Allerlei rund ums Osterfest

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Höhle in Petra, Jordanien - Nur Könige und hochangesehen Persönlichkeiten legte man zu dieser Zeit in ähnlichen Grabhöhlen zur letzten Ruhe, so auch Jesus von Nazareth. (Foto: Urheber: Leon petrosyan, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported - Wikipedia)
Xanten-Marienbaum - 04.04.2015

von Christel und Hans-Martin Scheibner

Das Osterfest geht auf das jüdische Passah (Pessach)- Fest zurück, welches im Gedenken der Befreiung von der ägyptischen Knechtschaft gefeiert wurde. Jesus soll am Freitag vor diesem Fest gekreuzigt worden sein. Abgeleitet worden ist das deutsch Wort Ostern von Ostara, der Göttin der Morgenröte (Ostarum). Viele Traditionen wurzeln noch in der "heidnischen" Zeit sowie im Judentum was es vereinfachte, die "Heiden" zum Christentum zu bekehren.

Die Christen feiern dieses Fest im Gedenken an die Auferstehung Christi. Es soll den Menschen signalisieren, daß der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Lebens ist.

Der Ostersonntag

Am frühen Morgen nach dem Sabbath gingen Maria Magdalena, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus sowie noch weitere Frauen zusammen zur Grabkammer Jesu, um ihn einzubalsamiern, fanden sie aber leer vor. Nur das Schweißtuch und die Leinenbinden waren noch vorhanden, der Stein, welcher den Eingang verschlossen hatte, wurde weggewälzt. Zwei Männer in leuchtenden Gewändern traten zu ihnen, unterrichteten die erschrockenen Frauen über das Wunder der Auferstehung und beauftragten sie, auch die Jünger zu informieren. - "Was sucht Ihr den Lebenden bei den Toten - er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert Euch an das, was er Euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war." (Lukas Evangelium Vers 24.6)

Der Ostermontag

Am dritten Tag nach Christi Kreuzigung waren zwei seiner Jünger auf dem Weg nach ihrem Wohnort Emmaus, und unterwegs schloß sich ihnen ein Fremder an. Dort angekommen, luden sie ihn zum Essen ein, und er brach mit ihnen das Brot. Da erkannten sie, daß es sich um Jesus handelte - doch er verschwand vor ihren Augen.

Die Osterzeit

Die Osterzeit beginnt mit dem Ostermorgen und endet 50 Tage Später mit Pfingsten. Der Termin, der erste Sonntag nach der ersten Vollmondnacht nach dem Frühlingsanfang, wurde vom Konzil von Nicäa im Jahre 325 festgelegt. Aus diesem Grund fällt der Ostersonntag frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April. Berechnet wird dieser Zeitpunkt in den westlichen Ländern nach dem gregorianischen Kalender, während die orthodoxe Kirche diesen Feiertag nach dem julianischen Kalender vornimmt.

Orthodoxen und Katholiken feiern traditionell die Osternacht (die Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag) - zunehmend auch die Protestanten. Die Liturgie besteht aus 4 Teilen:

Lichtfeier - Osterfeuer

Bei der Lichtfeier erhalten die Gottesdienstbesucher am Kircheneingang eine Kerze, die dann an der Osterkerze, welche die gesamte Osterzeit bis Pfingsten brennt, angezündet wird. Danach wird sie neben das Taufbecken gestellt und brennt während des Taufvorgangs.

Dieser Brauch geht zurück auf die Osterfeuer, welche schon in heidnischen Zeiten entfacht wurden. So wollte man die Sonne, welche im Winter so sparsam Licht und Wärme spendete, wieder herab zur Erde holen. Mit Musik, Gesang und Tanz wurden im Frühling zur Tag- und Nachtgleiche die hierfür zuständigen Götter wieder aufgeweckt. Flammräder, welche Hügel hinab gerollt wurden, kamen ebenfalls zum Einsatz.

