Neujahrsbesuch der Schornsteinfeger im Rathaus

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Schornsteinfegermeister Josef van Nahmen überreicht Bürgermeister Thomas Görtz im Namen der Xantener Schornsteinfegerinnen und -feger traditionsgemäß eine Magnum Flasche Sekt im Kreise seiner Kollegin und Kollegen, sowie Niklas Franke vom Dienstleistungsbetrieb Xanten. "Die Flasche", so Görtz, "wird, wie jedes Jahr in die Altweiberfastnacht einfließen".

Hoheitliche und handwerkliche Aufgaben 

Immer noch Glücksbringer für viele



Jeder kennt sie, die Frauen und Männer in Schwarz mit Zylinder und Kehrwerkzeug. Schornsteinfeger waren und sind aus unserem Alltag nun mal nicht wegzudenken. Längst vorbei sind jedoch die Zeiten, in denen nur der Kamin gekehrt wurde; denn heute handelt es sich bei diesem Beruf um einen hoch technisierten, der ein umfangreiches Wissen erfordert. So berichteten die Schornsteinfeger, beziehungsweise die Schornsteinfegerin, welche am Freitag, wie in jedem Jahr, dem Xantener Bürgermeister Thomas Görtz mit ihrem Neujahrsbesuch die Ehre erwiesen, aus ihrem Alltag, der nicht nur aus handwerklichen Tätigkeiten besteht, sondern auch hoheitliche Aufgaben beinhaltet. So muss zum Beispiel jeder neu aufgestellte Kaminofen oder offene Kamin angemeldet werden, damit eine Feuerstättenschau durchgeführt werden kann. Hierbei kontrolliert der Schornsteinfeger, ob die Feuerstätte den aktuellen Richtlinien entspricht und klärt die Betreiber über ihre Rechte und Pflichten auf. Hin und wieder müssen diese dann auch schmerzhaft erfahren, dass billig nicht immer gut ist. „Einige Leute“, so Josef van Nahmen, Schornsteinfegermeister und Inhaber des gleichnamigen Xantener Betriebes, „freuen sich, dass sie im Internet einen günstigen älteren Kaminofen „geschossen“ haben und fallen aus allen Wolken, wenn wir ihnen klar machen müssen, dass dieser gar nicht mehr betrieben werden darf, weil er nicht den aktuellen Anforderungen entspricht“. So gilt auch hier der oft zitierte Satz: „Billig gekauft, ist oft zwei- oder dreimal gekauft“.
Auch die Materialien, die verbrannt werden, entsprechen nicht immer den Vorschriften. Van Nahmen: „Wer weiß schon, dass es zum Beispiel verboten ist, Zeitungspapier oder Eierkartons zu verbrennen?“ Dass keine Abfälle oder behandeltes Holz verbrannt werden dürfen, sollte jedoch selbstverständlich sein. Eine Zuwiderhandlung gegen die entsprechenden Vorschriften kann teuer werden und die Schornsteinfeger sind angehalten, diese zu melden.
Aber auch angenehme Nebenerscheinungen prägen den Alltag des „Schwarzen Mannes“. So gehört der Schornsteinfeger immer noch zu den beliebtesten Glücksbringern, den die Leute mal anfassen, ihm über die Schulter spucken oder rechts und links an ihm vorbeigehen wollen. „Ob es vor dem Lottoladen ist“, so Manuela Lomme, eine von zwei Schornsteinfegermeisterinnen im Kreis Wesel, „oder einfach auf der Straße, als Glücksbringer sind wir immer noch gefragt“. Auch die soziale Komponente spielt eine Rolle, denn viele Leute, besonders allein lebende, erzählen gerne von ihren Sorgen, ihren Nöten; aber auch von ihren positiven Erlebnissen. Lomme: „Da muss man immer ein offenes Ohr haben“.

Randolf Vastmans
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