Experte informierte über Ladendiebstahl.

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Anschaulich und locker vermittelte Johann Holecek sein Wissen.

Wie verhalte ich mich bei einem Ladendiebstahl? Kann ich ihn bereits im Vorfeld verhindern? Mit welchen Tricks arbeiten Ladendiebe? Diese und andere Fragen wurden bei einem Vortrag mit Diskussionsmöglichkeit erörtert.

Die Veranstaltung fand in der Volksbank an der Heilenstraße statt. Eingeladen hatte die Standortgemeinschaft Witten-Mitte. Als Referent konnte Kriminalhauptkommissar Johann Holecek gewonnen worden, langjährig in der Kriminalprävention tätig und laut eigener Aussage „seit ’76 bei der Bullerei“. Im kleinen Kreis mehrerer Geschäftsleute ging es nach einer kurzen Vorstellungsrunde ans Eingemachte.
Eine gute Möglichkeit, um Ladendiebstähle von vornherein zu vermeiden, sei eine Meldekette, wie Johann Holecek erläuterte: „Als ich in New York war, habe ich festgestellt, dass die Angestellten der Geschäfte fast alle mit einem Knopf im Ohr herumlaufen. Sie sind alle untereinander vernetzt, auch mit den Nachbargeschäften. Soweit ist es bei uns zwar noch nicht, aber auch eine Telefonkette kann bereits hilfreich sein.“
Ist ein potenzieller Dieb ausgemacht, helfe der gezielte „Feindkontakt“. Johann Holecek nannte das „begleitetes Einkaufen“: „Sprechen Sie denjenigen an. Verwickeln Sie ihn in ein Verkaufsgespräch und weichen ihm nicht von der Seite. Irgendwann ist er so genervt, dass er das Geschäft verlässt. Und Sie können sicher sein: Den sehen Sie nie wieder.“
Doch manche Diebe kommen regelmäßig, wie aus den Reihen der Geschäftsleute zu hören war. Manche Stammkunden ließen gelegentlich etwas mitgehen, weil sie das als besonderen Rabatt für ihre Kundentreue ansähen, hieß es.
Wenn eine auffällige Gruppe das Geschäft betritt, sei ein Ladenverweis ein probates Mittel – im Zweifelsfall solle die Polizei gerufen werden, riet der Dozent. Ebenfalls Polizeisache sei die Verfolgung eines Diebes. „Gehen Sie nicht körperlich an die Leute heran“, so Johann Holecek, „denn das Stresslevel ist bei denen genauso hoch wie bei Ihnen.“
Ist der Dieb erst einmal gefasst, kommt es zur Anzeige. In diesem Zusammenhang waren sich die Geschäftsleute einig, dass hier seitens der Justiz härtere Strafen verhängt werden müssen, da den meisten Anzeigen keine entsprechende Strafe folge oder sie ganz eingestellt würden. Als zusätzliche Abschreckung für einen Wiederholungstäter solle man auf jeden Fall jedem Ladendieb Hausverbot erteilen, da im Falle eines weiteren Diebstahls dann zusätzlich noch Hausfriedensbruch als Straftatbestand dazukäme.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung gab es Tipps zum „Wechselfallen-Trick“ an der Kasse, Infos zu präparierten Taschen zum Abtransport des Diebesguts, obwohl, so der Experte „zu 95 Prozent einfach eingesteckt wird“, sowie weitere wertvolle Infos, die die Zuhörer gerne mit nach Hause – und vor allem am nächsten Tag mit in ihr Geschäft nahmen.
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