Baumfällaktion im Xantener Stadtpark sorgt bei Bürgern für Entsetzen

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niedergelegte Blumen und Kerzen an einem der Baumstümpfe
Xanten: Xanten | Manch ein Xantener Bürger blickt dieser Tage im Stadtpark fassungslos auf die zahlreichen frischen Baumstümpfe und das kahlgeschnittene Unterholz.
Im Vorfeld wurde die Abholzaktion als großer Meilenstein angekündigt, der der Umgestaltung der Wallanlagen im Rahmen Xantens als Luftkurort dienen sollte. Doch diese erweist sich in den Augen vieler Bürger als ein Desaster.
Verschiedene Zeichen offenen Protests kündigen davon, dass den Bürgern der Verlust der vielen Bäume sehr nahe geht. Schon vor einigen Wochen hingen in den Wallanlagen Plakate an den Stämmen, die vor weiteren Fällungen warnen sollten. Dort wo die Hagenbuschstraße den Westwall kreuzt, wurden an einem Baumstumpf Blumen und Grablichter als Zeichen der Trauer abgestellt. Das dort aufgestellte Schild kommt mittlerweile auf 135 Fällungen, also mehr als das doppelte der zuvor angekündigten 50 Bäume. An der Ecke Nordwall/Rheinstraße blickt man auf eine große Fassadenmalerei, die den Park mit seinen Baumstümpfen als „Nachruf an 100 Bäume“ zeigt, ein weiteres Mahnmal, im Übrigen gut sichtbar auch für die zahlreiche Touristen, die die Stadt besuchen werden.
Die Stadtverwaltung verspricht zwar für Ersatzpflanzungen zu sorgen, doch wird es viele Jahre dauern, bis sie die Größe diverser gefällter Bäume erreichen werden. Eine ältere Xantener Bürgerin äußert sich dazu folgendermaßen: “Mich macht es traurig, dass ich es nicht mehr erleben werde, dass neue Bäume noch einmal diese Größe erreichen werden.“ Umso mehr lässt einen das planerische Konzept der Gestaltung stutzig werden. So scheint es doch selbstverständlich, dass gerade ein alter Baumbestand die Atmosphäre eines künftigen Kurparks erheblich steigern dürfte.
Es ist schade, dass hier anscheinend eine Chance vertan wurde, das Vertrauen des Bürgers in das Kurparkprojekt und in Xanten als Luftkurort im Allgemeinen zu gewinnen. Parallelen zu den Protesten gegen das seinerzeit in Birten geplante Krematorium drängen sich auf. Zu hoffen bleibt, dass die Stadtoberen bei der weiteren Planung mit mehr Bürgernähe überzeugen. Ein überraschendes Element in der Gestaltung könnte beispielsweise ein großzügig ausgestatteter Kinderspielplatz sein, eine Einrichtung, die man im Stadtpark bislang noch vermisst.
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