Eiche, Teufel, armer Knecht und Goldschatz- Ein Wintermärchen

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Eiche im Winter noch im Laub in Xanten Hochbruch
Neben einem Kindergarten in Xanten wächst eine prächtige, knorrige Eiche. Sie fällt auf, weil sie im Winter (Januar 2017) immer noch belaubt ist. Dies im Gegensatz zu den anderen Laubbäumen in Wald und Flur.
Der Sage nach spielte hierin der Teufel eine Rolle.
Frei nacherzählt nach "Wien in seinen Sagen, Eva Bauer."
Ein Bauer am Niederrhein war wegen schlechter Ernten hoch verschuldet. Deshalb wollte er seine einzige, wunderschöne Tochter mit dem zwar garstigen aber reichen Nachbarn vermählen. Doch das Mädchen war in den Knecht verliebt, der arm war und vom Vater daher nicht als Bräutigam gebilligt wurde.
In einer hellen Mondnacht, als der Knecht vor lauter Liebeskummer nicht schlafen konnte, ging er im nahen Wald Hees spazieren. Müde rastete er unter einer Eiche. Da näherte sich ein Jäger und sprach ihn an. Es war der Teufel. Der bot ihm einen Goldschatz an, damit der Knecht sein Mädchen heiraten konnte. Sie vereinbarten, dass der Teufel seine Seele bekäme, sobald die Eiche blattlos wäre.
Damit war der Teufel einverstanden und verschwand ohne Abschied. Zurück auf dem Hof fand der Knecht eine Metallschüssel, randvoll gefüllt mit antiken, römischen -sehr wertvollen- Goldmünzen. Hiervon wurden die Schulden des Bauern bezahlt, und es wurde Hochzeit gefeiert Das Paar lebte zufrieden, bis der Herbst die Bäume verfärbte. Die Blätter fielen. Nur diese Eiche behielt das Laub. Der Teufel, der regelmäßig den Baum überprüfte, wartete auf den Frost, dann auf die Frühlingsstürme. Allmählich verlor die Eiche zwar die braunorangen Blätter, doch schon wuchsen im Frühling viele junge, grüne Blätter an den Zweigen. Kahl wurde die Eiche nie. So ging es Jahr für Jahr.
Der Teufel sah ein, dass die Seele des Knechtes für ihn verloren war. So verließ er den Niederrhein -er hielt seine Verträge ein- und ward dort nicht mehr gesichtet. Nur eine Spur Schwefel lag noch viele Jahre in der Luft, bis Gülle auf den gedüngten Äckern den teuflischen Geruch verdrängte.
Und, wenn die diese Eiche hier in Xanten nicht gefällt wird, kann sie bis zum Jahre 2550 die Luft verbessern, zahlreichen Tieren (Vögeln, Insekten, Eichhörnchen) als "Wohnbereich" dienen und den Kindergarten bewachen!
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