Aktuelle Zusammenfassung der Berichterstattung von der russischen Nachrichtenseite RIA Novosti über das heutige Ereignis.
Genaueres zum Naturereignis
Informationen des Militäramts zufolge wurde am 15.02.2013 um 7 Uhr 20 Moskauer Zeit (4 Uhr 20 MEZ) im Luftraum der Gebiete Swerdlowsk, Tscheljabinsk, Tjumen Kurgan und Swerdlowsk im Südural sowie aus Nordkasachstan der Absturz eines unbekannten Objekts registriert, allerdings weder als Flugzeug noch Ähnliches identifiziert. Wie das Observatoriums von Jekaterinburg mitteilt, handelt es sich um einen Meteoritenregen, und auch die Vertreter des Zentralen Militärbezirks gehen davon aus. Die dadurch verursachte Druckwelle soll Schäden 6 Städten verursacht haben.
Augenzeugen aus etlichen Uralregionen berichten von ungewöhnlichen Phänomenen wie Blitzerscheinungen, Explosionen und Aufflammen am Himmel. Sie hielten diese für Meteoriten oder auch Flugzeugexplosionen, die Druckwelle für eine Gasexplosion. Einige sprechen auch von einer leuchtenden Kugel, deren Flugbahn noch stundenlang als Spur am Himmel zu sehen gewesen sei.
Der Meteorit soll einen geschätzten Durchmesser von 1m gehabt und einige Tonnen gewogen haben, so Valeri Schuwalow von Institut für Dynamik der Geosphären der Russischen Wissenschaftsakademie. Dieser sei dann in der Atmosphäre zerborsten, wobei die auf den Videos zu sehenden Lichtblitze die Druckwelle und eben der Knall entstanden. Viele Splitter seien verdampft, doch einige hätten die Erde erreicht. Er vermutet einen Nickel-Eisenmeteoriten, welcher die nötige Festigkeit habe, um die unteren Atmosphärenschichten zu erreichen.
Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos teilte mit, daß nach vorläufigen Schätzung sich der Meteorit mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Kilometern pro Sekunde in einer geschätzten Höhe von 10.000 m bewegte.
Meteoritenexperte Andrej Olchowatow schätzt die Sprengkraft der Explosion dieses Boliden (Geschoß) auf mehrere Dutzend Kilotonnen, vergleichbar mit der Energiestärke von TNT gleicher Menge.
Obwohl mehr als 60 Meteoritenströme jährlich beobachtet werden, komme so ein Ereignis wie am heutigen Freitag eher selten vor.
Vom Amt des Gouverneurs Michail Jurewitsch von Tscheljabinsk wurde gemeldet, daß eines der abgestürzten Fragmente etwa 1 km von der Stadt Tschebarkul in den Tschebarkul-Sees im Gebiet Tscheljabinsk (Ural) gestürzt sei. Am Seeufer habe sich ein sechs Meter breiter Trichter gebildet, welcher von Angehörigen einer Panzerbrigarde entdeckt worden sei. Oerst Jaroslav Roschtschupkin, Sprecher des amtlichen Wehrbezirks, erklärt die Strahlenbelastung als normal. Die vermutliche Absturzstelle wurde gesperrt, ABC-Aufklärer haben dort ihre Untersuchungen aufgenommen. Militär-Chemiker analysieren die vom Zivilschutz und der örtlichen Innenbehörde gemachten Ergebnisse.
Es werden jedoch noch weitere Absturzstellen vermutet.
Begleiterscheinung des Asteroiden 2012 DA14 ?
Tatjana Bordowizina, die Leiterin der Abteilung für Himmelsmechanik und Astrometrie an der Tomsker staatlichen Universität, sieht im heutigen Ereignis Vorboten des Asteroiden 2012 DA14, welcher gegen 20.30 Uhr mit einem Abstand von nur 28.000 km sehr nahe an der Erde - 8 km näher als ein Satellit - vorbeirasen soll. Der nächste in dieser Größe seit Beginn der Aufzeichnungen. Er hat einen Durchmesser von rund 45 Metern und ein Gewicht von 130.000 Tonnen, Ein Einschlag dieses Asteroiden hätte eine Sprengkraft von 2,4 Megatonnen TNT. Solche Himmelskörper treten oft in Begleitung auf, das heißt, sie können viele kleine Brocken in einem Sog mitführen, welche vor, aber auch hinter ihnen herfliegen können.
Er zieht vom Osten her im Sternbild Jungfrau Richtung Polarstern, ist jedoch zu klein, um ohne Hilfsmittel wie Fernglas oder Teleskop beobachtet zu werden. Man kann seinen Auftritt jedoch im Internet verfolgen, u. anderem überträgt das Clay Center Observatory und Nasa TV.
Hier der Link zum Live-Übertragung (englisch):
http://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/index.html
Die dramatischen Folgen
Mehr als 1000 Menschen seien aufgrund dieses Ereignis durch Glassplitter verletzt worden - davon 200 Kinder - teilte die Sprecherin des russischen Innenministeriums mit. Über 3000 Wohnhäuser, Schulen und weitere Einrichtungen seien beschädigt worden. Auch bei den gemeldeten Sachschäden handelt es sich in den meisten Fällen um zerbrochene Fensterscheiben. Bei frostigen Temperaturen von -18 Grad Celsius frieren die Menschen, deren Fenster beschädigt wurden.
Zuerst war nur von 500 Verletzten die Rede, doch die Stadtleitung Tscheljabinsk meldete unterdessen, dass allein dort 725 Menschen, darunter 159 Kinder, verletzt worden seien.In diesem Gebiet wurden auch die größten Schäden registriert.