Die ersten christlichen und geweihten Osterfeuer gab es um 750 nach Christi in Frankreich, in Deutschland seit dem 11. Jahrhundert. Im 10. Jahrhundert ersetzte man diese Feuer teilweise durch die Osterkerze, welche der Papst schon Anfang des 5. Jahrhunderts in Rom verwendete, bzw. ergänzte das Osterfeuer hiermit. Die Symbolik wurde auf Gott übertragen - für den christlichen Glauben und die Wiederauferstehung und Erscheinung Jesu als Osterlicht. Jede Familie aus dem Dorf mußte zu diesem Osterfeuer Brennmaterial liefern. Damals wurde daß Osterfeuer mit Stahl aus einem Stein geschlagen oder mittels Brennglas am Ostersamstag vor der Kirche entfacht. Die Osterkerze entzündete man an diesem geweihten Feuer. Mit einer feierlichen Prozession trug man das Licht Christi in das noch dunkle Gotteshaus. Umgekehrt wurde es aber auch Brauch, daß Osterfeuer mit der Osterkerze anzuzünden. In der heutigen Zeit finden Osterfeuer meist am Ostersonntag in freien Lagen, wo keine Gefahr von übergreifendem Feuer besteht, statt.

Taufe bzw. Tauferneuerung

Während der Tauferneuerung wird das Taufwasser für das ganze Jahr geweiht, welches die Gläubigen mit nachhause nehmen, wo es sie vor Unheil schützen soll.

Eucharistie (Abendmahl)

Die Abendmahlsfeier soll an die Auferstehung Christi erinnern. Demjenigen, der sein Taufversprechen während dieser Feier oder auch am Jahrestag der Taufe erneuert, wird ein vollkommener Ablass gewährt.

Hier ein Link über die Ablasspraxis der katholischen Kirche:
http://kath-zdw.ch/maria/ablass.html

Osterlamm

Das Lamm oder auch die Ziege symbolisieren Wehrlosigkeit ( hier gegenüber fleischfressenden Wildtieren und auch dem Schlächter), aber auch Reinheit und Friedfertigkeit - so auch Jesus Christus, von dem man sagt, daß er kein Fleisch gegessen haben soll. Schon im Alten Testament ist es das klassische Opfertier der Juden gewesen, und zum Passahfest wird rituell als Dank an Gott ein Lamm geschlachtet und verspeist. Doch dieser Brauch ist noch viel älter, denn schon in heidnischen Zeiten war es üblich, den Göttern Tieropfer zu bringen.

In einem der zehn Gebote heißt es: "Du sollst nicht töten!". Jesus übertrug diese Anweisung auch auf jegliche Tierart. Er aß kein Fleisch und hielt seine Jünger an, es ihm gleichzutun. Zudem bat er seine Jünger, wie er vom Genuß des Weines abzusehen, eine Bitte, welche im Widerspruch zu anderen Bibelstellen steht, wie dem letzten gemeinsamen Abendmahl mit seinen Jüngern. Die frühen Christen hielten sich an das Fleisch- und Alkoholverbot. Im 4. Jahrhundert durften auf Druck des damaligen Papstes Damasus die Bibel diesbezügliche Passagen nicht mehr enthalten, weshalb spätere Christen den alten Brauch, Lammfleisch unter den Altar zu legen, Brauch, welches geweiht und am Auferstehungstag gegessen wurde, wieder aufnahmen.

Lammbraten kommt jedoch heutzutage eher selten noch auf den Festtagstisch. Allerdings sind Hasen- und Kaninchenbraten noch ein beliebter und gern gegessener Ersatz.

Man zieht es vor, Osterlämmer traditionell am Gründonnerstag aus Biskuitteig für das Osterfrühstück gebacken. Tradition haben aber auch das Osterbrot sowie der Osterzopf aus gesüßtem Hefeteig.

Hier zwei Links zu dieser Thematik:

Ist Osterlamm christlich ?
http://www.freiheit-fuer-tiere.de/vorschau/ist-ost...

Das Opferlamm - ein Blutopfer des christlichen Glaubens (mit Kurzvideo)
http://www.tierrechtsstimme-entlemax.de/2012/04/06...

Ostereier

Eier galten schon immer als Fruchtbarkeitssymbol, und zum Frühlingsfest verschenkte man sie zu Ehren der Göttin Ostara, was dann von der damaligen Kirche unter Strafe gestellt wurde. Es heißt, daß aus diesem Grund die Eier nicht mehr persönlich verschenkt, sondern zum Suchen versteckt wurden. Erst viel später wurden sie das Symbol der Auferstehung Christi, verglichen mit einem aus der Schale (Tod) schlüpfenden Küken (Leben). Nachweislich wurden Eier ab dem 12. Jahrhundert geweiht. Während der Fastenzeit kochte man sie hart, um sie haltbar zu machen. Damit sie sich von gewöhnlichen unterschieden, färbte man sie nachweislich seit dem 13. Jahrhundert bunt. Hierfür kochte man sie zusammen mit färbenden Blüten und Blättern - Reiche vergoldeten sie auch. In Osteuropa verzierte man die Eier besonders kunstvoll.

