Karl Quass: Der Mann an der Klappbrücke

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Karl Quass behält an der Brücke den Überblick. Gerade im Sommer ist hier richtig was los.
Xanten: Klappbrücke Wardt |

Karl Quass hat es nicht eilig. Wer gut organisiert ist und sich die Zeit richtig einteilt, braucht nicht zu hetzen. Der 70-Jährige sorgt dafür, dass die Brücke in Wardt regelmäßig hochklappt, damit das Fahrgastschiff Seestern und Segelboote ungehindert über die Xantener Seenplatte schippern können. Für Karl Quass ist es die erste Saison im Wachhäuschen am Wardter Ortseingang. „Ein interessanter Job, der nie langweilig wird,“ zeigt er sich begeistert.

Xanten-Wardt. Der Regen pladdert auf die Klappbrücke in Wardt. Vom Ufer lärmt eine Gruppe Jugendlicher beim „Stand up Paddeling" und bringt Brückenwärter Karl Quass mit slapstickreifen Einlagen zum Schmunzeln. „Langeweile kommt bei dem Job nicht auf, schon gar nicht, wenn in den Sommermonaten die Badegäste in Scharen zum Strandbad strömen.“ Karl Quass muss dann alles im Auge behalten. Aus sieben Richtungen können Fußgänger, Rad-, Motorrad- und Autofahrer zur Brücke gelangen. Dann gilt es den richtigen Zeitpunkt abzupassen, wann es am günstigsten ist, die Brücke hochzuklappen, damit das Fahrgastschiff Seestern ungehindert passieren kann.
„Manchmal ist der Herdentrieb bei dem ein oder anderen recht ausgeprägt, so dass er doch noch schnell die Gruppe, die gerade die Brücke passiert hat, einholen möchte.“ Dann kann Karl Quass durchaus energisch werden, Sicherheit geht schließlich vor. Aber ein derartiges Verhalten ist die Ausnahme. Die meisten warten geduldig die paar Minuten bis die Klappbrücke wieder heruntergefahren ist, um dann ihren Weg fortsetzen zu können. Kein Zweifel, der Job macht Spaß. Man lernt viele Leute kennen, die an diesem Knotenpunkt vorbeikommen. Viele Touristen fragen nach Wanderwegen oder zur Geschichte des Freizeitzentrums. Karl Quass hat für jeden ein Ohr, schließlich wird die Brücke etwa im 40 Minutentakt geöffnet. Und wenn es dann doch mal ruhiger ist, beobachtet Karl Quass die Natur. „Unter der Brücke nisten Schwalben, die sich nicht davon stören lassen, dass ihre Eier hoch- und runtergehoben werden“.

Konzentriert arbeiten


Beim Sudoku oder mit Kreuzworträtseln entspannt sich der Brückenwärter nach einem Hebevorgang, der viel Konzentration erfordert. Inzwischen ist Karl Quass für viele kein Unbekannter mehr. Ein Wardter Altbauer kommt täglich mit dem Rad vorbei und hält ein Pläuschen. Zwischen 6 und 11 Mal täglich wird die Brücke von Karl Quass und seinen vier Kollegen Woche für Woche in der Saison hochgeklappt.
„Bislang hat die Brücke reibungslos funktioniert, die Technik arbeitet mit Gewichten, so dass im Notfall auch mit einer Kurbel gearbeitet werden kann“, so der 70-Jährige. An die interessante Teilzeitbeschäftigung ist Karl Quass übrigens durch den Xantener gekommen. Hier hat er ein entsprechendes FZX-Stellenangebot gelesen.
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