung auf die Liebe Gottes vertrauen, die uns wieder aufwachen und auferstehen lässt. Deshalb finden wir in der Bibel eine gute Einschlafhilfe. Jesus lässt Paulus wissen: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in der Schwäche mächtig“ (2.Korinther 12,9).

Probieren Sie es heute abend aus, und lassen Sie sich mit diesem Satz vertrauensvoll auf Gott hin los. Gute Nacht!

von Pfarrer Dirk Schuklat
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