Xanten feiert seinen St. Viktor-Dom

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Der Dom im Licht der Abendsonne. Mit einer Festmesse und einem Festakt wird das 750-jährige Bestehen der Kathedrale im Herzen von Xanten am Sonntag gefeiert. (Foto: Elke Aaldering)

Mit einem Pontifikalamt feiert die Propsteigemeinde St. Viktor am Sonntag, 25. August, die Grundsteinlegung des gotischen Domes in Xanten vor 750 Jahren. Um 10 Uhr zelebriert der münstersche Bischof Dr. Felix Genn im Dom die Festmesse. Zum anschließenden Festakt, der im Dom stattfindet, hat die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin, Hannelore Kraft, ihr Kommen zugesagt.

Xanten. Der Wiederaufbau des Domes nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in besonderer Weise vom Land Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Reinhard Hoeps aus Münster, der am „Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik“ lehrt.
 

Neues Wappen



Bereits am Donnerstag, 22. August - am eigentlichen Tag der Grundsteinlegung, wird Weihbischof Dieter Geerlings (Münster), der Xanten durch seine frühere Tätigkeit als niederrheinischer Regionalvikar verbunden ist,  im Rahmen einer Pontifikalvesper um 18 Uhr ein neu gefasstes Wappen von Papst Franziskus I. segnen. Dieses Wappen erinnert an die Erhebung des Xantener Domes zur päpstlichen „Basilika Minor“ durch Papst Pius XI. im Jahr 1937.
Der 22. August gilt gleichsam als Tag der Grundsteinlegung für die neue, hochgotische Stiftskirche. Im Kalendarium des Liber Albus, einer für das Stift Xanten unschätzbaren Sammelhandschrift, befindet sich am Rand die Eintragung über den Beginn der Bauarbeiten für den neuen Chorraum der Stiftskirche.  
Der Westbau der heutigen Stiftskirche in Xanten war bereits 1180/90 bis 1213 in Form einer Westchorhalle mit mächtigen Türmen am alten romanischen Vorgängergebäude begonnen worden. 1263 legte Propst Friedrich von Hochstaden, der Bruder des Kölner Erzbischofs Konrad, den Grundstein des Domes, dessen etliche Vorgängerbauten in der Mitte des 4. Jahrhunderts wurzelten. In Xanten entstand die größte gotische Basilika zwischen Köln und der Nordsee, die mit ihren Nebengebäuden 1550 fertiggestellt wurde. In einzigartiger Weise haben sich in Xanten die Gebäude des Stifts am Kreuzgang und auch ein großer Teil der Stiftsherrenkurien erhalten.

Hohe Baukunst



„Ähnlich dem Kölner Dom, der aus der Köln-Bonner Bucht emporragt wie ein baukünstlerisches Manifest gotischer Architektur, überstrahlt der Dom in Xanten die niederrheinische Ebene“, schwärmt der frühere
Landeskonservator Prof. Udo Mainzer über das sakrale Bauwerk.
Noch stärker als der Außenbau fasziniert der Innenraum durch seine kühne Geschlossenheit, die den Kirchenkörper trotz seiner abschnittsweisen Bauabfolge wie aus einem Guss anmuten lässt. Die Schritte des Baufortgangs lassen sich an St. Viktor ablesen wie in einem Musterbilderbuch der Formen- und Stilentwicklung innerhalb der gotischen Epoche, die von der Bauzeit dieser Kirche in ihrer zeitlichen Gesamtheit umfasst wird.

Mystisches Licht

 

Doch so bedeutsam der Dom baugeschichtlich auch ist: Für den Pfarrer an der St.-Viktor-Kirche, Propst Klaus Wittke, stehen die pastoralen Aspekte im Mittelpunkt. Das Zitat aus dem ersten Petrusbrief: „‘Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein‘, ist nicht von ungefähr das Motto des Jubiläumsjahres.
Denn neben der Leichtigkeit und Schönheit der Architektur dieses gotischen Kirchenbaus beeindruckt den Seelsorger vor allem das mystische Licht, das das Innere des Doms durchflutet und diese Kirche zu einem überirdischen, nach innen strahlenden Schrein macht, der das kostbare Reliquienheiligtum, die Gebeine des heiligen Viktor und eine Vielzahl weiterer bedeutender Reliquien beherbergt.
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3 Kommentare
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 20.08.2013 | 12:00  
Christoph Pries aus Xanten | 20.08.2013 | 12:16  
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Armin Mesenhol aus Kamp-Lintfort | 20.08.2013 | 12:18  
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