Das "Stabat mater" im galanten Stil

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Die aus Birten stammende Sängerin Dorothe Ingenfeld tritt am Sonntag in der evangelischen Kirche auf. (Foto: privat)
Xanten: evangelische Kirche |

In der evangelischen Kirche am Xantener Markt erklingt am Sonntag 1. Februar, um 15 Uhr das Stück „Stabat Mater“ des Komponisten Giovanni Pergolesi. Es gibt nur wenige Stücke, die bei vielleicht allen Musikern gleichermaßen Begeisterung auslösen und Spielfreude wecken. Das Stabat Mater von Pergolesi gehört dazu.

Xanten. Der Text ist ein mittelalterliches lateinisches Gedicht, das die Mutter Jesu im Schmerz um den Gekreuzigten besingt. Über 50 Komponisten haben sich in über 500 Jahren an dem Werk versucht. Die Fassung von Pergolesi ist vermutlich die am meisten Aufgeführte. Das mag auch an der Besetzung liegen, die mit Sopran und Alt Solo, Streicher und Orgel auskommt. Vor allem aber liegt es am Beginn des Stückes, der zum Beispiel für Rousseau „das vollkommenste und bewegendste Duett war, das je ein Komponist geschrieben habe.“

Traumhafter Beginn


Nach diesem traumhaften Beginn wechseln sich Arien und Duette der beiden
Sängerinnen ab, die alle Gefühle zulassen, die in dem Trauerprozess möglich sind. Von Liebe, über Wut, Trotz, Demut, Starre, Ergebenheit
spricht die Musik ohne jemals zu beschweren. Nein, sie erleichtert das Herz! Pergolesi schuf eine fein ausbalancierte Folge von sieben Duetten und fünf Arien, die sich von seinen übrigen geistlichen Kompositionen deutlich unterschieden. Wo da Gravität und Pomp den Ernst der Komposition in barocker Manier verkörperten, ist es hier ein leichterer, gar ein galanter Stil, der sein „Stabat mater“ prägt, ein Muster empfindsamer Kirchenmusik. Das wurde von einem Teil der Zeitgenossen als süßlich oder gar opernhaft angesehen.

Dorothe Ingenfeld aus Birten


Neben den Sängerinnen Karolina Bachmann (Sopran) und Dorothe Ingenfeld (Alt) agieren das Mercator Ensemble der Duisburger Philharmoniker mit Matthias Bruns (Violine), Peter Bonk (Violine), Eva Maria Gambino ( Viola), Hanno Fellermann ( Contrabass) und Peter Bartetzky-Continuo (Orgel).
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Hildegard van Hueuet aus Xanten | 28.01.2015 | 13:11  
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