Breiter Widerstand gegen erneute Kiesabgrabungen in Alpen
Landesentwicklungsplan des RVR plant Abgrabungen von Drüpt bis Millingen

Die neunjährige Tessa Böhnke (hier mit Bürgermeister Thomas Ahls) hat zusammen mit ihrer Freundin innerhalb von ein paar Stunden 55 Unterschriften gegen den Landesentwicklungsplan gesammelt. "Ich will weiter mit meinem Pony ausreiten können, ohne nur noch auf Bagger zu schauen".
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  • Die neunjährige Tessa Böhnke (hier mit Bürgermeister Thomas Ahls) hat zusammen mit ihrer Freundin innerhalb von ein paar Stunden 55 Unterschriften gegen den Landesentwicklungsplan gesammelt. "Ich will weiter mit meinem Pony ausreiten können, ohne nur noch auf Bagger zu schauen".
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Bürgermeister Thomas Ahls auf der Seite der Bürgerinnen und Bürger

Die Entscheidung, den Bürgerinformationsabend vom Rathaus in das pädagogische Zentrum des Schulzentrums Alpen zu verlegen, erwies sich an diesem Abend als weise, denn für die weit über 300 erschienen Bürgerinnen und Bürger wäre der Sitzungssaal des Rathauses dann doch zu klein gewesen.
Dass so viele zu der Informationsveranstaltung erschienen waren, hatte seinen Grund im aktuellen Landesentwicklungsplan (LEP) des RVR, der weitere Kiesabgrabungen in einem Gebiet von Drüpt bis Millingen vorsieht. Bürgermeister Thomas Ahls, gestand ein, neben den Protesten gegen Abbaumaßnahmen auf der Bönninghardt zu wenig Augenmerk auf diesen Teil des LEP gelegt zu haben. „Aber“, so sein Resümee, „noch ist das Kind nicht in den Brunnen gefallen“. Damit gemeint ist die Frist zur Abgabe einer Stellungnahme der Gemeinde zum Plan, welche am 28. Februar endet. So wird im öffentlichen Teil der Ratssitzung am 26. Februar der Beschluss zur Stellungnahme gefasst und diese noch rechtzeitig an den RVR übermittelt werden. Höchstwahrscheinlich, die voraussichtliche Entscheidung des Rates vorweggenommen, wird sich diese Stellungnahme gegen die Abbaupläne richten. Ob sich dies aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger positiv auf die weitere Entwicklung auswirken wird, bleibt abzuwarten. „Einige Anlieger in diesem Gebiet werden ihre Pachtflächen gerne an die Kiesindustrie verkaufen“, so die Befürchtungen des Bürgermeisters, „was man ihnen nicht verdenken kann, denn die zu erzielenden Preise erreichen Beträge von bis zum 400fachen der Jahrespacht“.
Allerdings versicherte er die Anwesenden seiner vollen Unterstützung bei allen Bemühungen, der Kiesindustrie Einhalt zu gebieten. Vorgesehen ist auf Anregung eines der teilnehmenden Bürger eine weitere Versammlung, zu der auch die relevanten Grundstückseigentümer eingeladen werden, damit man lokalisieren kann, in welchem Umfang mit Verkäufen zu rechnen ist. „Allerdings brauchen wir hierfür das Einverständnis der Beteiligten“, gab Ahls zu bedenken und warnte zugleich vor einer Spaltung der Bürgerschaft, „denn erreichen können wir nur etwas, wenn wir zusammenhalten“.
Viele Millinger, das ja zu Rheinberg gehört, waren ebenfalls an diesem Abend anwesend. Ihnen versprach der Alpener Verwaltungschef, am nächsten Morgen den Rheinberger Bürgermeister anzurufen und ihm ebenfalls das Einberufen eines Informationsabends vorzuschlagen.
Viele Anregungen zur weiteren Verfahrensweise kamen im Laufe des Abends aus dem Publikum.
So will die Alpener Bürgerin Denise Cleve eine Bürgerinitiative gründen und richtete noch während der Veranstaltung eine email Adresse dafür ein, die lautet kiesabbau-alpen@gmx.de. „HIer und auf unserer Facebookseite https://www.facebook.com/groups/1990994507871751/ besteht die Möglichkeit, der Initiative beizutreten und aktuelle Informationen zu erhalten“.
Bürgermeister Thomas Ahls sagte zu, bei Bedarf Räumlichkeiten im Rathaus zur Verfügung zu stellen.

Randolf Vastmans

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