Kraft macht sich ein Bild von den Unwetterschäden am linken Niederrhein

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Kraft im Keller der Familie Spira

Keine Entschädigung für Privatleute aus Steuermitteln

Kraft macht sich ein Bild von den Unwetterschäden am linken Niederrhein



Am heutigen Dienstag war die nordrheinwestfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu Gast in Sonsbeck. Zusammen mit dem Landrat des Kreises Wesel, Ansgar Müller verschaffte sie sich unter der Führung des Sonsbecker Bürgermeisters, Heiko Schmidt, der betonte, dass es bei dem Rundgang nicht nur um die Schäden in Sonsbeck, sondern auch um die in den umliegenden Gemeinden seiner Kollegen gehe, einen Überblick über die durch die Unwetter der letzten Tage entstandenen Schäden. Stellvertretend für alle Geschädigten nahm sie bei zwei Hauseigentümern im Raysebruch und in der Langebend die Folgen in Augenschein, begutachtete die Keller und sprach mit den Hausbewohnern.
So sehr sie aber auch mit ihnen fühlte, konnte sie den Menschen, deren Schäden nicht durch eine Elementarversicherung abgedeckt sind, keine Hoffnung auf finanzielle Hilfen machen; „denn“, so Kraft, „der eine hat eine Elementarversicherung, der andere nicht. Wir können nicht aus Steuermitteln diejenigen entschädigen, die keine haben“.
„Es gilt jetzt“, fuhr sie fort, „zu analysieren, wie hoch die öffentlichen Schäden beziffert werden, was wir langfristig tun können, um derartige Vorkommnisse zu vermeiden und warum es besonders an einigen Stellen so schlimm kam“.
Beim dritten Besuch handelte es sich um den Bauernhof „Gut Santfurt“ der Familie Küsters an der „Schwarze Straße“. Hier erklärte der Besitzer anhand von Bildern die Schäden an den Feldern und betonte, „jede Pflanze, die mindestens vierundzwanzig Stunden unter Wasser steht, ist aufgrund des Sauerstoffmangels kaputt, was bei der Hälfte seiner Felder der Fall sei.
Die Frage der Ministerpräsidentin, ob es dagegen keine Versicherung gebe, verneinte er und meinte, gegen Wasserschäden könne man derzeit nur Kartoffeln versichern, für alle anderen Sorten gäbe es nur Hagelversicherungen und auch die erst seit ca. drei Jahren. „Schlimm ist, dass mit dem Schaden nicht nur der Ertrag dahin ist, sondern auch alle in die Felder getätigten Investitionen“, beklagte er.
Einen Schuldigen könne er nicht benennen; betonte Küsters; denn, so hatte auch Bürgermeister Heiko Schmidt bereits erklärt, die Kanalisationen und Rückhaltebecken, bzw. Entwässerungsgräben seien schon für ca. 70 % über dem Normalfall konzipiert, es gebe Ereignisse, gegen die der Mensch einfach machtlos sei. Mit diesen Regenmengen in der kurzen Zeit konnte niemand rechnen.
Ob und in welchem Umfang nun die Landwirte mit Entschädigungen rechnen können, wird sich zeigen, wenn das Kabinett des Landes darüber beraten hat.
Randolf Vastmans
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