Hatten Sie auch schon einmal ein Wespennest im Nistkasten? - Wissenswertes über Wespen!

Nest mit Außenhülle
 
Wabenaufbau des Nestes - rechts die Außenhülle mit toten Wespen.
 
Detailansicht
Xanten - Marienbaum, 03.08.2011

von Christel und Hans-Martin Scheibner

Eigentlich hatte mein Nachbar ja die Nistkästen als Brutplatz für Vögel aufgehängt. Doch eines dieser Häuschen hatte es einer Wespenkönigin angetan, welche dort ihren eigenen Staat gründete.
Der Nachbar überließ das Nest sich selbst. Als keine Aktivitäten mehr zu beobachten waren, sah er sich das Nest am Wochenende genauer an. Dies war mit einer Schimmelschicht überzogen, und es waren noch einige Larven vorhanden, welche man sich selbst überlassen hatte, sowie einige tote Wespen. Das entspricht eigentlich nicht ihrem Artverhalten.

Wespennester sind nur einjährig

Eine Wespensaison umfaßt in etwa den Zeitraum von Ende April bis Ende September.

Der Wespenstaat wird im Frühjahr von der Königin gegründet. Oft legen sie ihr Nest in der Nähe ihres Überwinterungsplatzes an, jedoch benutzen sie kein Nest aus dem Vorjahr. Alle Arbeiterinnen, Drohnen sowie zukünftige Königinnen stammen von dieser Königin ab.

Nach dem natürlichen Untergang des Staates im Herbst zerfällt das Nest durch Feuchtigkeit und Schimmelbefall innerhalb kurzer Zeit. Stirbt jedoch die Königin vorzeitig, geht der Staat ebenfalls zugrunde. Auch ein ungünstig gewählter Platz für den Nestbau kann zu vorzeitiger Durchfeuchtung und somit zum Verschimmeln des Nestes führen.

An frostgeschützten Stellen wie Holz - und Komposthaufen, Hohlräumen an Gebäuden verbringen die Wespenköniginnen, welche zuvor sich noch mit einem Drohn gepaart hatte, den Winter. In ihrem Körper befindet sich das Frostschutzmittel Glycerol, welches sie Temperaturen von bis zu minus 20°C überstehen läßt.

Ein Wespennest besteht aus Papier

Es heißt, Wespen seien die ersten Papierhersteller gewesen. Für die Herstellung ihres Nestmaterials verwenden sie Holzfasern, welche sie je nach Art von verwittertem oder morschen Holz abschaben, zerkauen und so mit Speichel vermischen. Die Nester können je nach Art und verwendetem Material grau, beige oder braun gefärbt sein.

Die Außenhülle der Nester besteht aus Wespenpapier und isoliert den Wabenbau durch eingebaute Taschen und Hohlräume.

Werden die Nester in zu kleine Hohlräume gebaut, kommt es mit dem Heranwachsen des Staates rasch zu Wohnungsnot. Das Wespenvolk zieht an einen günstigeren Platz um. In den ersten Wochen herrscht zwischen dem alten und neuen Nest ein regelrechter Pendelverkehr, welcher jedoch nach und nach eingestellt wird. Der Bau des neuen Nestes geht meist sehr schnell, da nun reichlich Arbeiterinnen beim Nestbau helfen. Das alte Nest zerfällt.

Berichtet wird, ein armer Weber mit Namen Friedrich Gottlob Keller aus Sachsen, hätte im Jahr 1840 Wespen beim Nestbau beobachtet. Durch Versuche entstand das erste Papier aus Holz, eine Grundsubstanz, welche in größeren Mengen zur Verfügung stand als die sonst verwendeten Lumpen.

Eine Wespenarbeiterin lebt nur 4 Wochen

Eine Wespenarbeiterin hat einen vielfältigen Aufgabenbereich, welcher streng geregelt ist.

Ihre erste Aufgabe nach dem Schlüpfen besteht im Putzen der Wabenzellen, um sie auf das Eierlegen der Königin vorzubereiten.

Weitere Aufgaben in den nächsten Wochen sind die Erweiterung des Nestraumes, der Waben und der Schutzhülle, wofür sie das Baumaterial herbeischaffen müssen. Auch das Herbeischaffen des Futters, Füttern und Pflegen der Larven und die Beseitigung von Abfall fällt in ihren Aufgabenbereich. An heißen Tagen wird das Nest durch Fächeln mit den Flügeln und besprengen mit Wasser gekühlt oder durch Zittern mit der Brustmuskulatur gewärmt. So bleibt eine konstante Temperatur von etwa 30°C erhalten.

In ihrer letzten Lebenswoche bewachen und verteidigen sie den Nesteingang.

Durch ihren Dienst am Wespenvolk haben sie so die Grundlage für die nächste Generation geschaffen.