Rosatom in der Uralregion sei von dem Meteoritenfall am Freitag nicht betroffen, teilte ein Sprecher mit. In dieser Region befindet sich das größte Atommüllverwertungskombinat Majak.
Auch die Truppenabteilungen und die dort stationierten Verbände des Zentralen Militärbezirks hätten keinen Schaden erlitten. Zu diesem Zeitpunkt hätten keine Militärflüge oder Manöver der Luft- und Weltraumtruppen stattgefunden.
In Gebiet Tscheljabinsk sei jedoch Dach und Mauer einer Zinkfabrik durch die Detonationswelle beschädigt worden.
Raffinierte Bewohner der betroffenen Gebiete sollen eigenhändig Fensterscheiben zerstört haben, um als Meteoritenopfer Schadenersatz zu beantragen. Behörden hätten etliche solcher Fälle aufgedeckt. Man schlage die Glasfenster kaputt, um teurere Plastikfenster zu beantragen, meinte die Polizei dazu.
Die regionalen Fensterhersteller melden nach dem Meteoritenregen eine Verdreifachung ihrer Aufträge.
Kinder wurden aus den Schulen und sonstigen Einrichtungen abgeholt, Arbeitnehmer durften nachhause gehen.
Die Nachfrage nach Verbandsmaterialien, Hydroperoxyd und Jod sowie Beruhigungs- und Herzmitteln in den Apotheken sei drastisch angestiegen, alle stünden unter Streß, sagte eine Apothekenangestellte in der Stadt Kopejsk RIA Novosti gegenüber. Aus Nachrichtensendungen habe man erfahren, daß die Radioaktivität erhöht sei und man die Fenster schließen und zuhause bleiben solle.
Eine Apothekenleiterin in der Gebietshauptstadt Tscheljabinsk, aber auch aus anderen Apotheken wird berichtet, daß die Leute diese Produkte aus Angst davor, tagelang ihre Wohnung nicht mehr verlassen zu können, hamstern würden.Draußen trügen sie medizinischen Gesichtsmasken zum Schutz vor Staub.
Kritik von höchster Stelle
Weder russische noch ausländische Beobachtungsstationen hätten den Meteoriten aufgrund seiner ungewöhnlichen Flugbahn nicht aufspüren können. So ein Ereignis sei zufallsbedingt und sehr schwer vorhersagbar.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat das Meteoriten-Überwachungs- und Warnsystem als unwirksam kritisiert. Ein solches System müsse nicht der Astronomie, sondern vor allem der Warnung der Bürger dienen.
Allen Geschädigten müsse sofort geholfen werden. Die Kräfte des regionalen Zentrums Ural wurden in Bereitschaft versetzt. Es sollen 20.000 Mann im Einsatz sein. Drei Flugzeuge würden das Gelände aus der Luft absuchen. Drei Operativstäbe wurden eingerichtet. Die Polizeistreifen wurden verstärkt, um die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, zudem ergriff man Maßnahmen, um das Eigentum der von Zerstörung betroffenen Bürger zu schützen.
Parteichef Wladimir Schirinowski vermutet amerikanische Waffentests hinter diesem Ereignis
Der Parteichef Wladimir Schirinowski der Liberaldemokratischen Partei Russlands (LDPR) vermutet jedoch, daß es sich nicht um einen Meteoriten, sondern um einen Waffentest der USA über russischem Gebiet gehandelt habe. Es sei kein Meteoritenregen gewesen, sondern eine von den Amerikanern getestete neue Waffe. In den unendlichen Weiten des Kosmos gälten eigene Regeln, da würde nie so einfach etwas hinunterfallen. Wenn etwas fällt, dann geschehe dies durch Menschenhand, Menschen, welche dabei an Krieg denken.
Der Nachrichtensender NTV informiert aus deutsch-amerikanischer Sicht der Ereignisse unter NTV
Lesen Sie auch den zweiten Teil meiner Berichterstattung vom 16.02.2013:
Meteoriten-Einschlag im URAL - Der Tag danach! - Eine Zusammenfassung von aktuellen Berichten vom 16.02.2013 der russischen Nachrichtenseite RIA Novosti. Hier der Link:
http://www.lokalkompass.de/xanten/politik/meteorit...
Meteoritenfall über Tscheljabinsk. Ein Amateurvideo.
Informationen des Militäramts zufolge wurde um 7 Uhr 20 Moskauer Zeit (4 Uhr 20 MEZ) im Luftraum der Gebiete Swerdlowsk, Tscheljabinsk und Tjumen der Absturz eines unbekannten Objekts registriert. Vorläufig geht man von einem Meteoritenfall aus. Augenzeugen berichteten, dass es am Himmel zu Explosionen und Aufflammen gekommen war.
http://de.rian.ru/video/20130215/265530357.html
Meteorit über Russland: Zufallsaufnahmen
Der Meteoriteinschlag über dem Ural hat etliche Zerstörungen verursacht und für Panik gesorgt. Nur dank einem glücklichen Zufall gab es keine Opfer. Hier ein Zusammenschnitt von Zufallsaufnahmen, die Augenzeugen gemacht haben.
http://de.ria.ru/video/20130215/265533788.html
Zum spektakulären VIDEO!!!: YOUTUBE
Hier noch ein Beitrag von bild.de, wo auch die Explosionen deutlich zu hören sind: VIDEO











