MGV Martonair lockt Gäste und sucht Verstärkung

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Szene aus dem Stück "Brinkhoff II".
 
Szene aus dem Stück "Brinkhoff II".

Zur Welturaufführung ihres Historicals „Brinkhoff II – Ich bin wieder da“ lud jetzt der MGV Martonair in die Aula des Schulzentrums Alpen. „Brinkhoff II“ ist die Fortsetzung des ersten Teils, mit dem der MGV vor zwei Jahren die Zuschauer begeisterte.

„Ein bisschen davon weg, nur mit Noten in der Hand dazustehen und zu singen“, so Tono Baranowski, Sprecher des Chores, wollte die Herrenrunde, für die das Stück vor zwei Jahren eigentlich als Abschiedsvorstellung geplant war. Doch begeisterte man einerseits das Publikum gewaltig, machte andererseits auch kräftig Werbung in eigener Sache. So kam es jetzt tatsächlich zu „Brinkhoff II“.

Vor zwei Jahren stand der Chor vor der Auflösung. Zu wenige Mitglieder standen noch in den Reihen, und diese waren einfach in der Summe zu alt. Das Stück um den Räuberhauptmann Brinkhoff war damals als Schwanengesang geplant. Doch meldeten sich nach dem Konzert überraschend 13 neue Sänger an, der Chor wuchs somit wieder auf ordentliche 33 Mitglieder an. Auch der Altersschnitt sank gewaltig, nicht zuletzt dadurch, dass der jüngste Sangesbruder grade einmal 24 Jahre ist. Von seinerzeit 72,5 Jahren im Durchschnitt sorgte das frische Blut für eine Verjüngung auf 66,9 Jahre.

Nichtsdestotrotz sind einige Mitglieder deutlich jenseits der 75 Jahresgrenze. „Und da kann schnell einer von heute auf morgen ausfallen, weil er das gesundheitlich nicht mehr schafft“, hat Baranowski bereits das eine oder andere Mitglieder aus solchen Gründen ausscheiden sehen. Doch hat der Erfolg von vor zwei Jahren die Chormitglieder, das älteste Mitglied hat bereits seinen 83. Geburtstag gefeiert, hoffnungsfroh gestimmt, dass auch die neue Veranstaltung am Ende zu der dringend gesuchten Verstärkung führt.

Im Jahr 1963 wurde der MGV als Werksgesangsverein der Firma Martonair (heute IMI) mit seinerzeit 28 Betriebsangehörigen gegründet. Hans Juchem war der erste Dirigent, der sich der Sänger annahm. Ihm folgte 1980 Hans-Heinrich „Struppi“ Struberg, nach, der bis heute für die richtigen Einsätze bei den Männern sorgt. Seiner Feder sind zudem mit 17 von 24 Stücken die meisten Melodien des Historicals entsprungen. Ging das Komponieren „Struppi“ möglicherweise noch recht leicht von der Hand, war es eine ganz andere Sache, dem Chor beizubringen, wie er sich in dem Historical zu verhalten hat. „Es war erst einmal ungewohnt, ganz ohne Noten zu singen. Dann hat man das endlich gelernt, dann mussten wir uns beim Singen auch noch bewegen. Und schließlich hatte der Tenor nicht mehr einen anderen Tenor neben sich, sondern alle waren wild durcheinander“, schildert Baranowski den langen Weg, der aber auch sehr viel Spaß bereitet hat.

Gut anderthalb Jahre Vorbereitung hat das Stück benötigt, zumal nicht ein einziger musikalischer Sangesprofi dabei ist. Gestartet war der Chor mit seiner wöchentlichen Probe, am Ende waren dann aber doch zwei, drei Proben in der Woche nötig. Nun steht der MGV Martonair allerdings vor einem Problem. „Wir haben keine Ahnung, mit was wir als nächstes auftreten können“, meint Baranowski. Denn in Anzug und mit Noten in der Hand, das will nun keiner der Sänger mehr so wirklich.

Doch wer weiß, wenn auch diesmal die Aufführungen den gewünschten neuen Mitgliederschwung bringen und bei den Proben montags von 19.30 Uhr bis 21 Uhr in der Gaststätte „Zur Hoffnung“ in Alpen neue Stimmen erklingen, vielleicht halten dann auch neue Ideen Einzug. Und in zwei Jahren dann lockt der MGV Martonair wieder die Alpener scharenweise zu einer außergewöhnlichen Aufführung mit starken Stimmen.
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Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn | 18.11.2015 | 06:26  
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