Wespen haben wichtige Aufgaben in der Natur

Sie sind wichtige Blütenbestäuber. Als Insektenfresser regulieren sie den Naturhaushalt. Ein Wespenvolk normaler Größe vertilgt etwa 250g Insekten am Tag. Untersuchungen haben ergeben, daß 300 Arbeiterinnen in 6 Stunden 2500 Fliegen und 650 andere Insekten erbeuten. 2 - 3 Meisenfamilien vertilgen in etwa die gleiche Menge pro Tag, jedoch nur während der Brutsaison.. Sollte sich also einmal ein Wespenvolk im Bereich Ihres Gartens niederlassen, haben Sie die gesamte Saison einen natürlichen Insektenvertilger.

Angst vor Wespenstichen?

Nach dem Tod der diesjährigen Königin befinden sich nach und nach immer weniger Larven in den Waben. Die Arbeiterinnen erhielten von ihnen sozusagen als Dank für das Füttern jedes Mal ein süßes Speicheltröpfchen als Nahrung. Aber auch Honigtau von Blattläusen; reifes Obst und Nektar dienten ihnen als Nahrung. In einem Staat leben aber immer noch 2000 bis 7000 Arbeiterinnen, welche sich nun nach anderweitigen Nahrungsquellen umsehen müssen. umsehen. Was liegt da näher, als daß einige Wespenarten wie die deutsche oder gemeine Wespe die Behausungen der Menschen anzufliegen ? Süßes und Eiweiß steht auch weiterhin auf ihrem Speiseplan.

Es wird geraten, den Wespen an einer bestimmten Stelle etwas von ihrer Lieblingsnahrung hinzustellen, da sie sich diesen Platz schnell merken und man so von ihnen größtenteils unbehelligt bleibt. Wespenfallen ziehen leider auch viele nützliche Insekten, unter anderem auch Bienen an.

Der Sicherheitsabstand zum Nest besteht etwa 2 Meter. Er sollte keinesfalls unterschritten werden. Hektische Bewegungen im Nestbereich sollten tunlichst unterlassen werden. Das gilt auch für Erschütterungen des Nestes und Manipulation des Fluglochs. Auch sollte man sich nicht in die Hauptflugrichtung stellen.

Die Tiere sollten weder angeatmet, weggepustet oder nach ihnen geschlagen werden. Das macht die Wespen äußerst aggressiv, was auch für den Einsatz von Insektenspray gilt. Erwähnenswert ist, daß diese Sprays für die Insekten nicht sofort tödlich sind und diese so noch in die Nahrungskette z. B. von Vögeln geraten können. Zudem sind sie für Warmblüter, auch für Menschen, ein Nervengift und reizen Haut, Schleimhäute, Augen und die Lunge.

Sollte ein Tier unter ihre Kleidung geraten, wird empfohlen, daß Tier von allein herauskrabbeln zu lassen und nicht danach zu suchen oder es gar zu zerdrücken. Ich gebe zu, das ist reine Nervensache!

Vorsicht ist geboten in der Nähe von Obstbäumen, auf Obst- und Blumenwiesen, beim Essen und Trinken im Freien, aber auch bei der Speisezubereitung bei geöffnetem Fenster, wie z. B. auch die Eigenherstellung von Marmelade.

Was tun bei Wespenstichen?

Der Stachel einer Biene ist für den Einsatz gegen Wirbeltiere eingerichtet, der der Wespen für den gegen Insekten. Sticht eine Biene, bleibt ihr Stachel stecken, und sie stirbt. Wespen können ihren Stachel wieder herausziehen und so mehrmals einsetzen. Sie geben nur 1/10 der Giftmenge von Bienen ab.

Niemals die Stichstelle aussaugen, da das Insektengift über die Mundschleimhäute aufgenommen wird und so zu allergischen Reaktionen führen kann, sondern mit Alkohol betupfen, welcher kühlend, schmerzlindernd und desinfizierend wirkt. Eine ähnliche Wirkung haben Salben, welche bei Insektenstichen eingesetzt werden. Kühlen mit Eisbeuteln zur Verhinderung von Schwellungen haben sich ebenfalls als sinnvoll erwiesen. Als vorbeugende Maßnahme gegen allergische Reaktionen eine Kalziumlösung (1 Kalziumbrausetablette, gelöst in einem Glas Wasser) trinken. Bei bekannter Allergie auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen.

Zum Abschluß noch ein sehr interessanter weiterführender Link:

http://www.aktion-wespenschutz.de/Wussten%20Sie/Wu...
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17 Kommentare zum Beitrag
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Annegret Freiberger aus Menden (Sauerland) am 03.08.2011 um 19:13 Uhr  
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Günther Gramer aus Duisburg am 03.08.2011 um 19:45 Uhr  
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Gerda Bruske aus Goch am 03.08.2011 um 21:00 Uhr  
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Hans-Jörg Wiezorek aus Duisburg am 12.08.2011 um 09:56 Uhr  
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Hans-Martin Scheibner aus Xanten am 12.08.2011 um 10:03 Uhr  
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