Nächtlicher Krötenalarm auf der Bönninghardt

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Keine Chance haben Erdkröten, wenn sie nicht schnell genug die Straße überqueren. (Foto: Fieber)

Aufgrund der milden Witterung der letzten Wochen hat die Wanderung von Kröten, Fröschen und Lurchen hin zu ihren Laichgewässern dieses Jahr früher als üblich eingesetzt.

Alpen. Die Gemeinde Alpen und der Kreis Wesel reagierten zeitnah und aktivierten die nächtliche Sperrung des Issumer Weges auf der Bönninghardt. Neu hinzugekommen ist in Menzelen-Ost die Sperrung der Gester Straße in Höhe des Menzelener Freizeitsees bzw. der Lehmstraße aus Fahrrichtung Wesel-Büderich. Auf beide Sperrungen wird großräumig hingewiesen. Sie erfolgen durch mobile Sperrbaken in der Zeit von 18 Uhr abends bis 7 Uhr morgens.
Die Amphibienwanderung setzt ab einer nächtlichen Temperatur von 6 Grad ein. Regen begünstigt den Start der Laichplatzwanderung von Erdkröten und Teichmolch besonders. Dann zieht es sie mit Macht auch aus der weiteren Umgebung zu den Gewässern in denen sie selbst geboren sind.

Oft ein Todesurteil

Doch auf dem Weg dorthin drohen ihnen vielfältige Gefahren. Insbesondere die Querung von Straßen bedeutet für viele nach wie vor das Todesurteil. Denn eine Erdkröte benötigt rund 20 Minuten, um eine sieben Meter breite Straße zu überqueren.
Um den Straßentod, der durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützten Amphibien zu verhindern, erfolgt die nächtliche Komplettsperrung von Issumer Weg und Gester Straße.
„Leider gibt es Zeitgenossen, die das nächtliche Durchfahrtverbot einfach ignorieren. So mussten wir in den letzten Tagen mehrere überfahrene Erdkröten auf der Gester Straße feststellen.“ so Christian Chwallek vom NABU Alpen.
Besonders schockiert zeigten sich die ehrenamtlichen Helfer des NABU von einem Vandalismus-Akt. An beiden Sperrbaken auf der Gester Straße wurden die Straßenwarnleuchten mutwillig abgerissen und dabei auch die Sperrbaken geschädigt. Die entwendeten Warnleuchten wurden dann in einem gestohlenen Einkaufswagen mitten in Menzelen-Ost stehen gelassen.
„Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn ein Auto nachts in die nun unzureichend erkennbaren Absperrungen gefahren wäre. Dies ist kein kleiner Dumme-Jungen-Streich mehr sondern ein unverantwortlicher Eingriff in den Straßenverkehr!“ erklärt André Emmerichs von der Gemeinde Alpen hierzu. Der Vorgang wurde entsprechend zur Anzeige gebracht.
Auch wenn die nächtlichen Sperrungen die eine oder andere Einschränkung für Autofahrer bedeuten werben Gemeinde und NABU Alpen um Verständnis im Sinne des Artenschutzes.
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3 Kommentare
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Hildegard van Hueuet aus Xanten | 23.03.2017 | 23:47  
Christoph Pries aus Xanten | 29.03.2017 | 11:57  
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Hildegard van Hueuet aus Xanten | 05.04.2017 | 16:16  
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