Eine alte Tradition ist auch das Verzieren ausgepusteter Eier, welche mit einem Faden versehen werden und der Dekoration von Osterzweigen, Sträuchern und Bäumchen - oft in Kombination mit bunten Bändern - dienen. Es heißt, daß man diese früher an den Zweigen befestigte, um sich so vor Hexen und bösen Geistern und vor dem Bösen allgemein zu schützen. Dieser Aberglaube ist auch heute noch in ländlichen Regionen tief verwurzelt.

Im Nachhinein wurden auch andere tägliche Lebensmittel wie Brot, Schinken und Käse zum Weihen mitgebracht, um die Fastenzeit christlich mit einem Osterfrühstück zu beenden.

Osterhase

Im 17. Jahrhundert wurde der Osterhase als Eierlieferant von evangelischen Christen "erfunden", welcher angeblich die Eier legte, bemalte und dann versteckte. Es sollte eine Alternative zu den katholischen und orthodoxen Osterbräuchen darstellen. Der Hase ist aufgrund seiner Fruchtbarkeit seither das Symbol für Ostern und neues Leben. In anderen Gegenden waren es auch Tiere wie Hahn, Kuckuck, Fuchs oder Storch - doch im Endeffekt setzte sich überall der Osterhase durch.

Ostersüßigkeiten und Ostergeschenke

Süßes zu Osten ist inzwischen schon zu einer Tradition geworden. Schokoladenosterhasen, Maikäfer, Marienkäfer und Eier aus Schokolade, gefüllt und ungefüllt, Marzipaneier, Osterfiguren aus Fondant und Weingummis, österlich verpackte Süßwaren, Pralinen und Schokolade - der Fantasie sind hier inzwischen keine Grenzen mehr gesetzt. Die ersten Schokoladenosterhasen wurden vor 110 Jahren noch von Konditoren in Handarbeit unter Verwendung von Gußformen hergestellt, auch fabrikmäßig ab dem Jahre 1920.

Inzwischen beliebt sind statt der oder zusätzlich zu den Süßigkeiten auch kleine Ostergaben wie Bücher, Malbücher, Armbanduhren, Plüschlämmer - und -hasen und andere nützliche und weniger nützliche Sachen. Befragungen für das Jahr 2014 ergaben, daß Eltern inzwischen pro Kind für Osterpräsente durchschnittlich 45 Euro ausgeben. Bei 28 Prozent sind es 10 bis 25 Euro, bei 32 Prozent 25 bis 50 Euro und bei 27 Prozent 50 bis 100 Euro. 12 Prozent der Befragten geben sogar mehr als 100 Euro für Geschenke aus, während nur 5 Prozent in diesem Jahr auf das Schenken ganz verzichten wollen.

Ostergrußkarten

Sie erfreuen sich schon seit über 100 Jahren größter Beliebtheit. Die Motive: Frühlingsblumen, Küken, Osterhasen (hier oftmals Kaninchen, da man sich schwertut, diese beiden Gattungen zu unterscheiden) - mal kunstvoll gestaltet, mal kitschig. Wo hier die Grenze zwischen Kunst und Kitsch liegt, darüber scheiden sich die Geister. Kirchliche Organisationen bieten aber auch Karten mit christlichen Motiven an.

Osterspaziergang

Er geht traditionell zurück auf die Begebenheit in Emmaus. Die Jünger kehrten nach diesem Erlebnis zurück nach Jerusalem, um dort darüber zu berichten. Daraus entstand der sogenannte Emmaus-Gang, welcher mit Gesang und Gebet vollzogen wurde. Später entwickelte sich daraus der heutzutage so beliebte Osterspaziergang, welcher sich nicht nur anbietet, die reichlichen Osterköstlichkeiten abzulaufen, sondern die Spaziergänger gleichzeitig mit der neu erwachten Natur konfrontiert.

Hier zwei weitere Beiträge zur Thematik:

Heiteres und Besinnliches über die Fastenzeit
http://www.lokalkompass.de/xanten/kultur/heiteres-...

Karfreitag - so könnten sich die Ereignisse tatsächlich zugetragen haben !
http://www.lokalkompass.de/xanten/kultur/karfreita...
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