Wann geht´s endlich weiter?

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Irene König und Karl- Heinz Friemond aus Xanten stehen enttäuscht vor dem Tor, welches das Ausbauende des Deichradweges markiert
 
Nicht die Welt ist hier zu Ende; aber der Deichradweg. Noch ein paar Jahre wird es dauern, bis auch auf dem weiteren Deichstück die ersten Radler den Blick über den Rhein genießen können

An der Kläranlage ist Schluss

Radfahrer warten auf die Fertigstellung des Deiches bei Lüttingen


Welcher Radfahrer hat sich beim Befahren des sanierten Deichstücks von der Bislicher Insel in Richtung Lüttingen nicht auch schon gefragt, wann es endlich weiter geht; denn momentan ist in Höhe der Kläranlage Lüttingen Schluss und der gepflasterte Weg endet an einem Tor. So stehen auch Irene König und Karl- Heinz Friemond aus Xanten am Ende dieser Strecke und stellen sich die gleiche Frage.
„Das Fahren auf dem Deich“, so Irene König, „gefällt uns so sehr, weil man einen freien Blick auf den Rhein und seine Auen hat“ und ihr Lebensgefährte, Karl- Heinz Friemond bekräftigt, „Das hat immer etwas von Urlaub und weckt Fernweh“. Allerdings scheint es, als müssten die beiden in den nächsten vier bis fünf Jahren noch auf die Weiterfahrmöglichkeit bis zur Deichüberfahrt Haus Grind in Wardt verzichten; denn der Verwaltungsweg ist ein langer und zeitraubender. Laut Maximilian Pieper vom Deichverband Xanten- Kleve läuft derzeit für diesen Abschnitt das Planfeststellungsverfahren, bei dem zwischen dem 31. Januar und dem 28. Februar 2017 im Rahmen der vorgeschriebenen Offenlage die entsprechenden Planungsunterlagen im Rathaus der Stadt Xanten, auf deren Gebiet sich der Deich befindet und auf der Internetseite der Genehmigungsbehörde, Bezirksregierung Düsseldorf eingesehen werden konnten. Die Möglichkeit, Einwendungen gegen diese vorzubringen, bestand bis zum14. März.
„Beim nächsten Verfahrensschritt“, erklärt Pieper, „wird der Deichverband von der Bezirksregierung aufgefordert, zu eventuell erfolgten Einwänden Stellung zu nehmen, was bisher noch nicht geschehen ist“. Wann dies der Fall sein wird, vermag er beim besten Willen zeitlich nicht zu prognostizieren. Anschließend wird ein Anhörungstermin anberaumt, in dem diese eventuellen Einwände noch einmal mündlich erörtert werden. Ist dieser Schritt abgeschlossen muss die Planfeststellungsbehörde über die Einwände und Stellungnahmen entscheiden.
Natürlich existiert von Seiten der Bezirksregierung ein Zeitplan. Danach ist die Verkündigung des Planfeststellungsausschusses für das erste Quartal 2018 vorgesehen. Darauf aufbauend ergäbe sich bis zum Baubeginn ein Zeitraum von etwa einem Jahr für die Erarbeitung der Ausführungsplanung und rund ein weiteres halbes für die Ausschreibung und Arbeitsvorbereitungen, wie zum Beispiel die Kampfmittelerkundung. „Legt man eine Bauzeit von zwei bis drei Jahren zu Grunde“, so Pieper abschließend, „ könnte die Maßnahme etwa im Jahr 2022 abgeschlossen werden“. „Voraussetzung ist natürlich“, ergänzt er vorsichtig, „dass diese Schritte nicht unvorhergesehen verzögert werden“. Dies könnte unter anderem durch verzögerte Genehmigungen oder Klagen geschehen.
So müssen Irene und Karl- Heinz, wie auch viele andere, sich in den nächsten Jahren noch mit der Fahrt ab Kläranlage durch Lüttingen bis Wardt zufrieden geben. Ab dort hat man auf dem Deich allerdings wieder freie Fahrt bis Obermörmter und kann den großen Strom, um den sich so viele Sagen und Geschichten ranken, aus nächster Nähe genießen. Außerdem sind die streckenweise auf der anderen Seite ebenfalls in Sichtweite der Radler liegenden Xantener Süd- und Nordsee nicht der schlechteste Ersatz für einen Blick auf den Rhein.


Randolf Vastmans
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